Kids MTB-Netz Willingen – Osterkurzurlaub Tag 3

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(Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

Schon war der letzte Tag gekommen. Ein Kurzurlaub ist halt leider kurz… Aber wir wollten den letzten Tag nochmals intensiv nutzen. Das Wetter war wieder top. Die Kinder spielten auch mit. So bestiegen wir, nachdem wir die Wohnung geräumt und das Auto gepackt hatten, erneut die Räder.

Ein vorerst letztes Mal passierten wir die Schanze im Strycktal. Unsere heutige Tour war die rote „Eichhörnchen Tour„. Die Highlights dieser Tour waren eine Einkehr auf der „Hochheide Hütte“ und zum Abschluss eine Fahrt auf der Sommerrodelbahn. Darauf freuten sich die Kinder besonders.

Unsere kleine Tochter hatte heute schwer zu kämpfen und es bedurfte vieler kleiner Pausen, sie bei Laune zu halten. Das wiederum war für unseren Sohn schwierig, da er bereits auf einem ganz anderen Level fuhr. Eine Lösung war, dass wir uns teilten. Ich pedalierte mit Felix immer ein bisschen vor, und dann warteten wir auf die Mädels. Das funktionierte ganz gut und nahm etwas den Druck von Lisa, mit ihm mitziehen zu müssen.

Die erste größere Pause legten wir am Gipfel des Clemensberg ein. Bis hierhin hatten die Kinder schon einiges geleistet.

Belohnt für die Strapazen wurden wir mit einer Windharfe, die tolle und sehr interessante „Musik“ von sich gab, einem echten Gipfelkreuz und einer fantastischen Aussicht.

Auch die Abfahrt vom Gipfel und das Stück weiter zur Hütte, zu der es nun nicht mehr weit war, erfreuten uns sehr.

An der Hochheide Hütte angekommen, machten wir Mittagspause. Wir hatten zum Glück genug Zeit und konnten etwas Warmes essen.

Im Vergleich zur „Graf Stolberg Hütte“ verliert die Hochheide Hütte aus unserer Sicht, dafür ist das Ambiente dort etwas familiärer. Auch die Lage und die Aussicht ist toll. Als Bio-Biker waren wir aber wieder die Exoten. Daran müssen wir uns wohl in Zukunft gewöhnen.

Nach der Einkehr begannen wir mit dem Endspurt, der sich noch ganz schön zog. Immerhin wollte ein zweiter Gipfel bezwungen werden. Auf dem Langenberg befand sich ein weiteres Gipfelkreuz, welches als Highlight auf der Kindertour beworben wurde.

Von dem Gipfel hatte ich mir mehr versprochen. Es gab leider keine Aussicht, da der Gipfel komplett bewaldet war. So hielten wir uns nur kurz für ein Foto dort oben auf und setzten den Endspurt gleich fort. Jetzt lautete das Motte „Von nun an gings bergab!“.

Bis zurück nach Willingen ging es über mehrere Kilometer nur noch bergab. Meist in einem angenehmen Gefälle, aber es gab auch einen Abschnitt, der fast an eine alpine Schotterabfahrt erinnerte. Hier mussten die Kurzen ein paar Pausen zum „Händeausschütteln“ einlegen.

Sehr stolz über die erbrachte Leistung, aber auch sehr froh, endlich am Ziel zu sein, erreichten wir die Sommerrodelbahn in Willingen.

Aus der einen Abfahrt wurden sechs – es machte einfach zu viel Spaß! Nun mussten wir nur noch zurück zum Auto und bald darauf befanden wir uns wieder auf dem Heimweg – nicht ohne vorher noch ein paar Runden auf einer kleinen Übungsstrecke an der Eishalle gedreht zu haben. 😉

Der Kurzurlaub in Willingen war ein voller Erfolg und leider viel zu schnell vorüber. Aber einen weiteren Tag auf dem Fahrrad hätten sich die Kinder jetzt auch nicht vorstellen können… 😉

Das Kids MTB-Netz in Willingen ist wirklich schön gemacht. Es dürften allerdings gerne noch ein paar mehr Attraktionen für Kinder am Wegesrand sein. Wer fitte, bikende Kinder hat, sollte Willingen einen Besuch abstatten. Es lohnt sich! Und bei schlechtem Wetter gäbe es noch viele Alternativen, die wir zum Glück nicht nutzen mussten. In der Nähe befinden sich noch Winterberg und Brilon. Diese beide Destinationen behalten wir im Hinterkopf, für das nächste Mal. Speziell Brilon würde mich persönlich sehr interessieren.

Es gibt noch so viel zu entdecken…

Keep on Biking!

Kids MTB-Netz Willingen – Osterkurzurlaub Tag 2

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Der Osterhase hatte es doch tatsächlich bis nach Willingen geschafft. Nach erfolgreicher Osternestsuche und einem ausgiebigen Schokolade- und Süßigkeitenfrühstück sattelten wir die Hühner – äh – die Räder.

Die Kinder waren noch motiviert und hatten Lust auf die heutige Tour, die wir Eltern als Königsetappe angekündigt hatten. Diesmal sollte es die „Hasen Tour“ in der roten Version werden. Felix und ich wollten allerdings die schwarze Erweiterung mitnehmen, da diese einige tolle Trails versprach. Auf der „Graf Stolberg Hütte“ wollten wir uns dann wieder treffen, gemeinsam essen und die Tour dann zusammen beenden.

Das Wetter war wieder super. Wir fuhren erneut an der Schanze im Strycktal vorbei, diesmal aber in der anderen Richtung. Schon nach kurzer Zeit und wenigen Metern mehr, mussten wir die erste Verpflegungspause einlegen. Die Schokoladeneier hatten doch nicht gereicht und nun musste das zweite Frühstück her. 😉

Frisch gestärkt fuhren wir noch ein paar Kilometer durch das idyllische Teil zu viert weiter, bevor sich unser Weg trennte. Die Mädels nahmen den direkten Weg zur Hütte, während wir Jungs auf der schwarzen Variante weiter fuhren. Meine Idee war, das wir das Plus an Kilo- und Höhenmetern durch unsere höhere Durchschnittsgeschwindigkeit wett machen und relativ zeitgleich an der Hütte ankommen würden.

Wie erwartet drückte Felix die Höhenmeter ohne größere Probleme weg. Kurz nach der „Hildfelder Höhe“ wechselten wir endlich auf einen Trail.

Das machte richtig Spaß. Auf den Trails waren wir weitgehendst alleine unterwegs. Die E-Biker (zu unserem Erstaunen auch viele Kinder unter ihnen), die in Massen auf den Schotterpisten unterwegs waren, mieden zum Glück die Trails. Oft hatten wir übrigens den Eindruck, zu einer aussterbenden Gattung – den Bio-Bikern – zu gehören. Ich weiß auch nicht, ob das der richtige Ansatz ist, schon Kinder auf E-Bikes zu setzen. Die unsrigen schafften die Touren ja auch. Ganz ohne „E“ und sogar ohne Abschleppsysteme (was ihnen im übrigen viel Zuspruch und auch Selbstvertrauen einbrachte). Aber das soll keine Grundsatzdiskusion über das Für und Wider zum Thema elektrifizierten Radelns werden. Wir in der Familie tendieren eher zum „Wider“, aber egal…

Nach den Trails boten sich uns herrliche Aussichten über das Sauerland und noch eine knackig-steile Schotterabfahrt. Kurz darauf kamen wir zu dem Punkt, an dem sich schwarze und rote Variante wieder vereinten. Da klingelte das Telefon und eine etwas besorgt klingende Diane fragte nach, wo wir den bleiben würden. Lisa und sie waren schon seit einer halben Stunde auf der Hütte. Mein Plan war also doch nicht ganz aufgegangen. Das war aber nicht schlimm, denn nun war es nicht mehr weit.

Wir parkten unsere Räder zwischen den ganzen Pedelecs und gesellten uns zu den Mädels.

Die Graf Stolberg Hütte war gut besucht, aber wir fanden ein schönes Plätzchen auf der Sonnenterrasse. Wir aßen und tranken und unterhielten uns mit wechselnden Tischnachbarn, die immer wieder staunten, dass wir ohne E-Bikes unterwegs waren, und was die Kinder so leisteten. Überhaupt haben wir die Sauerländer und die Touristen in der Ecke allesamt als sehr freundlich und nett empfunden – egal ob auf zwei Rädern oder zu Fuß unterwegs.

Eine Einkehr auf der wunderschön gelegenen Hütte kann ich uneingeschränkt empfehlen und sollte man nicht auslassen, wenn man in der Ecke ist.

So langsam mussten wir aber weiter. Vor allem forderte unsere Tochter ihr „Fußbad“ vehement ein, welches ich ihr heute Früh versprochen hatte. Sie meinte damit eine Pause an einem Bach, in dem sie „kneifen (kneipen)“ konnte.

Ein paar nette Abschnitte weiter war es endlich soweit.

Die Diemelquelle, welche unmittelbar am Weg lag, war dafür bestens geeignet.

Nach dem erneuten Stopp machten wir uns an den Endspurt. Nochmals erfreuten uns einige nette Trails, die aber auch hart erkämpft werden wollten.

Bei unserer Tochter war nun langsam der Ofen aus, und es bedurfte viel Zuspruch und Aufmunterung von uns, dass sie weiter fuhr. Aber sie pedalierte tapfer weiter. Ein letztes Highlight war die Biathlon Anlage.

Nach einer kurzen Besichtigung kam nun tatsächlich der letzte Anstieg, heraus aus dem Stadion und hinab nach Willingen.

Zur Belohnung gab es ein großes Spaghettieis – das hatten wir uns alle verdient! 😉

Keep on Biking!

Kids MTB-Netz Willingen – Osterkurzurlaub Tag 1

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Spontane Urlaube sind doch immer noch die besten. Und spontan entschieden wir uns, über die Osterfeiertage zu verreisen. Die Destination sollte nicht allzu weit von uns zu Hause entfernt sein und irgendwas mit Biken wäre auch super. Das waren die Vorgaben. Schnell stieß ich im Internet auf die Bike Region im Sauerland und hier im speziellen auf den Ort Willingen. Denn inzwischen müssen wir im Urlaub die Touren auch für unsere Kinder anpassen. Willingen wirbt mit vier Touren speziell für Kinder, und die wollten wir austesten.
Eine Unterkunft war rasch gefunden und so reisten wir am Karsamstag an. Bereits nach 2,5 Stunden standen wir an unserer Ferienwohnung im Haus am Stryckweg und bezogen unser Quartier für die nächsten 2 Tage.

Da wir recht früh dran waren und die Zeit gut ausnutzen wollten, starteten wir gleich nach dem Mittagessen in die erste Tour – die „Vogel Tour„.
Wir hatten uns für die blaue (leichte) Variante entschieden, da wir erst einmal testen wollten, wie unsere fünfjährige Tochter die Strecke schaffen würde. Bewusst hatten wir das „FollowMe“ zu Hause gelassen. Für alle Fälle hatte ich ein Notfall-Abschleppsystem, bestehend aus zwei alten Schläuchen, dabei.

Zunächst fuhren wir zur Talstation der Ettelsberg Seilbahn. Diese nimmt Bikes und Biker mit. Schließlich gibt es hier im Bikepark Willingen auch mehrere reine „Bergabstrecken“.

An der Talstation war gut was los. Was wir im Vorfeld nämlich nicht wussten war, dass Willingen wohl auch bei feierfreudigen jungen Menschen sehr beliebt ist. Etwas irritiert stiegen wir in die Seilbahn ein…

Wir schwebten nach oben und überwanden so die ersten Höhenmeter. Die ganze Szenerie machte schwer Eindruck auf die Kids. Vollgepanzerte Downhiller, mehr oder weniger trinkfeste Partypeople und dann noch mit den Rädern in die Kabine der Seilbahn – das war schwer aufregend.

An der Bergstation wurde das Ganze noch absurder. Während wir aus der Gondel ausstiegen fielen in der Wartezone der Talfahrt betrunkene junge Menschen auf dem Boden herum. In der „Ettelsberg-Hütte“ (auch Siggis Hütte genannt) tobte der Feiermob. Laute Schlager-Partymusik dröhnte zu uns herüber. Eine Mischung aus Ballermann und Après-Ski Party war da wohl am laufen. Keine Ahnung, ob das dort immer so ist – für uns war das nichts. Wir suchten schnell das Weite. Und nur ein paar Meter weiter war der Spuk vorbei und wir konnten uns an der ruhigen Natur erfreuen.

Das war bedeutend besser! 🙂

Die blaue Vogel-Tour zeichnete sich durch ihr gnädiges Höhenprofil aus. Eigentlich ging es ab dem Ettelsberggipfel nur bergab. Genau richtig für die erste kurze Tour.

Beide Kinder machten ihre Sache sehr gut, und wir waren froh, dass wir das Abschleppsystem für Lisa nicht dabei hatten. Felix war eh ganz andere Strecken gewohnt und für ihn war die Route fast schon ein bisschen langweilig.

Was man auf alle Fälle dabei haben muss, wenn man mit Kindern unterwegs ist, ist genug zu Essen. Wir machten mehrere kleine Pausen, in denen immer Energie nachgeschoben werden musste. Auf dieses „Stop and go“ sollte man sich einlassen können – die Kurzen brauchen das.

Eine etwas längere Pause legten wir an der „Mühlenkopfschanze“ ein. Die größte Sprungschanze der Welt war echt beeindruckend.

Noch viel interessanter war allerdings der kleine Bach (die Itter) am Fuße der Schanze, in dem die Kinder die heißen Füße kühlten und etwas planschten.

Von hier war es dann nur noch ein Katzensprung bis zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Am Ende kamen wir sehr zu unserer Freude an einem kleinen Pumptrack vorbei. Die fahrtechnischen Herausforderungen auf der Vogel-Runde waren bis zu diesem Zeitpunkt gleich Null.

Wir drehten begeistert ein paar Runden.

Noch ein Stückchen weiter gab es einen weiteren Track auf dem wir auch mehrmals fuhren.

Nachdem wir uns ausgetobt hatten, kehrten wir in die Ferienwohnung zurück und machten uns frisch. Zur Feier des ersten Tages und der ersten bewältigten Tour ließen wir den Abend in einer kleinen Pizzeria ausklingen.

Tag Nummer 1 war schon mal ein voller Erfolg und wir freuten uns auf den nächsten Tag.

Keep on Biking!

Winterurlaub 2019 in Bodenmais

Wie letztes Jahr zog es uns auch heuer in den Faschingsferien in den Winterurlaub. Da es uns in Bodenmais so gut gefallen hatte, verbrachten wir die Woche wieder dort. Die Infrastruktur und das Preis-Leistungs-Verhältnis sprachen einfach erneut für den Bayerischen Wald und besonders für Bodenmais. Außerdem ist die Region um den Großen Arber relativ schneesicher – während bei uns in der Woche vor Fasching bereits Temperaturwerte um die 17-19 °C erreicht wurde, lag dort noch genug Schnee, um einen schönen Winterurlaub verbringen zu können.

Am Anreisetag statteten wir der Skischule Koller einen Besuch ab und buchten die Ski- bzw. Snowboardkurse. Mein Sohn und meine Frau wollten ihre Fertigkeiten auf dem Snowboard vertiefen, während meine Tochter weiterhin auf zwei Brettern fahren wollte. Ich lieh mir die Langlaufausrüstung (klassisch) für die Woche aus.

Und bereits am Sonntag standen wir auf den jeweiligen Wintersportgeräten. Während Diane und die Kinder am Silberberg direkt in Bodenmais fahren konnten, fuhr ich mit dem Skibus, der mit der „aktivCard“ kostenlos zu nutzen war, weiter zum Aktivzentrum Bretterschachten.

Insgesamt legte ich bei den fünf Touren, die ich unternahm, fast 80 Kilometer zurück. Das war ein gutes Alternativtraining und ich kam nicht ganz aus dem Tritt. Nächstes Jahr werde ich vielleicht zum Skating wechseln und einen dementsprechenden Kurs belegen. Skating sieht einfach cooler aus… 😉

Der Rest der Familie machte während der Kurse große Fortschritte.

Meine Tochter fuhr dieses Jahr schon auf der „großen“ Abfahrt und beim Abschlussrennen, wie bereits im letzten Jahr, auf das Treppchen – sie belegte den 3. Platz.

Bei den Snowboardern gab es kein Rennen, aber auch sie erhielten einen Urkunde und eine Medaille.

Meine Winterbesteigung des Silberberggipfel durfte auch dieses Jahr nicht fehlen, wenngleich sie wegen der Schneeverhältnisse und des Windbruchs ungleich schwieriger war.

Viel zu schnell war die Woche vorbei – aber „schon“ nächstes Jahr ist wieder Fasching. Und gleich im Anschluss an den Urlaub haben wir eine Ferienwohnung für den Zeitraum gebucht. 🙂

Keep on Wintersporting! 😉

 

Winterfreuden

Als Ganzjahresfahrer muss ich zugeben, dass das Radfahren nicht immer Spaß macht oder gar ein Genuss ist. Aber bei solchen Bedingungen, die gestern in der Rhön herrschten, ist eine Mountainbiketour schon etwas ganz Besonderes!

Diane und die Kinder wollten einen Tag auf den Boards bzw. Ski verbringen und die Schneelage in der unweiten Rhön erlaubte dies am Sonntag. Ihr Ziel sollte die Wasserkuppe sein, die von uns aus in gut 1,5h zu erreichen ist. Eigentlich wollte ich zu Hause bleiben, da ich weder Ski noch Snowboard fahre, und Langlauf betreibe ich nur im Winterurlaub auf geliehenem Material. Doch dann reifte eine Idee in meinen Gedanken – was, wenn ich einfach mit meinem Mountainbike mitkomme und eine knackige Wintertour fahre? Zumindest auf den Winterwanderwegen müsste das doch möglich sein. Ich setzte mich an den Rechner und klickte mir einen GPS-Track zurecht, der für mich einen Sinn ergab.
Am Sonntag starteten wir also mit dem vollbeladenem Auto in die Rhön. Ich mit meinem Bike und der Rest mit der üblichen Wintersportausrüstung. Schon auf der Hinfahrt erntete unser Fahrzeug mit dem Rad auf dem Dach viele ungläubige Blicke. Das wurde, je näher wir uns unserem Ziel näherten nicht weniger.
Apropos Ziel – die Szenen, die sich auf der Wasserkuppe abspielten waren unglaublich. So wie es schien, waren wir nicht die einzigen, die bei diesem traumhaften Wetter die Idee hatten…
So etwas hatte ich noch nicht erlebt: Alle Parkplätze waren völlig überbelegt und das Ordnungsamt musste den Verkehr regeln. Wir standen lange im Stau auf dem Berg. Unverrichteter Dinge mussten wir wieder wegfahren. Meine Laune war im Keller – hatte ich doch keinen Plan B an Bord. Beim Herunterfahren kam uns die Polizei entgegen, ich kann mir gut vorstellen, dass sie die Straßen zur Wasserkuppe dichtmachten. Es wäre ja nicht mal mehr für Rettungsfahrzeuge ein Durchkommen möglich gewesen.
Nun gut, etwas unterhalb der Wasserkuppe gab es ein weiteres, kleines, „Skigebiet“: das Zuckerfeld. Dort wollten wir nun unser Glück versuchen. Und tatsächlich, wir fanden einen Parkplatz und die Kinder waren happy. Sie sahen sich nämlich schon um den schönen Wintersporttag gebracht und die Tränen liefen auf der Rückbank. Aber nun wurde alles gut. Sie schnappten sich ihr Equipment und starteten ins Getümmel.
Ich checkte meinen Track und stellte fest, dass ich die Tour trotzdem,  wenn auch etwas abgeändert, fahren könnte. So machte auch ich mich fertig und fuhr los – wieder von vielen ungläubigen Blicken begleitet…

Gleich zu Beginn traf ich auf zwei weitere Biker, die ihre „Fatbikes“ bergauf schoben. Einer der beiden hatte einen technischen Defekt. Sein Rad war „tubeless“ aufgebaut und aus dem Vorderrad lief die Dichtmilch heraus. Das System war undicht. Und der Ersatzschlauch passte leider nicht. So blieb den Zweien leider nur ein längerer Fußmarsch übrig. Ich wünschte einen schönen Tag und fuhr weiter. Und wieder einmal dachte ich mir, dass ich diese Probleme mit dem herkömmlichen System „Mantel+Schlauch“ nicht habe.

Wie schon gesagt, es herrschten traumhafte Bedingungen. Auf den Wegen war ich nicht alleine, aber der einzige Radfahrer. Dementsprechend oft wurde ich angesprochen, immer freundlich. Meistens wurde ich nach Spikes an meinen Reifen gefragt. Diese Frage verneinte ich. Zwar habe ich noch Spikereifen im Keller, habe diese aber schon seit Jahren nicht mehr aufgezogen. Die bringen wirklich nur etwas, wenn die Strecke komplett vereist ist. Bei Schnee reichen gut profilierte Reifen meiner Meinung nach völlig aus.

Am Guckaisee traf ich auf meine geplante Route. Eigentlich hätte ich von hier auf die Wasserkuppe hinauf gemusst. Aber wegen der fortgeschrittenen Tageszeit, des Trubels auf dem Berg, der 300 Höhenmeter und der Schneelage entschied ich mich, diesen Teil der Strecke auszulassen. Eine gute Entscheidung, wie sich am Ende noch zeigen sollte.
Unterwegs war ich übrigens mit meinem alten 26″ Fully von Stevens – ein treuer Begleiter und ideales Rad für diese Tour.

Es waren wirklich Heerscharen unterwegs und fast von jedem wurde ich nach Spikes gefragt. Aber ich hätte sie wirklich nur an einer Stelle gebraucht, die ich aber auf einem Schlittenhang umfahren konnte. Mei, was haben die Kinder für Augen gemacht, als ich mit dem Bike den Hang hinunter fuhr.

So wie hier war ich meist auf gut fahrbaren Wegen mit geschlossener Schneedecke unterwegs. Dank der tiefen Temperaturen war der Schnee fest und nicht sulzig.

Ich näherte mich der Milseburg. Hier wartete ein erstes Highlight auf mich. Im Sommer war ich hier mit den Kindern gewesen und wir wanderten damals auf einem Trail, den ich mir gemerkt hatte. Den Gipfel ließ ich aus und begab mich zügig auf den schmalen Pfad unterhalb des Berges.

Was für ein Spaß! Der Singletrail war super zu fahren und ich hatte ihn für mich alleine! Yeah – so muss eine Biketour im Winter sein.

Auf dem folgenden Abschnitt zum nächsten Highlight wurde es nun tatsächlich etwas einsamer. Ich befand mich im touristischen Niemandsland zwischen den Hotspots. Das war aber nicht weiter schlimm.

So konnte ich wenigstens die Stille und Impressionen in vollen Zügen genießen.

Schließlich erreichte ich den zweiten Singletrail des Tages – den Pfad an der Steinwand. Die Kletterfelsen waren mir neu und ich staunte nicht schlecht, als ich hier auf dem kurzen, aber spaßigen Trail unterwegs war.

Auch die Wandergruppe staunte nicht schlecht, als ich auf dem verschneiten Trail an ihnen vorbeihoppelte.
Memo an mich: Unbedingt mit Kindern im Sommer zum Kraxeln herkommen!

Das letzte Stück der Strecke verlief relativ unspektakulär und ich musste mich nun sputen. Die Sonne näherte sich dem Horizont, es wurde noch kälter und der Rest der Familie wollte sicherlich auch bald ins warme Auto.

Just in Time kam ich am Zuckerfeld an und wir erzählten uns im bald warmen Auto auf der Heimfahrt die heutigen Abenteuer. Gut, dass ich die Wasserkuppe ausgelassen hatte, denn bei diesen Bedingungen hätte mich der Anstieg mindestens eine Stunde zusätzlich gekostet. Also alles richtig gemacht und ich war froh, so eine tolle Tour gemacht zu haben.

Keep on Biking!