Die beste Tour meines Lebens

Von dieser Tour träumte ich schon seit Mai 2011. Aber was ist das Besondere an einem Spessartcross über zwei Tage? Auf Wegen die ich schon x-mal gefahren bin? Mit Tagesetappen zwischen 25-30 Kilometern und 650 Höhenmeter? Nun, das ist eigentlich ganz einfach: Die Begleitung!

Die Idee zu dieser Tour reifte, wie schon gesagt, etwas länger in mir – eine Zweitagestour im Spessart mit meinem Sohn. Mit Übernachtung. Endlich war die Zeit reif dafür. Glücklicherweise fährt Felix mit Begeisterung Mountainbike und er war gleich Feuer und Flamme für die Idee, als ich ihm Anfang des Jahres davon erzählte. Ich legte den Zeitraum auf die Pfingstferien, da er da sein neues Rad zum Geburtstag bekommen hätte.
Ich macht mich an die Streckenplanung. Für die Übernachtung bot sich der „Oberschnorrhof“ an. Günstig, ideal gelegen und sehr leckeres Essen – perfekt für unsere Unternehmung. Ich buchte ein Doppelzimmer mit Frühstück.
Im Vorfeld fuhr ich mit Felix einige Touren zum Testen und Austesten. Sogar mit seinem alten 20″ Rad fuhr er schon ordentliche Strecken und Trails. Mit seinem neuen 24″ Rad machte er noch einmal einen Entwicklungssprung. Die zwei Etappen, die ich geplant hatte, sollte er locker schaffen können – und ich hatte viel Zeit und Zwischenstopps eingeplant.

Endlich war es soweit. Am Donnerstag, den 31.05.2018, fuhren wir nach dem Mittagessen bei uns in Haibach los. Unser gesamtes Gepäck befand sich in meinem Alpencross-Rucksack – plus Proviant. An meinem Hardtail hatte ich zwei Trinkflaschen. Felix hatte eine Flasche an seinem Rad und seine zweite befand sich in einer Außentasche meines Rucksackes.
Die Route führt uns gleich hinauf zum Pfaffenberg – ein ganz ordentlicher Berg. Felix hat ihn aber schon einmal bezwungen und so war die Plackerei nichts besonderes.

Die „Hohe Wart“ ließen wir links liegen und surften auf dem HG-Weg in Richtung Volkersbrunn.
Auf dem Parkplatz des Volkersbrunner Sportplatzes legten wir in einer Vesperhütte die erste Riegelpause ein. Felix liebt Müsliriegel und manchmal habe ich den Verdacht, er fährt nur Rad, um ein Paar Riegel essen zu können. 😉
Auf dem Parkplatz trafen wir auch einen Vereinskollegen, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Er war mit Familie zu Fuß unterwegs, und sein Nachwuchs ist noch ein paar Jährchen von der ersten Radtour entfernt…

An der Kapelle „Herrin der Berge“ legten wir kurz darauf eine zweite Pause ein und studierten die Karte. Mir ist es wichtig, dass Felix Karten lesen kann. Ich glaube es ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass man sich anhand einer Landkarte zurecht finden kann. Durch das Kartenstudium nimmt man meiner Meinung nach die Umgebung viel besser war.

Dann ging es weiter. Auf der Abfahrt mussten wir ein paar Pausen einlegen und die vom Bremsen schmerzenden Hände ausschütteln. Trotz der hydraulischen Scheibenbremsen müssen sich die Kinderhände erst an diese Belastung gewöhnen. Aber mit den ollen Felgenbremsen wäre es eine richtige Tortur geworden.
Im Tal legten wir in Heimbuchenthal eine Spielplatzpause ein. Dort füllte ich auch unsere Trinkflaschen auf.

Am Wegesrand entdeckten wir interessante Dinge – wie zum Beispiel diesen Stein oberhalb von Heimbuchenthal. Leider konnte ich im Internet keine Information darüber finden.

Dieser Trail – der „Rote Balken“ in Richtung Krausenbach war das fahrtechnische Highlight des ersten Tages. Bis auf ein, zwei Stellen fuhr Felix die komplette Abfahrt. Natürlich mussten auch hier zwischendurch die Hände ausgeschüttelt werden.

Richtig hart wurde es noch einmal zum Ende hin. Unser Ziel wollte umkämpft werden und der letzte, sehr steile, Anstieg verlangte uns nochmals alle Kräfte ab. Dazu kamen Temperaturen um die 33°C – puh.

Schließlich wurden wir für die Strapazen mit einem herrlichen Panoramaweg zum Hotel belohnt.

Eine weitere Belohnung war das Eis, das wir unmittelbar nach unserer Ankunft verschlangen.

Felix war total stolz und gestand mir, das er nie geglaubt hätte, dass er die Tour schaffen würde. Umso erleichterter war er, als wir das Hotel erreicht hatten und unser Zimmer bezogen hatten.

Im Bett Fernsehen und chillen, sicherlich eines der Top-Highlights der Tour! 😉

Danach gingen wir zum Essen und verdrückten Schnitzel in verschiedenen Variationen. Und natürlich teilten wir uns einen Eisbecher zum Nachtisch – denn Eis geht ja bekanntlich immer!

Wir schauten dann noch KiKa bis zum Sendeschluss und sahen uns danach noch ein paar Bike-Videos auf Youtube an, bevor wir in den verdienten Schlaf hinüber dämmerten.

Frisch ausgeruht starteten wir nach einer erstaunlich erholsamen Nacht in den zweiten Tag.

Nach einem leckeren Frühstück und einer Partie Tischtennis machten wir uns auf den Weg.

Diesmal fuhren wir den Panoramaweg in die andere Richtung – mit Miltenberg als Ziel.

Bis Wildensee war das nun auch für mich Neuland, doch das Navi führte uns sicher durch die unbekannte Region.

Auch hier gab es schöne Trails und richtig spannend (und auch etwas unheimlich) wurde es, als sich zwei Harvester in Sichtweite (aber doch in sicherer Entfernung) durch den Wald arbeiteten.

In Wildensee legten wir die erste größere Pause ein. Auch hier lud ein Spielplatz zum Verweilen ein. Felix hatte vor Aufregung nicht viel gefrühstückt und so musste der erste Riegel dran glauben.

Nach ein paar weiteren Kilo- und Höhenmetern erreichten wir das Gräbele – Bestandteil der Co1.

Wir fuhren den ersten Abschnitt des Trails und Felix war restlos begeistert. „Das ich sowas fahren kann! Das war der beste Trail meines Lebens!“ Hach, ist das Leben schön und aufregend, wenn man noch so jung ist. Aber er hatte schon recht, der Trail war wirklich super.

Nach den vernichteten Höhenmetern kämpften wir uns wieder bergauf und wechselten auf dem Bergkamm auf den Eselsweg, dem wir nun bis Großheubach folgen würden.

Auch hier gab es super Trailabschnitte mit viel Flow, die uns richtig Spaß machten.

Etwas abseits erkundeten wir noch den Hunnenstein oder auch Heunenschüssel, eine historische heidnische Kultstätte. In den mehrere Meter hohen Sandstein-Felsblock sind kreisrunde Vertiefungen grob eingehauen.

Nun begann der epische, und zum Ende hin immer steiler werdende Downhill zum Kloster. Es brauchte viele „Händeschüttelpausen“, bis wir am Kloster Engelberg angekommen waren. Aber es war geil!

Wir kehrten in der Klosterschänke ein und sammelten neue Kräfte für die restliche Abfahrt nach Miltenberg.

Ein super Trail brachte uns dem großen Ziel immer näher – wow, war das eine Abfahrt!

Schließlich erreichten wir den Bahnhof und nach kurzer Wartezeit stiegen wir in den Zug nach Aschaffenburg.

Vom Südbahnhof mussten wir allerdings noch den letzten Anstieg nach Haibach bewältigen, doch auch der stellte keine große Herausforderung mehr dar. Und dann:

Das Finisher-Eis in der Eiskugel! 🙂

Irgendwann am zweiten Tag meinte ich unterwegs zu meinem Sohn, dass das die beste Radtour meines Lebens sei. Er platzt fast vor Stolz und Glück und erwiderte: „Und du hast schon echt viele Touren gemacht!“.

So eine Tour ist wohl der Traum eines jeden bikenden Papas und ich bin sehr froh und dankbar, dass die Tour so möglich war und alles so gut geklappt hat. Natürlich waren auch die Touren mit meiner Frau, meiner Tochter, meinem Bruder, meinem Neffen und allen meinen Bekannten toll – aber diese hier war besonders und wird mir ewig in Erinnerung bleiben.
Sie könnte allerdings getoppt werden, wenn Lisa alt genug ist und wir zu dritt so eine Tour fahren. Bzw. zu viert, da Diane dann sicher auch dabei sein wird. Und dann kommt irgendwann der erste Alpencross… Hach, man wird doch wohl noch träumen dürfen. 😉

Keep on Biking!

Birkenhainer Straße 2018

Ganze neun Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal die Birkenhainer Straße gefahren bin. Und es war auch das letzte Mal. Nur auf ein paar Teilstücken war ich in den letzten Jahren unterwegs. Es wurde also Zeit, die Birkenhainer erneut unter die Stollen zu nehmen. Und da ich momentan sowieso Kilometer sammeln muss, erfolgte die Anfahrt zum Start und der Heimweg von Gemünden aus selbstverständlich mit dem Rad. Komoot sagte 150 Kilometer und 2.500 Höhenmeter – eine machbare Aufgabe, zumal ich den ganzen Tag Zeit hatte.

Der Wecker klingelte früh und kurz vor halb sieben startete ich von der Haustüre weg. Am Neuwirtshaus in Hanau wollte ich in die Birkenhainer einsteigen. Bis dahin fuhr ich flach auf bekannten Wegen.

Der erste Trail begann gleich hinter dem Heißackerhof bei Kleinostheim und machte Lust auf mehr.

Ich liebe ja die Stimmung und das Licht am frühen Morgen – da weiß man, warum man so früh aufsteht.

Der Start der Strecke war schnell gefunden und die ersten Höhenmeter standen an. Wie vor neun Jahren dachte ich mir, dass das die falsche Richtung ist. Ein langer, toller Trail führt bergan und in der anderen Richtung würde er richtig Spaß machen. Aber so kämpfte ich mich in Richtung Kahlgrund vorwärts.

Nach zwei Stunden Fahrzeit und dem ellenlangen Trailuphill war dann auch die erste Pause fällig. Ich genoss die Morgensonne und gönnte mir einen Riegel. Zum Essen hatte ich genug dabei, ich wollte mich eigentlich nur aus dem Rucksack verpflegen. Zwei Trinkflaschen und eine Trinkblase mit 1,5l sollten die Versorgung mit Flüssigkeit gewährleisten.

Im Kahlgrund dann der erste Flowtrail bergab – yeah! Generell muss ich zur Birkenhainer allerdings sagen, dass Trails doch eher die Ausnahme sind und man mit einem schnellen Hardtail ausreichend ausgestattet ist.

Ebenfalls im Kahlgrund muss man den Franzosenkopf erklimmen. Den Anstieg hatte ich noch in Erinnerung und mein Gedächtnis trügte mich nicht. Der Anstieg war super anstrengend und oben angelangt musste ich eine kurze Pause einlegen – ich merkte die Rennradrunde vom Vortag doch recht deutlich in den Beinen. Aber gut, ich musste heute ja keine Bestleistungen vollbringen und ich hatte viel Zeit.

Am „Dr. Karl Kihn – Platz“ schob ich den nächsten Riegel nach. Es lief wieder ganz gut und ich war zuversichtlich, die Tour wie geplant zu schaffen.

Am Wiesbüttsee verließ ich die Route kurz, um einen Abstecher zum Wiesbüttmoor zu machen. Außerdem sparte ich mich so den fiesen Stich nach dem See auf der Birkenhainer.


Eigentlich wollte ich die Bayrische Schanz rechts liegen lassen, aber wie es der Zufall so wollte bemerkte ich kurz vor der Wirtschaft, etwa auf Höhe des Wald der Stille, dass mir die Luft ausging. Und zwar am Vorderrad. Ich änderte meinen Plan und rollte auf der Straße zur Schanz. Cola, Cappuccino und gebackene Knödel mit Ei mussten herhalten, um mich moralisch beim Schlauchwechsel zu unterstützen. Wobei gewechselt habe ich den Schlauch gar nicht. Ich untersuchte ihn eindringlich auf ein Loch, konnte aber keines finden. So zog ich den Schlauch wieder ein, pumpte die ganze Chose wieder auf und fuhr gestärkt weiter. Meine Trinkblase, schon halb geleert, füllte ich vorher frisch auf – das Wetter machte durstig.

Endlich wieder ein paar Trails – aber das Fahrgefühl war irgendwie seltsam…

Ok – es war ein Fehler, den Schlauch nicht gleich zu wechseln… 😉 Aber jetzt ging es dafür mit der zweiten Luft in Richtung Gemünden weiter.
Hier hätte ich in den Zug steigen können, aber ich hatte erst knapp 100 Kilometer auf dem Tacho. Zudem wollte ich unbedingt zwei Toptrails auf dem Weg nach Lohr mitnehmen.

Über den Main brachte ich mich die Fähre, ich glaube die Brücke in Gemünden gibt es nicht mehr. Die Fährfahrt ist im Übrigen kostenlos.

Nach einem kurzen Stück auf dem Radweg verließ ich diesen und erklomm den Anstieg zur Ruine Schönrain.

Durch diesen Torbogen muss man, um den Singletrail (Markierung roter Punkt) zu fahren. Der Trail ist durchaus schwierig und ich kam mit dem Hardtail an meine Grenzen.

Diesmal ließ ich es mir aber nicht nehmen, vorher die Ruine zu besichtigen und den Turm zu besteigen – schließlich hatte ich ja Zeit. Ich teste eine Flasche „Fresubin Energy“ auf Geschmack und Verträglichkeit, da ich mich bei kommenden Langstrecken-Events damit teilweise verpflegen will. Der Test fiel positiv aus – also ab auf den Trail.

Der zweite Toptrail auf dem Weg nach Lohr lag zwischen Steinbach und Sendelbach. Der Trail ist in beide Richtungen ein Genuss und machte richtig Spaß.

Lohr – die letzte Möglichkeit für den Ausstieg. Das kam aber nicht in Frage. Erstens wollte ich das Geld für den Zug sparen und zweitens wartet in zwei Wochen eine ganz andere Nummer auf mich… 😉

Der Anstieg nach Lohr killte mich, aber lustige Details am Wegesrand heiterten mich auf.

Und zu guter Letzt erfreuten mich noch ein paar Trails vom Eselsweg und Spessartweg.
Leider war kurz vorm Ziel zu Hause der interne Speicher vom Garmin voll, so dass ich eine zweite Aufzeichnung bis nach Hause starten musste. Aber egal – das Finisher-Eis
von der „Eiskugel“ schmeckte trotzdem.

Der Vollständigkeit halber der Rest:

Keep on Biking!

Pfingsten fährt man in Bimbach – irgendwie!

Seit 8 Jahren fahre ich, mit wenigen Ausnahmen, an Pfingsten in Bimbach. Der Rhön Radmarathon ist nicht ohne Grund eine meiner Lieblingsveranstaltungen. Und damit stehe ich nicht alleine. Die drei angebotenen Marathonstrecken sind inzwischen nach wenigen Stunden ausgebucht und an dem Wochenende machen über 4.000 Radfahrer jeglicher Leistungsklasse die Rhön auf einer der Strecken unsicher. Auch Diane fährt jedes Jahr gerne mit. Ihren Startplatz letztes Jahr musste sie wegen einer OP im Vorfeld sausen lassen, bekam ihn aber für dieses Jahr anstaltslos übertragen. Und somit war klar – sie fährt Marathon. Und ich? Ich habe die Extremstrecke schon mehrfach gefinished. Außerdem hatten wir keine „Babysitter“ für das Wochenende. Und noch dazu fahren die Kinder ja auch schon Rad. Da reifte die Idee in mir: Warum sollten wir nicht zu viert nach Bimbach fahren? Zelten ist dort kostenlos und es wäre bestimmt ein Riesenspaß für die Kinder (Premiere!). Und die Familientour würden sie bestimmt schaffen. Felix eh locker –  mit seinem neuen Rad, dass er am Samstag bekäme und Lisa am FollowMe auch.

Der Plan wurde vom Familienrat beschlossen und in die Tat umgesetzt. Erst zelebrierten wir samstags bei den Großeltern den 7. Geburtstag unseres Sohnes, der dabei sein neues Rad überreicht bekam.


SCOTT Scale RC JR 24 Disc Bike – leistet!

Dann brachen wir auf. Am Nachmittag waren wir in Bimbach und bauten unser Zelt auf. Der Campingplatz war schon gut gefüllt, schließlich reisten bereits freitags die ersten Camper an, da am Samstag schon die ersten RTF- und CTF-Touren gefahren wurden. Glücklicherweise fanden wir aber noch ein ebenes Plätzchen für uns.

Das Wetter war prächtig und auch die weiteren Aussichten waren gut. Nur frisch würde es nächtens werden. Der Zeltaufbau ging relativ zügig voran und nachdem wir uns wohnlich eingerichtet hatten, gingen wir unsere Startunterlagen holen.

Den Abend verbrachten wir im Festzelt, denn nach der Streckenpräsentation wurde die 2. Halbzeit des DFB-Pokal Endspiels übertragen. Die Freude über das Ergebnis war allerdings geteilt… 😉
Das war alles total aufregend für die Kleinen und wir hatten Bedenken, wie die Nacht wohl werden würde.

Auf alle Fälle kalt! Aber irgendwie bekamen doch alle ein paar Stunden Schlaf ab, bevor Diane um 7 Uhr zu ihrem Start rollte.

In letzter Minute entschied sie sich ob fehlenden Trainings gegen die Marathonstrecke und fuhr „nur“ die lange RTF-Strecke. Immerhin auch 115 Kilometer.

Wir ließen uns etwas mehr Zeit und starteten gegen 9.30 Uhr.

Zwanzig Kilometer warteten auf uns und ich war gespannt, wie wir uns schlagen würden. Lisa startete erst einmal tapfer alleine, bevor sie nach ungefähr 2 Kilometern entschied, an das FollowMe zu gehen.

Ab da ging es etwas zügiger voran. 😉

Felix war begeistert von seinem Rad und meisterte die Anstiege auf der einfachen Strecke souverän. Ein bisschen waren wir, also hauptsächlich die Kinder, die Attraktion auf der Strecke. Des Öfteren wurde sie von vorbeifahrenden Radlern angefeuert. 🙂

Nach gut einer Stunde und einer Strecke von 10 Kilometern hatten wir den ersten und einzigen Kontrollpunkt, idyllisch in Kämmerzell an der Fulda gelegen, erreicht.

Die Kinder fanden das toll – Kekse, Waffeln, Bananen, Gummibärchen und so viele Getränke wie man wollte – einfach sensationell. Nachdem wir noch das Wehr an der Fulda ausgiebig studiert hatten ging es weiter. Die letzten Kilometer zurück nach Fulda spürten den Schlag nicht.

Bereits nach 1,5 Stunden waren wir im Ziel. Dort warteten wir in der Hüpfburg bei einem Eis auf Diane.

Auch für eine kurze Partie Fußball mit Felix blieb noch Zeit, bevor wir nach Dianes Zieleinlauf unter Protest das Zelt abbauten und nach Hause fuhren.

Die Aktion war ein voller Erfolg und die Kinder freuen sich schon auf nächstes Jahr. Vielleicht dann schon auf der 40 Kilometer MTB-Strecke?
Unser Plan ging auf, und wir brachten die Kinder unserem tollen Sport wieder ein Stückchen näher.

Keep on Biking!

Co1

Neben der vielen Kilometersammelei auf dem Rennrad fahre ich ab und zu natürlich auch noch MTB. Das mache ich meistens direkt von der Haustüre weg. Aber manchmal lohnt es sich, ein paar Kilometer Anreise in Kauf zu nehmen. So nahm ich unlängst die Mountainbike-Rundstrecke Collenberg 1 (Co1) mit einem Freund unter die Stollen. Solchen ausgeschilderten Strecken stehe ich nicht nur positiv gegenüber. Ich habe immer so ein bisschen Bedenken, dass dafür dann andere Wege für Biker gesperrt werden – nach dem Motto: Hier habt ihr eine Strecke, da müsst ihr doch nicht auf den Wanderwegen fahren… Und dann ist die Streckenführung oftmals alles andere als attraktiv. Doch was der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald in Zusammenarbeit mit lokalen Bikern auf die Beine stellt, kann sich echt sehen bzw. fahren lassen. Bisher war ich auf der Mö1, der Mil1 und der Am1 unterwegs und alle waren gut. Nun war also die Co1 an der Reihe.

Wir stellten das Auto quasi direkt am Start am Main ab und machten uns auf den Weg.

Auf die Trails mit so verheißungsvollen Namen wie „Weinpfädle“, „Schneid“, „Gräbele“ und „Borderline“ waren wir schon sehr gespannt, wurden sie doch extra für diese Rundstrecke angelegt.

Doch wie das so ist, vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Der erste Trail – das „Weinpfädle“ – mussten wir uns hart erarbeiten. Der Uphill dauerte eine gefühlte Ewigkeit…


Doch irgendwann hatten wir den „Trailhead“ erreicht und los ging es. Ich war übrigens mit meinem ollen 26″ Fully unterwegs, aber für solche Touren ist es nach wie vor gut und ich fahre immer noch gerne damit…

Die Trailbauer hatten ganze Arbeit geleistet. Extrem flowig schlängelte sich der Trail durch den Wald den Berg hinab und zauberte uns ein fettes Grinsen ins Gesicht. Wir ahnten, dass die Tour ein voller Erfolg werden würde.

Es folgte wieder ein Uphill, aber dieser war nicht ganz so lang wie der erste.

„Schneid“ lautete der Name des zweiten Downhills. Bei einer kurzen Riegelpause rätselten wir, woher der Name kam und ob man wohl besonders viel Schneid für die Abfahrt benötigen würde…

Aber wie schon beim ersten Trail kamen wir mit einem fetten Grinsen unten an. Auch hier war der Trail perfekt in das Gelände gelegt und ließ sich super fahren.

Auch der dritte Trail – das „Gräbele“ enttäuschte uns nicht. Es war vielleicht der beste Trail heute.

Natürlich war auch der letzte Trail, genannt „Borderline“, kein Reinfall. Mit Highspeed schossen wir dem Ausklang der Tour entgegen.

Nun hätten wir die Gelegenheit gehabt, einen kurzen Abstecher zur Ruine der Collenburg zu machen, aber irgendwie waren wir ganz schön geschafft und ließen die Burg links liegen. Denn eines darf man nicht – die Strecke unterschätzen. Immerhin müssen auf den knapp über 30 Kilometern gut 1.000 Höhenmeter bezwungen werden.

An einem sonnigen Aussichtsplatz über dem Main legten wir nochmals eine kurze Pause ein und genossen den perfekten Samstagnachmittag.

Am Main rollten wir zurück zum Ausgangspunkt nach Collenberg.

Fazit: Eine gelungene Tour auf der empfehlenswerten Strecke Co 1. Und ein großes Lob an die Streckenplanern und -bauern von dem Biketeam B&B.

Wenn man mich nach einem perfekten Mountainbike-Wochenende in unserer Region fragen würde wäre mein Tipp:

Unterkunft in oder bei Miltenberg suchen. Freitags anreisen und gleich die GH1 fahren. Samstags dann die Mil1, und wer mag und kann sollte noch die AM1 dranhängen.
Sonntags zum Abschluss dann die Co1. So hat man ohne großen Zwischenwege einige der besten Strecken hier in der Umgebung sinnvoll kombiniert.

Keep on Biking!

All-Saints-Tour 2017

Diesen Herbst ließ ich eine alte liebgewonnene Tradition wieder aufleben – die All-Saints-Tour oder auch Spessartcross.

In den letzten Jahren war es aus terminlichen Gründen leider nicht möglich, diese Tour zu fahren. Die letzte All-Saints-Tour fand tatsächlich 2013 statt. Es wurde also Zeit für eine Neuauflage dieser Tour durch die schönsten Ecken des Spessarts.

All Saints – also Allerheiligen – ist in Bayern ein Feiertag und so fanden sich schnell ein paar Mitfahrer. Wir starteten in Aschaffenburg (Haibach) pünktlich um 9 Uhr. Das Wetter hätte gar nicht besser sein können…

Die Strecke führte von Haibach nach Lohr, von wo wir mit dem Zug zurückfahren wollten. Ursprünglich hatte ich eine Einkehr geplant, da gleich drei tolle Locations auf dem Weg lagen: Forsthaus Sylvan, Karlshöhe und Forsthaus Aurora. Unglücklicherweise hatten alle drei an Allerheiligen Ruhetag – Pech muss man haben. Da ich das aber im Vorfeld schon geklärt hatte waren wir darauf vorbereitet und hatten unseren Proviant dabei.

Dieser Spessartcross beinhaltete einige meiner Lieblings-Spessart-Highlights. Leider fahre ich sie nicht so oft, da sie für meine üblichen Trainingsrouten zu weit ab vom Schuss liegen.

Da wären die Panoramapassage oberhalb von Weibersbrunn mit Trailabfahrt in Richtung Hafenlohrtal, der Heunweg, derJosefsteig in den Weihersgrund, der Trail von Neubau zur Karlshöhe und weiter zum Schleiftor, der Trail ins Hafenlohrtal zum Weiler Einsiedel, der Trail hinauf zum Forsthaus Aurora und schließlich die Abfahrt nach Lohr.


Auf dem höchsten Berg im Spessart – dem Geiersberg – legten wir die erste Pause ein.

Die Trails waren alle super zu fahren und ich war froh, dass ich mit meinem alten Fully unterwegs war. Das rollt zwar noch auf 26″ Reifen, ist dafür aber trotz 140 mm Federweg erfreulich wendig und leicht.

Nur der Trail nach Einsiedel trübte etwas die Fahrfreude. Dort wurde vor einiger Zeit Holz gemacht und der Weg leider nicht ordentlich geräumt. Vom einstigen Singletrail ist leider nicht mehr viel übrig – dafür um so mehr vom Totholz, das nicht weggeräumt wurde.

Das war zwar ärgerlich, aber angesichts der anderen Top-Trails gut zu verschmerzen.

Mein absoluter Lieblingstrail im Spessart ist ja die Abfahrt von der Karlshöhe runter zum Schleiftor. Da muss man im Spessart lange suchen, um etwas vergleichbares zu finden.


Das war einmal vor langer Zeit eine Kirche.

In Einsiedel rasteten wir noch einmal etwas länger, um uns für die bevorstehende Auffahrt zum Aurora zu stärken. Dabei erhielten wir von einer älteren Dame eine Sonderstunde in Geschichte – sehr interessant, was sie uns über diesen kleinen Weiler alles erzählen konnte.

Frisch ausgeruht und gestärkt begannen wir den letzten langen Anstieg des Tages auf dem „roten Kreuz“ – ein toller Trail, den ich bisher immer nur bergauf gefahren bin. Entweder bei den Spessartcrossen oder beim Keiler-Marathon. Irgendwann will ich den mal runter fahren… 😉


Immer wieder schöne Aussichten über den herbstlichen Spessart.


Dicke Backen habe ich bekommen…


Das rote Kreuz – ein Top-Trail!

Endlich oben legten wir eine letzte Verschnaufpause ein, bevor wir nach Lohr abfuhren. Bis zur Abfahrt des Zuges hatten wir noch fast eine Stunde Zeit die wir in dem Schnellrestaurant mit den zwei goldenen Bögen verbrachten. Nach der Ankunft in Aschaffenburg mussten wir wieder nach Haibach hoch, aber das war jetzt auch kein großes Ding mehr. Allerdings war es nun dunkel, doch glücklicherweise hatten wir mit Lichtern vorgesorgt. Und so endete der schöne Tag und die tolle Tour durch den Spessart.

Keep on Biking!