Kurztrip Sexten – Tag 3

02.09.2017

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an den „Urlaubsmodus“ gewöhnen kann…
Auch für den dritten Tag waren die Wetteraussichten nicht so, wie wir sie uns gewünscht hatten. Das bedeutete, dass wir wieder in den unteren Stockwerken der Sextener Dolomiten fahren würden. Denn fahren wollten wir auf alle Fälle, so schlecht war das tatsächliche Wetter am Morgen nämlich gar nicht. Am Vorabend hatte ich eine weitere Alternativroute herausgesucht – es sollte eine Stichtour ins Innerfeldtal zur Dreischusterhütte werden: Auffahrt zur Hütte auf einer für PKW und Krad gesperrten Asphaltstraße, Einkehr zum Essen und Abfahrt auf einem Trail – das hörte sich gar nicht so schlecht an. 😉

Also schwangen wir uns nach dem Frühstück auf unsere Bikes und rollten auf dem Radweg das Tal hinab in Richtung Innichen.

Kurz hinter einem kleinen Stausee zweigte der Weg an einem Parkplatz für Wanderer nach links ins Innerfeldtal ab. Wir hoben uns den Wanderweg für die Abfahrt auf und pedalierten auf der Straße in Richtung Dreischusterhütte.

Die nicht allzu lange und eher flache Auffahrt auf der einsamen Straße gestaltete sich sehr kurzweilig. Nur wenige Wanderer waren unterwegs, keine Autos oder Motorräder störten uns beim Anstieg und der Pendelbus, der Wanderer ein Stück vom Parkplatz bergauf shuttelte, kam auch nicht oft vorbei.

So konnten wir uns ganz auf die Natur und die Umgebung konzentrieren. Immer wenn sich die tief hängenden Wolken etwas hoben gaben sie den Blick auf die immer höher werdenden Dolomiten-Türme frei. Ein sehr imposanter Anblick. Imposant waren auch die Geröllmassen, durch die sich erst vor kurzer Zeit Bagger gekämpft hatten. Starke Regenfälle in jüngster Vergangenheit müssen gewaltige Geröll- und Schlammlawinen ins Tal ausgelöst haben. Wie klein und unbedeutend ist doch der Mensch angesichts solcher Naturgewalten…

Immer wieder querte der 105er Wanderweg die Straße nach oben. Was wir sahen, sah schon mal gut aus und wir freuten uns auf den Downhill.

Kurz darauf erreichten wir unser heutiges Ziel, die Dreischusterhütte. Sie ist ein beliebtes Einkehrziel und markiert auch gleichzeitig das Ende der fahrbaren Strecke für Mountainbiker. Ab hier beginnt der „Naturpark Sextener Dolomiten“, dort ist eine Befahrung mit Zweirädern untersagt. Das störte uns aber nicht weiter, wir wollten nach der Einkehr eh wieder zurück.

Nach dem ausgezeichneten (und für eine Berghütte erstaunlich ausgefallenen) Essen starteten wir in die Abfahrt. Es tröpfelte ein wenig als wir aufsattelten. Doch der Niederschlag war nicht von Dauer und wir konnten die Abfahrt auf dem schönen Trail in vollen Zügen genießen. Dank des nicht so tollen Wetters waren auch auf diesem Weg nur wenige Wanderer unterwegs und die seltenen Begegnungen liefen allesamt sehr freundlich ab. „Trail-Toleranz“ heißt hier das Konzept und es funktionierte sehr gut. Der Weg bot viel Flow und nur wenige technische Schwierigkeiten, war also super flüssig zu fahren.

Der 105er spuckte uns am Anfang des Tals aus und wir fuhren auf dem Radweg zurück nach Sexten. Auch der dritte Tag war gelungen und wir hatten eine weitere schöne Tour fahren können.

Im Hotel begann ich sofort mit der Planung für den vierten und letzten Tag. Eigentlich wollten wir hinauf zum Helm und die berühmte Demuth-Passage fahren, aber für die Nacht war ein weiterer Temperatursturz und Schnee bis auf 2.000 Meter gemeldet. Recht zügig fand ich aber eine weitere Alternative, falls sich das mit dem Schnee bewahrheiten sollte…

Keep on Biking!

Kurztrip Sexten – Tag 2

01.09.2017

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen verhieß nichts Gutes. Regen und dicke, dunkle Wolken hingen über dem Tal. Dementsprechend gemütlich begannen wir den Tag. Beim üppigen Frühstücksbuffet ließ sich die Zeit ganz hervorragend überbrücken. Dabei checkte ich immer wieder das Regenradar. Mit viel Glück würde es um die Mittagsstunden eine Regenlücke geben. Da wir nun einmal zum Biken hier waren, wollten wir es wagen. Allerdings suchte ich eine kurze, nicht allzu schwierige Strecke für uns heraus. Das Ziel waren die Rotwandwiesen. Dort oben könnten wir je nach Situation und Wetter die Strecke etwas variieren. Und eine Einkehrmöglichkeit zum Aufwärmen sollte auch vorhanden sein.

Wir packten die Regenklamotten ein und starteten die zweite Urlaubstour. Tatsächlich regnete es zu Beginn nicht. Das Wasser kam lediglich von unten, und da wir erst einmal bergauf fahren mussten, hielt sich der Wassereinbruch in Grenzen.

Leider hielt sich auch das Panorama in Grenzen. Aber dort oben, wenn sich die Wolken kurz lichteten, konnten wir unser Ziel erahnen…


Suchbild: Wer entdeckt die Hütte?

Die Hütte unterhalb der Rotwandwiesen blinzelte ab und an durch den grauen Schleier hindurch, nur die Gipfel ließen sich überhaupt nicht blicken.

Nach einem kurzen Trail begann der eigentliche Anstieg – komplett auf Schotter.

Solche Schotteranstiege finde ich aber nicht schlimm. Im Gegenteil – bergauf bevorzuge ich sogar Schotter und Asphalt. Was ich hingegen als wesentlich schlimmer empfand war der einsetzende Regen und die fallenden Temperaturen. Wir beschlossen trotzdem weiter zu fahren und oben in der Hütte einzukehren.

Auf den gegenüber liegenden Gipfeln sah es auch nicht viel besser aus und wir waren froh an diesem Tag nicht so weit hinauf zu müssen.

Kurz vor der geplanten Einkehr überquerten wir die sogenannten Rotwandwiesen. Die wohl herrliche Aussicht mussten wir uns allerdings vorstellen. Egal – wir hatten es fast geschafft und freuten uns auf ein wärmendes Mittagessen.

Als wir die Rudi Hütte erreicht hatten, sah diese allerdings alles andere als einladend aus. Was aber nicht an der Hütte selbst lag, sondern viel mehr der Tatsache geschuldet war, dass wir den Ruhetag erwischt hatten…

Außer uns machten noch ein paar Wanderer lange Gesichter… Während wir unsere Notfallriegel auspackten und unsere wärmeren Klamotten für die Abfahrt anzogen machten sich die Wanderer unverrichteter Dinge wieder auf den Rückweg.

Und dann geschah etwas Verrücktes. Für einen ganz kurzen Moment lichteten sich die Wolken um uns herum und vielleicht in 150 Meter Luftlinie entfernt war eine zweite Hütte – nämlich die Rotwandwiesenhütte – zu sehen. Und dort brannte tatsächlich Licht! Der Weg zur Hütte war schnell gefunden und wir kehrten unverzüglich ein.

Pasta mit frischen Pfifferlingen und Apfelstrudel hoben unsere Laune erheblich. Draußen allerdings hatte es sich nun eingeregnet. Irgendwann mussten wir schließlich doch wieder raus und ins Tal abfahren. Erneut waren wir froh, für diesen Tag nur eine kurze Tour herausgesucht zu haben und nicht in den „oberen Stockwerken“ der Dolomiten unterwegs zu sein.

Die Abfahrt versüßte uns dann sogar noch ein netter Trail und es regnete auch deutlich weniger.

Durchnässt und ausgekühlt, aber auch durchaus zufrieden mit der Tour, standen wir am frühen Nachmittag wieder vor unserem Hotel. Gerne nahmen wir an diesem Tag den hauseigenen Wellnessbereich für einen wärmenden Saunagang in Anspruch bevor wir am Abend wieder dem ausgezeichneten Menü fröhnten. Und ein toller Rotwein lockerte die Muskulatur und wärmte zusätzlich von innen. Hach – kann Urlaub schön sein.

Memo an mich: Auch nach vielen Jahren in den Bergen mit dem MTB können einem Flüchtigkeitsfehler unterlaufen (oder gerade dann). Nächstes Mal, gerade bei so einer kurzen Tour, anvisierte Hütte auf Ruhetag checken und Alternativen bereithalten. UND: GPS ist zwar eine tolle Sache, aber eine richtige Karte als Backup sollte immer dabei sein – habe ich normalerweise auch.

Keep on Biking!

Kurztrip Sexten – Tag 1

31.08.2017

Einmal im Jahr müssen Diane und ich einfach zum Biken in die Alpen. Für richtige Alpenüberquerungen ist momentan die Zeit nicht vorhanden – die Kinder wollen einfach nicht so lange auf ihre Eltern verzichten… 😉
Umso mehr freue ich mich auf den ersten gemeinsamen Alpencross mit den Kindern. (Naja, das ist so eine Wunschvorstellung.)
Letztes Jahr fuhren wir schon eine 3-Tages-Tour in den Alpen und dieses Format hat sich als durchaus praktikabel erwiesen. Nach etwas Recherche fiel meine Wahl auf den Stoneman-Trail-Dolomiti. Diese Rundtour um Sexten lässt sich an einem, zwei oder auch an drei Tagen fahren. Das wäre die perfekte Runde gewesen. Unglücklicherweise kam die Schulter-OP meiner Frau dazwischen und somit Trainingsausfall ihrerseits und auch das Fahren mit schwerem Rucksack wäre nicht das Gelbe vom Ei gewesen. Die Region rund um Sexten interessierte uns trotzdem sehr und wir änderten einfach den Tourenmodus. Wir schwenkten um auf 3-4 1-Tagestouren und im schlimmsten Fall würde wir einfach wandern gehen. Den Termin legten wir auf das erste Septemberwochenende. Das hatte zum einen organisatorische Gründe, zum anderen hofften wir auf eine stabile Wetterlage und ein schönes Spätsommer-Wochenende. Für den Aufenthalt in Sexten buchte ich uns im Hotel Strobl ein – eine perfekte Wahl.

Zwei Wochen vor Reiseantritt waren die Wetterprognosen noch ganz gut, dann schwenkten die Vorhersagen um. Eine Kaltfront würde just an jenem Wochenende über die Alpen ziehen. Damit verbunden: Temperatursturz und Dauerregen, in höheren Lagen sogar Schnee… Nun gut, ich war ja Kummer mit dem Wetter heuer schon gewohnt…
Wir wollten auf jeden Fall in den Urlaub und das Beste daraus machen – und wenn wir nur wandern und „wellnessen“ würden – egal und Hauptsache fort.

Wir fuhren am frühen Donnerstagmorgen los, um den vermeintlich besten Tag noch nutzen zu können. Die Anreise verlief ohne Zwischenfälle und bereits kurz nach 13 Uhr waren wir in unserem Urlaubsdomizil angekommen. Wir checkten schnell ein, bezogen unser Zimmer, zogen uns um und starteten kurz vor 15.30 Uhr zu unserer ersten Tour.

Bestens gelaunt starteten wir in die MTB-Tour Highland Tour Coltrondo.
Für den kurzen Nachmittag war die Strecke ideal, nicht zu kurz und nicht zu lange und ein paar nette Trails sollten auch dabei sein. Perfekt!

Der Wettergott meinte es gut mit uns und wir genossen die ersten Meter durch Sexten in Richtung Nemes Alm. Schnell wurde der Weg steiler und wir ließen die gemütliche Ortschaft hinter uns. Dafür, dass Sexten so nah an den weltberühmten Drei Zinnen liegt und der Ort über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügt, war erstaunlich wenig dort los. Beschaulich beschreibt die Atmosphäre dort ganz gut – wir mochten es. Rasch gewannen wir an Höhe und bald verließen wir den Wald. Der Blick war nun frei auf die umliegenden Gipfel.

Besonders gerne an den Dolomiten mag ich die bizarren Felsformationen. Sie sind typisch für das Gebirge und suchen ihres Gleichen.

Kurz nach der Nemes Alm, die wir rechts liegen ließen erreichten wir den ersten kurzen Trail.

Von hier hatten wir auch einen Blick auf ein Stockwerk höher, wo die sogenannte Demuth-Passage verlief. Dieses Highlight hatte ich auch noch auf meiner To-do-Liste stehen. Vielleicht würde es ja an einem der folgenden Tage klappen.

Der erste Trail also führte uns ohne größere Schwierigkeiten, dafür aber mit viel Flow und Spaß, zur Coltrondo Alm. Auch hier kehrten wir nicht ein, obwohl uns eine Pause sicherlich gut getan hätte. Wir waren nun doch schon lange auf den Beinen. Aber es wurde langsam spät.

Nach einem Selfie mit dem Dach der Alm im Hintergrund fuhren wir weiter. Dann folgte der zweite Trail. Dieser war durchaus anspruchsvoll und forderte unsere Fahrtechnik.

Dianes Schulter machte sich bei dieser Abfahrt bemerkbar. So ganz in Ordnung war sie wohl noch nicht. Vor allem solche Belastungen quittierte sie mit mehr oder weniger heftigem Zwicken. Der dritte Trail war sehr wurzelig – für mich ein großer Spaß, für meine Frau weniger. Ab dann rollte es auf Schotter bergab. Ein paar kurze Gegenanstiege stellten sich uns noch in den Weg, bevor wir kurz vor Sexten einen letzten Trail mitnahmen.

Zufrieden kamen wir am Hotel an. Nach einer kurzen Dusche und Pause gingen wir zum Abendessen. Sehr leckere 4 Gänge + Salatbuffet rundeten diesen ersten Tag ab. Erschossen fielen wir dann ins Bett. Der 16-Stunden-Tag, die lange Autofahrt und die Tour forderten ihren Tribut.

Keep on Biking!

Wunderschönes Allgäu – „Trainingslager“ und Familienurlaub 2017


Das war heuer der dritte Familienurlaub im Allgäu in Folge und zum ersten Mal für 14 Tage. Wie in den beiden Jahren zuvor wählten wir die Region um Waltenhofen/Niedersonthofen für unser Feriendomizil. Des Öfteren fuhren wir bei unseren vorherigen Ausflügen am Ferienhof Nessler vorbei und auf unsere Anfragen im Frühjahr bekamen wir eine Ferienwohnung (Goldmelisse) zugesagt.


Das alte Bauernhaus – über 300 Jahre alt.


Der Neubau – wir hatten die Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse.


Traumhafte Aussicht von unserer Terrasse mit Blick auf den Badeteich und den Grünten im Hintergrund.


Bis auf die höchsten Gipfel des Oberallgäus reichte die Aussicht bei gutem Wetter.

Der Hof war ideal für uns. Die Kinder beschäftigten sich auf dem Hof, ritten auf dem Esel, fuhren auf dem Traktor mit oder spielten einfach mit den anderen Urlaubskindern während wir auf der Terrasse chillen konnten. So muss das sein! 🙂
Und mit ihrer freundlichen und offenen Art punkteten Antonia und Peter Nessler zusätzlich, was den Aufenthalt dort sehr schön und angenehm gestaltete.

Die Region bietet wirklich viel. Unser Hauptaugenmerk lag natürlich auf kindgerechten Ausflügen. Wetterbedingt legten wir zwei Schwimmbadtage ein. Einmal besuchten wir das Cambomare in Kempten, das andere Mal das Wonnemar in Sonthofen. Unser Favorit war ganz klar das Wonnemar.
Außer an zwei „Hoftagen“ und einem Tag am See unternahmen wir jeden Tag wirklich tolle Ausflüge und Wanderungen.

Wanderung zum Niedersonthofener Wasserfall

Direkt von der Haustür starteten wir die erste Wanderung. Ein Rundkurs vorbei am Niedersonthofener Wasserfall schien uns ideal zum Einlaufen.

Der sogenannte „Falltobelweg“ bot viel Abwechslung und war auch für unsere Kinder mit 4 und 6 Jahren gut geeignet.

Urlaubsfahrt Nr. 1

Zwei radsportliche Highlights stehen bei mir dieses Jahr noch an und aus diesem Grund hatte ich ein Rennrad im Gepäck. Zwei Wochen ohne Training konnte, bzw. wollte, ich mir dann doch nicht leisten. Der Deal war, dass ich nicht jeden Tag fahren würde und die Trainingszeiten familienkompatibel sein mussten…
Ich entschied mich für mein altes Cannondale, weil ich da nicht mehr so drauf aufpassen muss und der Transport auf dem Dachgepäckträger bei der ollen Kiste nicht so schlimm ist. Mein Stevens würde ich niemals außerhalb des Autos transportieren! 😉
Dienstags war es dann so weit – meine erste Tour stand auf der Tagesordnung. Mit komoot.de hatte ich ein paar Touren geplant, die ich im Urlaub fahren wollte. Für den Anfang wählte ich eine Runde mit ungefähr 50 Kilometern und ca. 800 Höhenmetern. Unsere Ferienwohnung lag in Mähris. Der Weiler befand sich ungefähr in der Hälfte des Anstiegs zwischen Niedersonthofen (ca. 720m) und Diepolz (ca. 1020m) auf 870 Meter. Allein diese Tatsache garantierte Höhenmeter für das Training – egal wie ich fahren würde – irgendwo ginge es immer rauf…
Gegen 16.30 Uhr startete ich also in Richtung Diepolz.

Das Wetter war super und das Radeln auf den verkehrsarmen Nebensträßchen machte richtig Spaß. Außer mir waren noch viele andere Rennradler unterwegs – das sprach für die Region als Rennrad-Top-Spot.

Was total angenehm auffiel waren die Radwege. Diese waren alle mit einem perfekten Asphalt versehen und so wich ich gerne auf diese Alternativen zur Straße aus. Alternativen deshalb, weil es sich bei den Radwegen um Kann- und nicht Muss-Radwege handelte. Das verwunderte mich doch sehr. Bei uns haben die Radwege dann doch oft eine üble Qualität und es besteht oft eine Nutzungspflicht…

In Maierhöfen staunte ich nicht schlecht, als ich diesen Panzer am Straßenrand geparkt vorfand. Ein Foto konnte ich mir da natürlich nicht verkneifen.

Um die Ecke standen noch mehr dieser imposanten Fahrzeuge herum. Der Grund dafür erschloss sich mir kurz darauf – im Schützenheim Maierhöfen fand ein Treffen der UN-Truppen statt…

Ich bin ja nur froh, dass solche Fahrzeuge in Deutschland nur selten zu sehen sind und nicht zum alltäglichen Straßenbild gehören.

Über hügelige und einsame Nebenstraßen gelangte ich, nicht ohne weitere Höhenmeter zu sammeln, nach Niedersonthofen. Dort wartete der Schlussanstieg hinauf nach Mähris auf mich – 150 Höhenmeter auf 1,6 Kilometer. Im Schnitt 9% Steigung, mit Spitzen bis zu 15% – ein echtes Schmankerl zum Dessert… 😉

Zufrieden und ausgepowert beendete ich die erste Ausfahrt und freute mich auf das Abendessen mit der Familie.

Skywalk Allgäu

Der Skywalk Allgäu – ein weiterer Ausflug für die ganze Familie.

Vor allem die Kinder kamen hier voll auf ihre Kosten. Ein Auzug aus der Internetseite:

Baumwipfelpfad:
Der Skywalk allgäu ist nach seinem modernen Baumwipfelpfad benannt. Und in der Tat: Auf bis zu 40 Meter Höhe haben Sie wirklich das Gefühl, durch den Himmel zu laufen. Die Hauptattraktion unseres Naturerlebnisparks ist in Bayern einzigartig: Eine 540 Meter lange Hängebrückenkonstruktion, die von Stahlmasten getragen wird, führt mitten durch den Wald und erschließt Ihnen die Welt aus der Vogelperspektive.
Die Aussichtsplattform auf unserem Baumwipfelpfad bietet einen atemberaubenden Panoramablick über das Allgäu, den Bodensee und die Alpen. Der Aufstieg ist über einen sanft ansteigenden Pfad mit Treppen und Podesten möglich. Oder Sie nehmen ganz einfach den Aufzug. Für ganz Mutige gibt es am Ende die Möglichkeit, über Wackelbrücken und eine Röhrenrutsche zum Boden zurückzukehren.
Naturerlebnispfad:
Der flache Pfad ist einfach zu gehen und daher auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet.
Naturerlebnispfad für Entdecker:
An unseren Aktionsstationen entdecken Sie den Wald als Abenteuer.
Barfußpfad:
Erspüren Sie natürliche Materialien wie Stein, Holz und Sand mit Ihren Füßen.
Abenteuerspielplatz:
Hier können sich die Kleinen so richtig austoben – und dabei viel frische Luft atmen.
Geschicklichkeitsparcour:
Hier sind Gleichgewichtssinn und Koordination gefragt!

Hier verbrachten wir nahezu den ganzen Tag und es kam keine Langeweile auf. Insbesondere die Wackelbrücken und die Röhrenrutsche am Ende waren der Knaller!

Nebelhorn

Ein besonderes Highlight für mich war der erneute Besuch auf dem Nebelhorn. Bereits vor zwei Jahren standen wir auf dem exponierten Gipfel mit dem fantastischen 400-Gipfel-Rundumblick. Damals fuhren wir mit der Gondel komplett hoch und runter. In diesem Jahr hatte ich mir für den Filius und mich den Aufstieg von der Seilbahnstation Höfatsblick über den Gratweg vorgenommen. Der Abstieg vom Gipfel zurück zu der Station wollten wir zu viert versuchen.
Bei bestem Wetter starteten wir in Oberstdorf bereits nach einer Stunde Wartezeit an der Talstation in unser Bergabenteuer. Einmal mussten wir umsteigen und schon hatten wir den Ausgangspunkt unserer persönlichen Erstbegehung erreicht.

Der Aufstieg war ein tolles Erlebnis und wir schafften die nicht ganz einfache Strecke in gut 45 Minuten. Bergauf war der Weg gut zu machen und ein fittes, sportliches und trittsicheres Kind kann den Weg leicht schaffen. Bergab wäre er allerdings ungleich schwerer. Wir legten eine kurze Stärkungspause ein und ich teilte einen meiner heiß begehrten Fahrradriegel… 😉

Am Gipfel angekommen trafen wir uns mit meiner Frau und dem Töchterchen und kehrten zusammen nach einer Runde auf dem neu angelegten „Nordwandsteig“ um den Gipfel herum im Restaurant ein.

Nachdem wir unser Essen erfolgreich vor den zutraulichen Dohlen verteidigt hatten begannen wir gemeinsam den Abstieg. Ein zusätzlicher Anreiz für die Kinder waren die Felder mit Altschnee. Schnee im Sommer? Sensationell! 🙂

Und auch wir Erwachsenen genossen den Abstieg auf dem schönen, alpinen Pfad. Unsere erste richtige Bergtour zu viert. Yeah!

Ins Tal fuhren wir dann wieder mit der Seilbahn. Nun waren die Wartezeiten auch etwas erträglicher…

Urlaubsfahrt Nr. 2 – die Riedbergpass-Runde

Der folgende Tag war ein Ruhetag – zumindest für den Rest der Familie. Die Kinder und meine Frau legten einen Badetag am Niedersonthofener See ein und ich wollte meine Toprunde unter die Pneus nehmen. Die Bedingungen waren ideal und ich startete früh, um am Mittag zur Familie am See stoßen zu können.

Sacksteil – so hatte ich den Riedbergpass noch vom Tannheimer Radmarathon im letzten Jahr in Erinnerung.

Und auch dieses Jahr tat der Anstieg von Obermaiselstein so richtig weh. Insgeheim war ich froh, dass ich mein olles Rad mit 3-fach Kurbel dabei hatte und dachte mit Schaudern an die 15%-Rampe zu beginn des Arlberg Giro in ein paar Wochen…

Über diese Ampel war ich dann ziemlich froh. Kurz vor der Passhöhe befand sich eine längere Baustelle und so konnte/musste ich kurz verschnaufen. Egal – schneller als letztes Jahr würde ich eh nicht sein und ich genoss die kurze Pause. Umso erstaunter war ich dann zu Hause als mir Strava sagte, dass ich abschnittsweise doch schneller war…

Die nächste Pause an der Passhöhe, bevor es nach Balderschwang hinab ging.

Diese Abfahrt liegt mir ganz gut, da man weit einsehen kann und es nicht so viele Kurven gibt. Ich konnte sogar einen LKW überholen! Gut – es war ein voll beladener Schotterlaster der wohl extrem vorsichtig auf der abschüssigen Straße unterwegs war… 😉

Für ein Sightseeing in Oberstaufen reichte die Zeit leider nicht und durch den Bregenzer Wald eilte ich Richtung Niedersonthofen zurück.

Ein weiteres Mal freute ich mich über die perfekten Radwege – sogar die Singletrails waren für Rennräder optimiert… 😉

Nach nicht ganz 5 Stunden kam ich am Niedersonthofener See an und sprang zur Erfrischung nach der doch recht heißen Tour in die erfrischenden Fluten des Badesees. Danach stand chillen mit der Familie am See auf der Tagesordnung. Ein weiterer perfekter Tag! 🙂

Rahmenprogram


Lisa liebte es – das Rahmenprogramm auf dem Ferienhof Nessler: Esselreiten und Traktorfahren im täglichen Wechsel. 🙂

Kurze Wanderung auf dem Mittagberg

Die nächste Wanderung fiel etwas kürzer aus – mit dem Sessellift in Immenstadt gondelten wir auf den Mittagberg und wanderten zum Gipfelkreuz. Schlechtes Wetter und mangelnde Ausrüstung am heutigen Tag zwangen uns zur schnellen Umkehr. Dafür dehnten wir den Besuch in der Alpe auf der Mittelstation etwas aus. Das war auch mal nett.

Urlaubsfahrt Nr. 3 – Kempten express

Keine Fotos, zügiges Tempo. Auch hier begeisterte mich das Allgäu mit seinen kleinen Sträßchen. Der Track von komoot leitete mich sicher durch Kempten und die ganze Streckenführung war top und abwechslungsreich.

Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt auf dem Hof.

Sturmannshöhle Obermaiselstein

Im Allgäu geht es nicht nur hoch hinaus, sondern auf tief hinab – zum Beispiel in der Sturmannshöhle in Obermaiselstein.

Über 180 Stufen gelangt man 300 Meter tief in den Berg hinein – sehr spannend!

Skyline Park

Der nächste Familienausflug führte uns in den Skyline Park. Für diesen Ausflug planten wir den ganzen Tag ein, und so viel Zeit braucht man für die Vielzahl der Fahrgeschäfte auch. Da wir noch in der „Vor-Saison“ unterwegs waren, blieben die Wartezeiten erträglich. Ein weiterer Pluspunkt: Viele der Attraktionen waren für unsere Kinder (4 u. 6) nutzbar. Das garantierte uns allen viel Spaß!

Urlaubsfahrt Nr. 4 – Fahren bis die Speiche bricht

Diese Runde führte mich ich eine neue Ecke, an den Fuß des Grünten. Leider ereilte mich direkt am Rottachsee eine Panne. Ich stieg vom Rad um ein Foto zu machen und dabei stellte ich fest, dass sich das Hinterrad nicht mehr drehte. Die linke Felge „klebte“ am Bremsbelag. Ich überprüfte die Bremse, konnte aber keinen Defekt feststellen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass eine Felge gebrochen war. So konnte ich nicht weiterfahren…
Ich rief meine Frau an, die mich abholen kam.
Während der Wartezeit organisierte ich gleich die Reparatur, und ich gab um 14 Uhr in Fischen bei Radsport Voggel das Laufrad ab. Der Mechaniker dort wollte sehen, was er für mich tun könne. Um 18 Uhr holte ich mein Laufrad mit einer neuen Speiche ab. Gerade mal 10 Euro wurden dafür berechnet! Vielen Dank für die schnelle und kompetente Hilfe – so konnte ich noch zwei weitere Touren im Urlaub fahren.

Breitachklamm

Während sich mein Laufrad zur Reparatur befand, besuchten wir die spektakuläre Breitachklamm.

Urlaubsfahrt Nr. 5 – Neue Speiche, neues Glück!

Dank der zügigen Reparatur konnte ich bereits am nächsten Tag die Umrundung des Rottachsees vollenden.

Fellhorn

Einen großen Ausflug machten wir noch. Das Fellhorn hatten wir in den bisherigen Urlauben ausgelassen und ich hatte fest vor, dort dieses Jahr zu wandern. Obwohl das Wetter nicht ganz so toll war, machten wir uns auf, diesen Gipfel heuer noch abzuhaken. Touristisch gut erschlossen gab es dort oben mehrere Möglichkeiten für eine tolle Familienwanderung.


Zunächst fuhren wir mit der größten Seilbahnkabine Deutschlands bis zur Bergstation.


Von dort erklommen wir über 288 Stufen den Gipfel des Fellhorns.


Zwischendurch gaben die Wolken immer wieder mal einen schönen Blick auf die Täler frei.

An die vielen Stationen auf dem Weg in Richtung Kanzelwand lernten die Kinder viel über die Bergwelt.

Allerdings wanderten wir dann doch nicht bis zur Kanzelwand. Die Tour wäre dann doch etwas zu ambitioniert gewesen und da das Wetter auch nicht so mitspielte bogen wir auf halben Weg in Richtung Mittelstation ab. Unterwegs legten wir noch eine kurze Pause in der Oberen Alpe Bierenwang ein und stärkten uns mit Milch, Kuchen und Kaffee.

Nach einer Spielpause an der Mittelstation fuhren wir schließlich mit der Seilbahn wieder ins Tal hinab.

Urlaubsfahrt Nr. 6

Am letzten Tag wollten die Kinder nachmittags in das Bergbauernmuseum in Diepolz, aber starker Regen hielt uns davon ab. Stattdessen besuchten wir das Wonnemar in Sonthofen. Bis spät in den Abend blieben wir dort und genossen die letzten Urlaubsstunden.
Vormittags drehte ich folglich auch die letzte Urlaubsrunde und verabschiedete mich vorerst von der tollen Landschaft, den steilen Rampen, den grünen Hügeln und den kleinen Sträßchen und Radwegen.

Servus Allgäu – vielleicht bis zum nächsten Jahr! 🙂

Pfingsten fährt man in Bimbach! Mal wieder.

Das Motto ist klar – „Pfingsten fährt man Bimbach!“ – und wenn nichts dazwischen kommt halte ich mich daran. Inzwischen muss man echt schnell sein, um einen der bergehrten Marathonstartplätze zu ergattern. Schon wenige Stunden nach der Freischaltung der Anmeldung sind die Plätze nämlich weg. So saß ich, quasi mit dem Finger am Abzug (bzw. auf der rechten Maustaste), am PC und sicherte Diane und mir zwei Plätze. Diane wollte auf die 180er-Schleife und ich wollte mich an der „Extrem“-Variante mit 258 Kilometer und 4.700 Höhenmetern versuchen.
Leider fiel Diane wegen einer Schulter-OP im Vorfeld aus, aber es war klar, das ich fahren würde. Kurz überlegte sie noch im Vorfeld, eine der kurzen Strecken zu fahren, aber ein Test zeigte schnell, dass sie noch nicht so weit ist. Mit nach Bimbach wollte sie aber doch, eventuell etwas wandern in der Rhön.
Die Jahre vorher residierten wir in Bad Salzschlirf. Heuer wollten wir bei gutem Wetter eventuell in Bimbach zelten. Ich war mir nicht sicher, ob das ein guter Plan war – immerhin lagen meine letzten Zelt-Aktionen schon ein paar Jährchen zurück und fanden immer im Rahmen ziemlich ausschweifender Festival-Besuche statt… 😉
Die andere Möglichkeit wäre gewesen, zu Hause zu schlafen, um 3 Uhr aufstehen, um 3.30 Uhr losfahren, 5.30 Uhr Startunterlagen hohlen und pünktlich um 6 Uhr zu starten.
Wir entschieden uns wegen mangelnder Zeltpraxis und dem nicht ganz so optimalem Wetter (Samstagabend und -nacht Unwetter in Großenlüder) für die Heimschläfer-Variante. Ein gute Entscheidung.
Überhaupt das Wetter – das war so eine Sache. Ich fuhr den Marathon schon bei fast 40°C, aber auch bei einstelligen Temperaturen und Regen. Was würde mich dieses Jahr erwarten?
Die Vorhersagen waren nicht so gut. Regen, auch etwas stärker, zumindest bis 9, 10 Uhr. So regnete es auch, als wir kurz nach halb vier ins Auto stiegen und in Richtung Rhön aufbrachen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Regen wurde nicht weniger, aber ich habe in den letzten 10 Jahren gelernt, dass man nicht aus Zucker ist und das Regen nur Wasser ist. Also holte ich wie geplant meine Startnummer, pinnte sie an mein Trikot, steckte die Stempelkarte ins Trikot und stellte mich um kurz vor 6 Uhr an den Start – und in den Regen. Zum Glück war es nicht so kalt. Mein Garmin zeigte  15°C an. Am Start war deutlich weniger los als die Jahre vorher.

Verhalten fuhr das kleine Feld hinter dem Startauto her. Die Straßen standen teilweise unter Wasser und die Sicht war wegen des Wassers auf der Brille auch nicht besonders gut. Da es allen so ging, war das Tempo zu beginn nicht gleich so hoch. Dennoch stand ein 30er Schnitt auf meinem Tacho, als ich zum ersten Verpflegungs- und Kontrollpunkt in Welkers kam. Ich hatte eine gute Gruppe erwischt und bis dahin stellten sich uns auch nicht viele Höhenmeter in den Weg. In Welkers zog ich dann mal die völlig durchnässten Handschuhe von den welken Fingern und flößte mir einen heißen Tee ein. Das tat gut. Natürlich war die Gruppe nach der Pause zerfallen. Das war aber egal, da es jetzt eh in die „Berge“ ging. Dabei stellte ich wieder einmal fest, dass der barometrische Höhenmeter von meinem Garmin bei Regen völlig versagte. Scheinbar funktioniert die Membran nicht, wenn sich Wasser darauf befindet. Beim 510er ist das kein Problem. So was kann mich ja nerven, vor allem, weil ich dann nicht weiß, was im weiteren Verlauf noch an Höhenmetern auf mich zukommen wird. Aber ich blendet das technische Problem aus. Kurz nach Welkers kam schon der erste Scharfrichter der Extrem-Runde: Die 18%-Rampe auf die Ebersburg. Wetter und 3-4 Kilo zu viel auf den Rippen verhinderten eine neue persönliche Bestzeit auf dem Strava-Segment. Dank des Rückenwindes war die Zeit aber doch nicht so schlecht und ich überholte ein paar andere Marathonisti.

Bei der darauf folgenden echten ersten Abfahrt war schnell klar, das wird heute nichts mit einer sehr guten Zeit. Bei diesen Bedingungen würde ich es nicht schaffen, unter 10 Stunden zu bleiben, was eigentlich mein Plan war.

Von Poppenhausen ging es nun hinauf zur Wasserkuppe. Da ich nun eh nicht mehr auf „Bestzeit“ fuhr, konnte ich einem anderen Radler helfen, der am Straßenrand stand und bisher wohl erfolglos die passierenden Teilnehmer nach einer Luftpumpe fragte. Seltsam, niemand vor mir hielt an. Komisch, hatte da wirklich keiner eine Pumpe dabei? Oder fuhren sie alle auf „Sieg“ und konnten sich die paar Minuten zusätzlich nicht leisten? Oder war doch der Regen und die frischen Temperaturen Schuld? Mir tat der Kerl leid und ich hielt an. Mit meiner Kombipumpe (Kartusche/Pumpe) war die Panne bald behoben und ich setzte meine Fahrt fort. Der Andere bestimmt auch gleich, nachdem er das Rad wieder eingebaut hatte. So lange wollte ich dann aber doch nicht warten. Kurz darauf kam mir der Pannenservice der Organisatoren entgegen. Der Plattfuß wäre auch so sicherlich schnell behoben worden…

Auf dem Weg zur Wasserkuppe wurde mir endlich wieder warm. Der Regen hielt aber an. Dazu kam nun noch Nebel und ein relativ starker Wind. Na toll.

Trotz der widrigen Bedingungen verrichteten die Fotografen von rtf-fotos.de tapfer ihren Job. Ein großes Lob dafür an dieser Stelle.

Nach der zittrigen Abfahrt nach Wüstensachsen folgte die nächste längere Auffahrt. Und zwar auf die Hohe Rhön. Ein wirklich schöner Streckenabschnitt – bei schönem Wetter. Heute fegten Wind und Regen über die Hochebene und verhinderten so größeren Fahrspaß. Der wollte auch nicht bei der Abfahrt nach Bischofsheim aufkommen. Wasser, Schotter, Äste und ähnlicher Unrat von Regen und Starkwind auf die Straße verbracht bereiteten mir Krämpfe in den Händen. Bei diesen Bedingungen konnte ich es einfach nicht laufen lassen. Anderen schien das weniger auszumachen und sie überholten mich in einem Affenzahn. Irgendwann war ich endlich unten in Bischofsheim. Hier wartete der zweite Kontrollpunkt auf uns. Die Verpflegung hier war, wie bei allen anderen Verpflegungsstellen, vorbildlich. Ich war mit Diane verabredet, die schon länger als geplant auf mich wartete – ich hing bereits hinter meinem Zeitplan. Eigentlich war ab 9 Uhr Wetterbesserung vorhergesagt und ich wollte eventuell meine Regenjacke, langen Handschuhe und Überschuhe abgeben. Das Wetter besserte sich etwas, aber ich wollte meine Kleidung noch nicht abgeben. Die Pause fiel länger aus als geplant – zu verlockend war die Kuchentheke. Dazu wurde noch Kaffee gereicht – perfekt! Schließlich setzte ich mich wieder auf das Rad und fuhr weiter. Mit meiner Frau verabredete ich mich für den nächsten Kontrollpunkt, vielleicht würde ich mich ja dann meiner dann hoffentlich überflüssigen Regenbekleidung entledigen können.

Der Regen ließ nun nach, dafür frischte der Wind weiter auf. Gefühlt hatte ich ab jetzt nur noch Gegenwind. Mit etwas Glück und Anstrengung konnte ich zu einer kleinen Gruppe auffahren, die ganz gut Druck machte und ich konnte im Windschatten bis zum nächsten Anstieg – wieder auf die Hochrhönstraße – bleiben. War schon der Anstieg windig musste ich auf dem kurzen Flachstück und der Abfahrt nach Fladungen höchste Konzentration wallten lassen und den Lenker gut festhalten. Auch andere Mitfahrer fluchten ob der miserablen Bedingungen.

Endlich erreichte ich die Kontrolle in Fladungen. Diane wartete schon auf mich. Ich freute mich sehr, sie zu sehen. Das gab mir wieder etwas Zuversicht. Vor allem weil sie sagte, dass in keinem Gesicht der hier Ankommenden so etwas wie Spaß oder Freude zu sehen war. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich holte mir meinem Stempel und stopfte auf dem Weg dorthin alles in mich rein, was ich in die Hände bekam. Besonders genial: Ein Becher heiße Brühe! Warme Elektrolyte – super! Auf den Teller Nudeln mit Soße verzichtete ich wie immer – das dauert mir zu lange und bei so einer Strapaze mag ich zwischendurch kein richtiges Essen.

Der nächste Treffpunkt wurde für den nächsten Kontrollpunkt verabredet. In Kaltenlengsfeld wurde ich endlich meine Regenklamotten los. Das Wetter wurde nun richtig schön. Nur der leidige Wind blieb. 160 Kilometer hatte ich bereits in den Beinen. Es sollten noch 100 folgen. Gut, noch 4 Stunden kämpfen, dann wäre auch dieser Rhön Radmarathon geschafft.

Ich beschloss, es locker anzugehen. Eine neue Bestzeit würde ich eh nicht mehr schaffen, zumal die Streckenführung für mich auch neu war. Bei Frankenheim überschritten wir, die Marathonisti, ein letztes mal die 800-Meter-Höhenmarke. Doch auch die weniger hohen Hügel gegen Ende der Strecke taten noch einmal so richtig weh. Zweimal machte ich noch eine kurze Pause, an den Kontrollpunkten in Morles und in Magretenhaun. Die Standzeit fiel nun kürzer aus, da ich Diane erst wieder im Ziel treffen würde. Sie wollte noch etwas von dem Tag haben und ging auf der Wasserkuppe spazieren.
Bis kurz vor Fulda kämpfte ich alleine, ab da fand sich wieder eine kleine Gruppe mit einem starken Fahrer an der Spitze zusammen. Er brachte noch richtig Kraft aufs Pedal und ich konnte mich gerade noch so im Windschatten halten. Endlich kam die letzte Abfahrt in Bimbach und die letzten Höhenmeter ins Ziel.
Geschafft! 🙂

Kurz vor 17.30 rollte ich durch den roten Zielbogen. Diane wartete schon auf mich. Ich lag gut 1,5h hinter meiner heimlich angepeilten Zeit aber angesichts der widrigen Umstände war ich mit dem Ergebnis dann doch ganz zufrieden.

Während der Regeneration bei Bratwurst und alkoholfreiem Weizenbier trafen wir noch zwei aus dem Wellness & Bike – Team, die erfolgreich die Basic-Runde absolviert hatten. Nach einem Plausch und weiteren Erfrischungsgetränken fuhr mich meine liebe Frau nach Hause. Danke dafür und den Support auf der Strecke. Irgendwann revanchiere ich mich. 😉

Fazit: Bimbach ist super und sicher eine der am Besten organisierten Radmarathon-Veranstaltungen bei denen ich bisher mitfuhr. Es ist mir jedes Mal wieder eine besondere Freude.
Die Bedingungen waren dieses Jahr sehr hart und ich war sicher nicht ganz so fit wie bei meinen zwei letzten Teilnahmen. Dafür schleppte ich 3-4 Kilo mehr als sonst mit mir herum. Aber gut, so ist es nun mal. 😉
Bruttozeit: 11h21min
Nettozeit: 10h12min
Da ist noch Luft nach oben. 2018 muss ich aus terminlichen Gründen pausieren, vielleicht gehe ich 2019 eine Zeitverbesserung an…

Etwas beruhigter gehe ich nun mein großes Ziel für heuer an: Die erfolgreiche Teilnahme bei Rhön 300. Für diese Strecke besteht ein zeitliches Limit von 13 Stunden – das will ich schaffen!

Keep on cycling!