Der Highlander Radmarathon 2018

Fünf Jahre ist meine letzte und bisher erste Teilnahme am Highlander Radmarathon her. Damals war ich noch mit meinem alten Cannondale mit 3-fach Kurbel unterwegs und benötigte für die Strecke 7 Stunden und 34 Minuten.

Dieses Jahr war der Highlander mein einziges „richtiges“ Rennen und somit auch mein Saisonhighlight. Mein Ziel war es, die Zeit von damals zu unterbieten.

In der Vorbereitung fuhr ich diesmal deutlich mehr Kilometer und Höhenmeter. Mein Stevens Comet war auch deutlich leichter als das CAAD 9. ABER: Ich selbst brachte ein paar Kilo mehr als 2013 auf die Waage – es würde spannend werden, ob ich mein Ziel erreichen könnte.

Samstags reiste ich mit Diane an, die auch angemeldet war, aber auf ihre Teilnahme verzichtete.

Am frühen Nachmittag checkten wir im Hotel Gasthof Landhaus Schiffle ein und holten im Anschluss die Startunterlagen ab.

Die Gratis-Pasta kam uns als Nachmittags-Snack gerade recht. Und da ich eh Carboloading betreiben musste, rundete ich das ganze noch mit einem leckeren Eis ab.

Kein Wunder, dass das mit dem Wettkampfgewicht nichts wird…

Wir bummelten noch etwas durch Hohenems, bevor wir uns am Abend mit ein paar Bekannten zum Abendessen trafen – Carboloading und so…


Ein bisschen wie Meran…


Hier würden am nächsten Morgen mit mir 1.300 Teilnehmer beim Start durchrollen. Und hoffentlich ebenso viele bei der Zieleinfahrt.

Zwischendurch machte ich noch mein Rad startklar, da es am Sonntag früh losgehen würde.


Lecker Pizza…

In der Nacht schlief ich sehr unruhig und stand um 4 Uhr ohne Wecker auf. Ab 4.30 Uhr gab es Frühstück und ich war einer der ersten im Frühstücksraum. Und irgendwie hatte ich schon wieder Hunger.

Um 5.30 rollte ich zum Start. Eine der wichtigsten Fragen – was zieh‘ ich bloß an? – hatte ich auch für mich beantwortet. Meine Wahl fiel auf kurz/kurz + leichte Windweste. Am Start hatte es 13°C und bis es warm werden würde, würde es wohl noch ein Weilchen dauern. Und gerade auf der ersten Abfahrt dürfte es also frisch werden. Aber mehr (Armlinge oder Knielinge) wollte ich dann doch nicht mitschleppen.

Ich hatte 4 Riegel und 3 Gels dabei und zwei große Trinkflaschen. Ich wollte meine Pausenzeit auf ein Minimum reduzieren und ein paar Verpflegungen auslassen. Projekt Sub 7.30 und so…

Pünktlich um 7 Uhr setzte sich das Feld in Bewegung und rollte neutralisiert aus Hohenems hinaus. Vor 5 Jahren gab es hier bereits die ersten Unfälle. Nach einer schnellen Phase bis Dornbirn begann der erste Anstieg.

Der Anstieg am Bödele hatte es, wie beim letzten Mal, in sich. Ich ließ es ruhig angehen, da ich meine Körner nicht gleich am Anfang verbrauchen wollte. So konnte ich die Aussicht mit dem Sonnenaufgang über dem Bodensee voll genießen. Für den gesamten Anstieg brauchte ich laut Strava 1 Minute mehr als 2013.

Dafür war ich auf der folgenden Abfahrt etwas schneller – woran das wohl gelegen haben mag…

Auf dem Weg zum Hochtannbergpass ist es wichtig, dass man eine gute Gruppe findet. Die gab es heuer nicht wirklich. Die Gruppe, mit der ich fuhr war mir immer etwas zu langsam. Ich übernahm des Öfteren die Führung und zog das Tempo an, aber sobald ich aus dem Wind ging, wurde die Geschwindigeit wieder gedrosselt. Also rackerte ich mich die meiste Zeit vorne ab.

Wie geplant ließ ich die erste Verpflegung in Au aus. Wir fuhren weiter durch Schoppernau, wo ich vor zwei Wochen übernachtet hatte.

Auch auf dem Anstieg zur Passhöhe ließ ich im Vergleich etwas Zeit liegen. Die Straße war steiler als ich es in Erinnerung hatte und ich ärgerte mich, dass ich vorher nicht im Feld mitgerollt war, sondern das Tempo gemacht hatte.

Die zweite Verpflegung, am Flexenpass, ließ ich ebenfalls links liegen, ich war noch gut versorgt.

Die meiste Zeit verlor ich im Vergleich auf dem Segment zwischen Klösterle und Bludenz. Letztes Jahr (beim Arlberg Giro) war ich hier fünf Minuten schneller. Beim Highlander 2013 allerdings nur wenige Sekunden.

In Ludesch steuerte ich die 3. Verpflegung an und füllte meine Flaschen auf. Auch stopfte ich etwas zu Essen in mich rein. Kurz nach der Verpflegung teilte sich die Strecke in die kürzere „Rund um Vorarlberg“- und die lange „Highlander Radmarathon“-Strecke. Ich bog natürlich auf die lange Variante ab. Hier wurde ich von einem Mitfahrer angesprochen. An meinem Trikot erkannte er, dass ich aus seiner alten Heimat stammte und wir sogar einige gemeinsame Bekannte haben. Gemeinsam fuhren wir weiter.

Die Streckenführung war gegenüber 2013 nun etwas verändert. Von Ludesch bis kurz vor Sonntag fuhren wir heuer auf der anderen Talseite. Meiner Meinung nach ist diese Strecke wesentlich steiler. Somit ist ein direkter Vergleich mit der Zeit von meiner letzten Teilnahme natürlich obsolet.

Und dann begann der Anstieg auf das Faschinajoch. Was für eine Quälerei. Ich wünschte mir des Öfteren mein altes Rad mit der 3-fach Kurbel. Irgendwann war ich oben und ich konnte tatsächlich alle meine Strava Zeiten verbessern. Das hätte ich nicht erwartet. Es folgte die Abfahrt nach Damüls. Dort gab es die letzte Verpflegung, die ich nicht mehr ansteuerte. Es wurde ein letztes Mal steil bis hinauf zum Furkajoch. Auch hier sammelte ich P(ersonal)R(ecord)s. Nach der Passhöhe ging es bergab. Die Strecke war auf den ersten Kilometern für den Verkehr gesperrt und ich ging, die für mich schwierige Abfahrt, etwas relaxter an.

Von Innerlaterns bis Muntlix war dann aus irgendwelchen Gründen die Strecke neutralisiert und es war eine „Section-Control“ eingerichtet. Für diese Strecke musste man mindestens 14 Minuten benötigen, ansonsten würde man disqualifiziert. Ich fuhr über den Transponder zu Beginn der Neutralisierung und schaute auf die Uhr. Gemütlich rollte ich bergab und fand das eigentlich gar nicht so schlimm. In einer Rechtskurve sah ich dann auf einmal links einige Radfahrer stehen und vor mir eine Transponderschleife. Ich fuhr ebenfalls links ran. Ich hatte gerade mal 8 Minuten für dieses Stück gebraucht. Die Anderen diskutierte, ob das tatsächlich das Ende der Section-Control war. Die Transponderschleife war da, aber was fehlte war das Schild. Eine Disqualifizierung wollte eigentlich keiner riskieren. Ich wartete also die 6 Minuten ab, bevor ich weiter fuhr. Es kam zu einigen brenzligen Situationen bei Fahrern, die etwas schneller unterwegs waren und dann noch vor dem Induktionsband abbremsten.
Inzwischen kam auch mein neuer Bekannter aus dem Spessart wieder vorbei. Er hatte in Damüls die Verpflegung mitgenommen.

Gemeinsam fuhren wir weiter. Er riskierte die Disqulifizierung, ich hatte abgewartet. Tatsächlich kam das Ende der Section-Control wesentlich später und war deutlich mit dem Schild gekennzeichnet. Ich wäre ohne Pause auch über den 14 Minuten geblieben und hatte also 6 Minuten sinnlos verloren. Ärgerlich – das sollte von den Organisatoren im nächsten Jahr besser geregelt werden. Schließlich ging es ja noch mehr Teilnehmern so.

Mit aller Gewalt wollte ich nun mein Ziel erreichen und unter 7,5 Stunden bleiben. Die Zeit wurde nämlich knapp. Ich wusste, dass das letzte Stück sich nochmals ziehen würde und eröffnete den Kampf gegen die Uhr. Zum Glück zogen ein paar Fahrer mit und wir stürmten Richtung Hohenems.

Endlich kam das Ziel in Sicht und ein Blick auf die Uhr zeigte: Ich hatte es geschafft!

Meine Zeitnahme:

Fahrzeit: 07:10:49
Gesamtzeit: 07:25:37 (eigentlich 07:22:xx – ich habe die Zeit nicht gleich gestoppt)
Kilometer: 179,75 km
Durch. Geschw.: 25 km/h
Max. Geschw.: 76,7 km/h
Höhenmeter: 3822 m

2013:
Fahrzeit: 07:15:52
Gesamtzeit: 07:34:07
Kilometer: 177 km
Durch. Geschw.: 24,37 km/h
Max. Geschw.: 74,88 km/h
Höhenmeter: 3851 m

Das offizielle Ergebnis (mit Zeitgutschrift wegen Neutralisierung):

Rang: 265 (von 636)
Rang Altersklasse: 155
Zeit Gesamt: 07:02:37

2013:
Rang: 271 (von 589)
Rang Klasse (M-55): 161 (von 374)
Zeit Gesamt: 07:34:29,29
km/h: 24,69

Ich konnte mich also tatsächlich verbessern, wenn auch nicht so deutlich, wie ich heimlich gehofft hatte.

Fazit:

Der Highlander Radmarathon ist immer noch eine tolle Veranstaltung. Die Strecke bietet und fordert viel und ist für mich wegen des Termins, des niedrigen Startgeldes und der guten Erreichbarkeit weiterhin interessant. Vielleicht starte ich nächstes Jahr wieder dort – mit niedrigerem Systemgewicht. Mal schauen.

Keep on Cycling!

+++ Breaking News +++ Rhön 300 wurde abgesagt

Heute erfuhr ich aus dem Internet, daß eines meiner diesjährigen Saisonhighlights, Rhön 300, abgesagt wurde.

LIEBE RHÖN300-FANS!

Leider müssen wir Euch heute mitteilen, dass die Veranstaltung am 5. August abgesagt wird. Heute haben wir erneut weitere Sicherheitsauflagen erhalten, die nicht verhandelbar sind. Eine Stellungnahme erfolgt in den nächsten Tagen in der Presse und hier auf der Seite.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich als Helfer, Fahrer oder Supporter (an)gemeldet haben.

Ihr erhaltet auch die Information, in welcher Form ihr die Startgelder erstattet bekommt per E-Mail.

Herzliche Grüße

Das Team von RHÖN300

Zum Glück habe ich dieses Jahr schon eine Langstrecke hinter mich gebracht. Ich weiß im Moment auch gar nicht, ob ich traurig oder doch froh darüber sein soll…
Irgendwie fehlt mir im Moment der Ehrgeiz für so einen Streifen. Und eine Woche später stehe ich sowieso beim Highlander Radmarathon am Start. Ursprünglich hatte ich vor, meine Zeit von 2013 zu unterbieten. Damals benötigte ich 7h34m. Allerdings fürchte ich, dass ich dafür heuer schlicht zu schwer bin. So werde ich versuchen, einfach möglichst viel Spaß zu haben und die Fahrt zu genießen. Obwohl, vielleicht schiebt das Mehrgewicht bergab so gut, dass ich die 7,5h doch unterbieten kann? Wer weiß… 😉

Was kommt sonst noch in nächster Zeit? Überraschend fahre ich nächste Woche für drei Tage ins Allgäu und unternehme eine Tour, die ich schon lange auf meiner Agenda stehen habe – den Allgäu-Cross. 2010 dachte ich zum ersten Mal darüber nach. Tja, kaum gehen acht Jahre ins Land… 😉

Nach dem Highlander steht der Familienurlaub an, den wir auch wieder im Allgäu verbringen werden. Dieses Jahr werden wir alle unsere Bikes mitnehmen und ein paar schöne Familientouren fahren – falls die Kinder mitmachen… 😉

Und Anfang September fahren Diane und ich noch für ein paar Tage zum Biken nach Südtirol, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Überhaupt Biken: Das löst auf der Beliebtheitsskala gerade wieder Rennradeln etwas ab.

Was aber nicht heißt, dass ich nicht trotzdem mit dem Renner unterwegs bin.

Und mit den Kids bin ich auch noch „on Tour“. 🙂

In diesem Sinne – keep on Biking!

Die längste Tour meines Lebens

2018 – das Jahr der Superlative? Nachdem ich vor Kurzem die beste Tour meines Lebens mit meinem Sohn gefahren bin, folgte kurz darauf die längste Tour meines Lebens!

Anfang des Jahres wurde ich von einem Bekannten gefragt, ob ich nicht bei einer Fahrt von Aschaffenburg an den Königssee teilnehme möchte – an einem Tag. Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit der Familie sagte ich zu. Bei einer Testfahrt zum Niederwalddenkmal lernte ich die übrigen Teilnehmer kennen. Die Testfahrt und die übrige Vorbereitung liefen sehr gut und der Termin kam rasch näher. Am 9.6.2018 war es soweit.

Am Abend des 7.6. gab ich meine gepackte Kiste für unterwegs ab. Wir hatten nämlich ein Begleitfahrzeug, in dem unsere wichtigen Dinge für unterwegs transportiert wurden. Verpflegung, Regensachen, Wechselklamotten, Powerbanks, Lampen und was man für so einen langen Tag benötigt.

Am 8.6. ging ich um 20 Uhr ins Bett und fand tatsächlich ein paar Stunden schlaf, bevor der Wecker mich um 1.15 Uhr weckte. Diane war mit den Kindern mittags schon losgefahren. Sie hatten sich dankenswerter Weise bereit erklärt, an den Königssee zu fahren, damit sie mich am Sonntag wieder mit nach Hause nehmen könnten.

20 Minuten vor 3 Uhr rollte ich nach Straßbessenbach, dem offiziellen Start und kurz vor 3 Uhr fuhren wir tatsächlich zu acht los. Das Abenteuer begann. Wir waren alle gut aufgeregt.

Nach einer halben Stunde, noch vor Rohrbrunn, erfolgte die erste Pinkelpause. Die Bedingungen für unser Unternehmen waren ideal. Es war trocken und die Temperaturen in der Nacht erträglich. Mit etwas Glück würde der Wind auf unserer Seite sein und Regen würde es, von ein paar Gewitterzellen abgesehen, nicht geben.

Es rollte gut und schnell hatten wir den Spessart überwunden. In der Dunkelheit bemerkten wir die Anstiege kaum. Bei Schollbrunn begann es schon leicht zu dämmern und wir freuten uns auf den Tag.

Im Taubertal war es dann soweit und der Tag brach an. Herrlich!

In Bad Mergentheim wartete an einer Tankstelle unser Begleitfahrzeug und wir machten die erste Pause.

Getränke Auffüllen, essen und trinken, Sonnencreme auftragen, Brille wechseln, Lampe abbauen – nach 15:30 Minuten fuhren wir weiter.

Die Stimmung war super und der Wind war tatsächlich auf unserer Seite. Mit einem ordentlichen Tempo durchfuhren wir das Taubertal.

Nach gut 6 Stunden Fahrzeit erfolgte die zweite Pause in Bechhofen. Die Distanzen zwischen den Pausen waren mit ca. 80 Kilometern, d. h. immer ungefähr 3 Stunden Fahrzeit, perfekt gewählt. Das war eine überschaubare Strecke. Hier ging es nach 14,5 Minuten weiter.

Der weitere Weg führte uns durch das landschaftlich wunderschöne Altmühltal. Ab hier machte ich weniger Fotos. In Eichstätt folgte die dritte Pause.

Es war nun schon gut warm und wir suchten den Schatten. Unser Netto-Schnitt war ordentlich. Allerdings wurden jetzt die Pausenzeiten länger, was aber angesichts der bisher zurückgelegten Strecke kein Wunder war. Knapp 24 Minuten blieben wir stehen.

Ab nun betrat ich Neuland, was die Kilometerleistung betraf. Knapp 300 Kilometer legte ich letztes Jahr schon einmal zurück, alles was nun kam toppte meine Leistung. Und ich war noch erstaunlich gut drauf. Dadurch, dass wir uns vorne immer abwechselten war es möglich, Körner zu sparen. Ich fühlte mich fit.

Der vierte Stopp war in Mainburg. Der Wind bis dahin war immer noch auf unserer Seite, aber vor uns baute sich eine Gewitterfront auf. Die Pausenzeit hier belief sich auf 26 Minuten. Wir hatten die Hoffnung, am Rande des Unwetters vorbeizufahren, aber es kam anders. Das Gewitter traf uns voll, und nach 1 Minute Starkregen waren wir komplett durchnässt. Wir suchten bei Brüg einen Unterstand und der herbeigerufene Begleitbus lieferte Regenklamotten. Dieser unfreiwillige Halt kostete uns 48 Minuten. Als es nicht mehr donnerte fuhren wir weiter. Ein paar Kilometer begleitete uns aber noch der Regen.

Nach 416 Kilometern und etwas über 14 Stunden reine Fahrzeit trafen wir bei der fünften und vorletzten Pause wieder unseren Bus. Wir mussten ihn allerdings wieder herbeirufen, da wir am eigentlichen Pausenort vorbeigefahren sind. Die Konzentration ließ nun schon etwas nach. Wir machten uns klar für die Dunkelheit. Lampen wieder an die Räder, etwas Wärmeres anziehen und die Regenjacken wieder zurück in den Bus legen. Es hatte glücklicherweise wieder aufgehört zu regnen. Nach 26 Minuten fuhren wir weiter.

Inzwischen war das Aufnehmen von fester Nahrung echt schwierig und ich war froh, dass ich mir den Hauptteil meiner benötigten Energie über Flüssignahrung zuführen konnte. Auf dem Rad griff ich auf Gels und Riegel zurück und in den Pausen gönnte ich mir jeweils eine schöne Flasche Fresubin. Diese hochkalorische Trinknahrung ist frei von Ballaststoffen und somit sehr schonend für den Magen. Ich vertrug sie sehr gut und hatte auf der ganzen Tour keine Magenprobleme, was bei so einer Belastung nicht unbedingt selbstverständlich ist. In den ersten Pausen aß ich noch Nutella- oder Schinken-Käse-Sandwiches, aber die gingen nun nicht mehr an mich. In den 3 Stunden auf dem Rad zwischen den Pausen trank ich jeweils 2 Trinkflaschen mit Buffer und in einer befand sich immer eine Salztablette. Ich glaube, mit der Verpflegung habe ich alles richtig gemacht.

Die Nacht kam und die Euphorie stieg. Wir waren nun sicher, dass wir es schaffen konnten. In Waging am See war der letzte Stop. Nochmals 19 Minuten. Wir hielten in der Nähe des Feuerwehrfestes und nicht wenige der vorbeikommenden Besucher staunten nicht schlecht, als sie uns sahen.

Und dann kam der Endspurt. Wir mussten nun super gut aufpassen. Zum einen wegen des Verkehrs in der Nacht, zum anderen wegen der Navigation. Wir leisteten uns ein paar „Verfahrer“, die wir aber schnell bemerkten. Und dann passierte es: Mein Garmin stieg aus. Es war nicht die Stromversorgung – die hatte ich mittels einer Powerbank gewährleistet. Nein, die Speicherkarte war voll. Das Gerät hatte sich vollkommen aufgehängt und ließ sich nicht mehr starten. Somit war auch die Aufzeichnung verloren. Ich hätte heulen können… Aber: Das Ziel war nun nicht mehr weit und ich beschloss, mich von dem Verlust der Aufzeichnug über die längste Fahrt meines Lebens nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Wichtig ist ja schließlich das Erlebnis und nicht ein paar Einsen und Nullen auf einem Speichermedium.

Gegen Ende mussten wir nochmals ein paar längere Anstiege bezwingen und die Abfahrten in der dunklen Nacht waren auch nicht ohne, aber schließlich standen wir nach 22 Stunden Gesamtzeit am Königssee.

Der Initiator überreichte uns als Überraschung eine Medaille und wir tranken am völlig verlassenen Bootssteg direkt am Königssee ein Finisher-Bierchen. Es war kurz nach 1 Uhr. Wir hatten es geschafft! Die Stimmung und das Gefühl sind schwer zu beschreiben, das kann nur jemand nachvollziehen, der etwas ähnliches schon einmal geschafft hat. Jeder schnappte sich nun seinen Krempel und verzog sich ins Hotel – endlich duschen!

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle zum Frühstück. Es ging allen gut und die Laune war prächtig. Diane und die Kinder waren nun auch dabei. Sie hatten am Samstag einen schönen Urlaubstag verbracht und freuten sich auf den abschließenden Bootsausflug hinüber nach St. Bartholomä.

Ein würdiger Abschluss. 🙂

Die Daten, ohne GPS:

Und hier der Track, von einem Mitfahrer aufgezeichnet:

Fazit: Was soll ich als Fazit schreiben? Ok, vielen Dank fürs Fragen, ob ich mitfahre, vielen Dank an die Orga, an das Team, an den Fahrer des Begleitfahrzeuges, und überhaupt danke, danke, danke. Auch vielen Dank an meine liebe Familie, ihr seid die Besten!

Tja, und sonst? Ich habe es geschafft. 530 Kilometer sind kein Problem. Was kommt jetzt??? 😉

Pfingsten fährt man in Bimbach – irgendwie!

Seit 8 Jahren fahre ich, mit wenigen Ausnahmen, an Pfingsten in Bimbach. Der Rhön Radmarathon ist nicht ohne Grund eine meiner Lieblingsveranstaltungen. Und damit stehe ich nicht alleine. Die drei angebotenen Marathonstrecken sind inzwischen nach wenigen Stunden ausgebucht und an dem Wochenende machen über 4.000 Radfahrer jeglicher Leistungsklasse die Rhön auf einer der Strecken unsicher. Auch Diane fährt jedes Jahr gerne mit. Ihren Startplatz letztes Jahr musste sie wegen einer OP im Vorfeld sausen lassen, bekam ihn aber für dieses Jahr anstaltslos übertragen. Und somit war klar – sie fährt Marathon. Und ich? Ich habe die Extremstrecke schon mehrfach gefinished. Außerdem hatten wir keine „Babysitter“ für das Wochenende. Und noch dazu fahren die Kinder ja auch schon Rad. Da reifte die Idee in mir: Warum sollten wir nicht zu viert nach Bimbach fahren? Zelten ist dort kostenlos und es wäre bestimmt ein Riesenspaß für die Kinder (Premiere!). Und die Familientour würden sie bestimmt schaffen. Felix eh locker –  mit seinem neuen Rad, dass er am Samstag bekäme und Lisa am FollowMe auch.

Der Plan wurde vom Familienrat beschlossen und in die Tat umgesetzt. Erst zelebrierten wir samstags bei den Großeltern den 7. Geburtstag unseres Sohnes, der dabei sein neues Rad überreicht bekam.


SCOTT Scale RC JR 24 Disc Bike – leistet!

Dann brachen wir auf. Am Nachmittag waren wir in Bimbach und bauten unser Zelt auf. Der Campingplatz war schon gut gefüllt, schließlich reisten bereits freitags die ersten Camper an, da am Samstag schon die ersten RTF- und CTF-Touren gefahren wurden. Glücklicherweise fanden wir aber noch ein ebenes Plätzchen für uns.

Das Wetter war prächtig und auch die weiteren Aussichten waren gut. Nur frisch würde es nächtens werden. Der Zeltaufbau ging relativ zügig voran und nachdem wir uns wohnlich eingerichtet hatten, gingen wir unsere Startunterlagen holen.

Den Abend verbrachten wir im Festzelt, denn nach der Streckenpräsentation wurde die 2. Halbzeit des DFB-Pokal Endspiels übertragen. Die Freude über das Ergebnis war allerdings geteilt… 😉
Das war alles total aufregend für die Kleinen und wir hatten Bedenken, wie die Nacht wohl werden würde.

Auf alle Fälle kalt! Aber irgendwie bekamen doch alle ein paar Stunden Schlaf ab, bevor Diane um 7 Uhr zu ihrem Start rollte.

In letzter Minute entschied sie sich ob fehlenden Trainings gegen die Marathonstrecke und fuhr „nur“ die lange RTF-Strecke. Immerhin auch 115 Kilometer.

Wir ließen uns etwas mehr Zeit und starteten gegen 9.30 Uhr.

Zwanzig Kilometer warteten auf uns und ich war gespannt, wie wir uns schlagen würden. Lisa startete erst einmal tapfer alleine, bevor sie nach ungefähr 2 Kilometern entschied, an das FollowMe zu gehen.

Ab da ging es etwas zügiger voran. 😉

Felix war begeistert von seinem Rad und meisterte die Anstiege auf der einfachen Strecke souverän. Ein bisschen waren wir, also hauptsächlich die Kinder, die Attraktion auf der Strecke. Des Öfteren wurde sie von vorbeifahrenden Radlern angefeuert. 🙂

Nach gut einer Stunde und einer Strecke von 10 Kilometern hatten wir den ersten und einzigen Kontrollpunkt, idyllisch in Kämmerzell an der Fulda gelegen, erreicht.

Die Kinder fanden das toll – Kekse, Waffeln, Bananen, Gummibärchen und so viele Getränke wie man wollte – einfach sensationell. Nachdem wir noch das Wehr an der Fulda ausgiebig studiert hatten ging es weiter. Die letzten Kilometer zurück nach Fulda spürten den Schlag nicht.

Bereits nach 1,5 Stunden waren wir im Ziel. Dort warteten wir in der Hüpfburg bei einem Eis auf Diane.

Auch für eine kurze Partie Fußball mit Felix blieb noch Zeit, bevor wir nach Dianes Zieleinlauf unter Protest das Zelt abbauten und nach Hause fuhren.

Die Aktion war ein voller Erfolg und die Kinder freuen sich schon auf nächstes Jahr. Vielleicht dann schon auf der 40 Kilometer MTB-Strecke?
Unser Plan ging auf, und wir brachten die Kinder unserem tollen Sport wieder ein Stückchen näher.

Keep on Biking!

Einmal Niederwalddenkmal und zurück

Nicht mehr ganz drei Wochen und ich starte in die wahrscheinlich längste Radtour meines Lebens. Vor ein paar Wochen wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit einer Gruppe von anderen Radfahrern an den Königssee zu radeln. Von Aschaffenburg. An einem Tag. Quasi vom nördlichsten Zipfel Bayerns an den südlichsten – ein Bayerncross. Ich fühlte mich geehrt und versäumte es, nein zu sagen… 😉

Das wird ein harter Ritt, zumal jetzt kurz vor dem Event immer mehr der ursprünglichen Teilnehmer absagen. Aber gut. Dass ich 300 Kilometer schaffe weiß ich. Das sind dann ja gerade noch 200 Kilometer mehr (hört sich total bescheuert an, irgendwie). Ich habe ganz gut trainiert bisher, wir fahren in der Gruppe und wir haben ein Begleitfahrzeug für die Verpflegung unterwegs. Kann ja nicht viel schiefgehen, oder??? 😉

Apropos Gruppe – die anderen Teilnehmer lernte ich erst bei einer gemeinsamen Trainingsfahrt an den Rhein und zurück kennen. Was soll ich sagen, es hat alles gepasst und ich kann mir gut vorstellen, mit den Jungs die Strecke zu schaffen. Die Tour zum Niederwalddenkmal war auf alle Fälle super – Stimmung in der Gruppe und das Wetter waren einfach top!


Der Anstieg zum Niederwalddenkmal – 15% – puh!


Geschafft!


Eine tolle Aussicht hat man hier!


Überhaupt eine schöne Gegend – südliches Flair und irgendwie so ganz anders als bei uns. Auch die Autofahrer haben hier wohl ein sonniges Gemüt. 🙂


Zu Testzwecken hatte ich einen Lenkeraufsatz montiert – der ist zwar praktisch und schnell wenn man alleine fährt, aber für das Fahren in der Gruppe eher unpraktisch. Ergo habe ich ihn wieder auf mein anderes Trainingsrad montiert.

Den Rhein überquerten wir gleich zweimal mit einer Fähre – hätte auch gut das Meer sein können. 😉

Das waren gerade mal 50 % der Bayerncross-Strecke. Naja, der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Wir werden sehen…

Ausführlicher berichte ich dann nach dem, hoffentlich erfolgreichen, Event.

Keep on cycling!