Der Highlander Radmarathon 2018

Fünf Jahre ist meine letzte und bisher erste Teilnahme am Highlander Radmarathon her. Damals war ich noch mit meinem alten Cannondale mit 3-fach Kurbel unterwegs und benötigte für die Strecke 7 Stunden und 34 Minuten.

Dieses Jahr war der Highlander mein einziges „richtiges“ Rennen und somit auch mein Saisonhighlight. Mein Ziel war es, die Zeit von damals zu unterbieten.

In der Vorbereitung fuhr ich diesmal deutlich mehr Kilometer und Höhenmeter. Mein Stevens Comet war auch deutlich leichter als das CAAD 9. ABER: Ich selbst brachte ein paar Kilo mehr als 2013 auf die Waage – es würde spannend werden, ob ich mein Ziel erreichen könnte.

Samstags reiste ich mit Diane an, die auch angemeldet war, aber auf ihre Teilnahme verzichtete.

Am frühen Nachmittag checkten wir im Hotel Gasthof Landhaus Schiffle ein und holten im Anschluss die Startunterlagen ab.

Die Gratis-Pasta kam uns als Nachmittags-Snack gerade recht. Und da ich eh Carboloading betreiben musste, rundete ich das ganze noch mit einem leckeren Eis ab.

Kein Wunder, dass das mit dem Wettkampfgewicht nichts wird…

Wir bummelten noch etwas durch Hohenems, bevor wir uns am Abend mit ein paar Bekannten zum Abendessen trafen – Carboloading und so…


Ein bisschen wie Meran…


Hier würden am nächsten Morgen mit mir 1.300 Teilnehmer beim Start durchrollen. Und hoffentlich ebenso viele bei der Zieleinfahrt.

Zwischendurch machte ich noch mein Rad startklar, da es am Sonntag früh losgehen würde.


Lecker Pizza…

In der Nacht schlief ich sehr unruhig und stand um 4 Uhr ohne Wecker auf. Ab 4.30 Uhr gab es Frühstück und ich war einer der ersten im Frühstücksraum. Und irgendwie hatte ich schon wieder Hunger.

Um 5.30 rollte ich zum Start. Eine der wichtigsten Fragen – was zieh‘ ich bloß an? – hatte ich auch für mich beantwortet. Meine Wahl fiel auf kurz/kurz + leichte Windweste. Am Start hatte es 13°C und bis es warm werden würde, würde es wohl noch ein Weilchen dauern. Und gerade auf der ersten Abfahrt dürfte es also frisch werden. Aber mehr (Armlinge oder Knielinge) wollte ich dann doch nicht mitschleppen.

Ich hatte 4 Riegel und 3 Gels dabei und zwei große Trinkflaschen. Ich wollte meine Pausenzeit auf ein Minimum reduzieren und ein paar Verpflegungen auslassen. Projekt Sub 7.30 und so…

Pünktlich um 7 Uhr setzte sich das Feld in Bewegung und rollte neutralisiert aus Hohenems hinaus. Vor 5 Jahren gab es hier bereits die ersten Unfälle. Nach einer schnellen Phase bis Dornbirn begann der erste Anstieg.

Der Anstieg am Bödele hatte es, wie beim letzten Mal, in sich. Ich ließ es ruhig angehen, da ich meine Körner nicht gleich am Anfang verbrauchen wollte. So konnte ich die Aussicht mit dem Sonnenaufgang über dem Bodensee voll genießen. Für den gesamten Anstieg brauchte ich laut Strava 1 Minute mehr als 2013.

Dafür war ich auf der folgenden Abfahrt etwas schneller – woran das wohl gelegen haben mag…

Auf dem Weg zum Hochtannbergpass ist es wichtig, dass man eine gute Gruppe findet. Die gab es heuer nicht wirklich. Die Gruppe, mit der ich fuhr war mir immer etwas zu langsam. Ich übernahm des Öfteren die Führung und zog das Tempo an, aber sobald ich aus dem Wind ging, wurde die Geschwindigeit wieder gedrosselt. Also rackerte ich mich die meiste Zeit vorne ab.

Wie geplant ließ ich die erste Verpflegung in Au aus. Wir fuhren weiter durch Schoppernau, wo ich vor zwei Wochen übernachtet hatte.

Auch auf dem Anstieg zur Passhöhe ließ ich im Vergleich etwas Zeit liegen. Die Straße war steiler als ich es in Erinnerung hatte und ich ärgerte mich, dass ich vorher nicht im Feld mitgerollt war, sondern das Tempo gemacht hatte.

Die zweite Verpflegung, am Flexenpass, ließ ich ebenfalls links liegen, ich war noch gut versorgt.

Die meiste Zeit verlor ich im Vergleich auf dem Segment zwischen Klösterle und Bludenz. Letztes Jahr (beim Arlberg Giro) war ich hier fünf Minuten schneller. Beim Highlander 2013 allerdings nur wenige Sekunden.

In Ludesch steuerte ich die 3. Verpflegung an und füllte meine Flaschen auf. Auch stopfte ich etwas zu Essen in mich rein. Kurz nach der Verpflegung teilte sich die Strecke in die kürzere „Rund um Vorarlberg“- und die lange „Highlander Radmarathon“-Strecke. Ich bog natürlich auf die lange Variante ab. Hier wurde ich von einem Mitfahrer angesprochen. An meinem Trikot erkannte er, dass ich aus seiner alten Heimat stammte und wir sogar einige gemeinsame Bekannte haben. Gemeinsam fuhren wir weiter.

Die Streckenführung war gegenüber 2013 nun etwas verändert. Von Ludesch bis kurz vor Sonntag fuhren wir heuer auf der anderen Talseite. Meiner Meinung nach ist diese Strecke wesentlich steiler. Somit ist ein direkter Vergleich mit der Zeit von meiner letzten Teilnahme natürlich obsolet.

Und dann begann der Anstieg auf das Faschinajoch. Was für eine Quälerei. Ich wünschte mir des Öfteren mein altes Rad mit der 3-fach Kurbel. Irgendwann war ich oben und ich konnte tatsächlich alle meine Strava Zeiten verbessern. Das hätte ich nicht erwartet. Es folgte die Abfahrt nach Damüls. Dort gab es die letzte Verpflegung, die ich nicht mehr ansteuerte. Es wurde ein letztes Mal steil bis hinauf zum Furkajoch. Auch hier sammelte ich P(ersonal)R(ecord)s. Nach der Passhöhe ging es bergab. Die Strecke war auf den ersten Kilometern für den Verkehr gesperrt und ich ging, die für mich schwierige Abfahrt, etwas relaxter an.

Von Innerlaterns bis Muntlix war dann aus irgendwelchen Gründen die Strecke neutralisiert und es war eine „Section-Control“ eingerichtet. Für diese Strecke musste man mindestens 14 Minuten benötigen, ansonsten würde man disqualifiziert. Ich fuhr über den Transponder zu Beginn der Neutralisierung und schaute auf die Uhr. Gemütlich rollte ich bergab und fand das eigentlich gar nicht so schlimm. In einer Rechtskurve sah ich dann auf einmal links einige Radfahrer stehen und vor mir eine Transponderschleife. Ich fuhr ebenfalls links ran. Ich hatte gerade mal 8 Minuten für dieses Stück gebraucht. Die Anderen diskutierte, ob das tatsächlich das Ende der Section-Control war. Die Transponderschleife war da, aber was fehlte war das Schild. Eine Disqualifizierung wollte eigentlich keiner riskieren. Ich wartete also die 6 Minuten ab, bevor ich weiter fuhr. Es kam zu einigen brenzligen Situationen bei Fahrern, die etwas schneller unterwegs waren und dann noch vor dem Induktionsband abbremsten.
Inzwischen kam auch mein neuer Bekannter aus dem Spessart wieder vorbei. Er hatte in Damüls die Verpflegung mitgenommen.

Gemeinsam fuhren wir weiter. Er riskierte die Disqulifizierung, ich hatte abgewartet. Tatsächlich kam das Ende der Section-Control wesentlich später und war deutlich mit dem Schild gekennzeichnet. Ich wäre ohne Pause auch über den 14 Minuten geblieben und hatte also 6 Minuten sinnlos verloren. Ärgerlich – das sollte von den Organisatoren im nächsten Jahr besser geregelt werden. Schließlich ging es ja noch mehr Teilnehmern so.

Mit aller Gewalt wollte ich nun mein Ziel erreichen und unter 7,5 Stunden bleiben. Die Zeit wurde nämlich knapp. Ich wusste, dass das letzte Stück sich nochmals ziehen würde und eröffnete den Kampf gegen die Uhr. Zum Glück zogen ein paar Fahrer mit und wir stürmten Richtung Hohenems.

Endlich kam das Ziel in Sicht und ein Blick auf die Uhr zeigte: Ich hatte es geschafft!

Meine Zeitnahme:

Fahrzeit: 07:10:49
Gesamtzeit: 07:25:37 (eigentlich 07:22:xx – ich habe die Zeit nicht gleich gestoppt)
Kilometer: 179,75 km
Durch. Geschw.: 25 km/h
Max. Geschw.: 76,7 km/h
Höhenmeter: 3822 m

2013:
Fahrzeit: 07:15:52
Gesamtzeit: 07:34:07
Kilometer: 177 km
Durch. Geschw.: 24,37 km/h
Max. Geschw.: 74,88 km/h
Höhenmeter: 3851 m

Das offizielle Ergebnis (mit Zeitgutschrift wegen Neutralisierung):

Rang: 265 (von 636)
Rang Altersklasse: 155
Zeit Gesamt: 07:02:37

2013:
Rang: 271 (von 589)
Rang Klasse (M-55): 161 (von 374)
Zeit Gesamt: 07:34:29,29
km/h: 24,69

Ich konnte mich also tatsächlich verbessern, wenn auch nicht so deutlich, wie ich heimlich gehofft hatte.

Fazit:

Der Highlander Radmarathon ist immer noch eine tolle Veranstaltung. Die Strecke bietet und fordert viel und ist für mich wegen des Termins, des niedrigen Startgeldes und der guten Erreichbarkeit weiterhin interessant. Vielleicht starte ich nächstes Jahr wieder dort – mit niedrigerem Systemgewicht. Mal schauen.

Keep on Cycling!

+++ Breaking News +++ Rhön 300 wurde abgesagt

Heute erfuhr ich aus dem Internet, daß eines meiner diesjährigen Saisonhighlights, Rhön 300, abgesagt wurde.

LIEBE RHÖN300-FANS!

Leider müssen wir Euch heute mitteilen, dass die Veranstaltung am 5. August abgesagt wird. Heute haben wir erneut weitere Sicherheitsauflagen erhalten, die nicht verhandelbar sind. Eine Stellungnahme erfolgt in den nächsten Tagen in der Presse und hier auf der Seite.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich als Helfer, Fahrer oder Supporter (an)gemeldet haben.

Ihr erhaltet auch die Information, in welcher Form ihr die Startgelder erstattet bekommt per E-Mail.

Herzliche Grüße

Das Team von RHÖN300

Zum Glück habe ich dieses Jahr schon eine Langstrecke hinter mich gebracht. Ich weiß im Moment auch gar nicht, ob ich traurig oder doch froh darüber sein soll…
Irgendwie fehlt mir im Moment der Ehrgeiz für so einen Streifen. Und eine Woche später stehe ich sowieso beim Highlander Radmarathon am Start. Ursprünglich hatte ich vor, meine Zeit von 2013 zu unterbieten. Damals benötigte ich 7h34m. Allerdings fürchte ich, dass ich dafür heuer schlicht zu schwer bin. So werde ich versuchen, einfach möglichst viel Spaß zu haben und die Fahrt zu genießen. Obwohl, vielleicht schiebt das Mehrgewicht bergab so gut, dass ich die 7,5h doch unterbieten kann? Wer weiß… 😉

Was kommt sonst noch in nächster Zeit? Überraschend fahre ich nächste Woche für drei Tage ins Allgäu und unternehme eine Tour, die ich schon lange auf meiner Agenda stehen habe – den Allgäu-Cross. 2010 dachte ich zum ersten Mal darüber nach. Tja, kaum gehen acht Jahre ins Land… 😉

Nach dem Highlander steht der Familienurlaub an, den wir auch wieder im Allgäu verbringen werden. Dieses Jahr werden wir alle unsere Bikes mitnehmen und ein paar schöne Familientouren fahren – falls die Kinder mitmachen… 😉

Und Anfang September fahren Diane und ich noch für ein paar Tage zum Biken nach Südtirol, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Überhaupt Biken: Das löst auf der Beliebtheitsskala gerade wieder Rennradeln etwas ab.

Was aber nicht heißt, dass ich nicht trotzdem mit dem Renner unterwegs bin.

Und mit den Kids bin ich auch noch „on Tour“. 🙂

In diesem Sinne – keep on Biking!

Rhön 300 – Grenzen erfahren

Irgendwann im Frühjahr wurde ich auf das Rennen Rhön 300 im Internet aufmerksam. Der Slogan „Grenzen erfahren“ sprach mich direkt an. Dazu war am Anfang noch geplant, eine Zeitmessung über die komplette Strecke zu installieren. Welch eine Herausforderung. Meine bisher längste Strecke war ca. 260 Kilometer lang. 40 Kilometer mehr sollten also möglich sein. Aber in welcher Zeit? Und wäre die Karenzzeit von ca. 13 Stunden zu schaffen? Immerhin mussten auch 4.500 Höhenmeter bewältigt werden. Ich war von der Idee angetan. Diane gab dann den letzten Impuls zur Anmeldung. Ein paar Clicks, und ich war angemeldet…

Alle anderen Events in diesem Jahr hatte ich ganz gut hinter mich gebracht. Den Wenigumstädter Marathon, Bimbach, 12h Hohler Buckel und den Arlberg Giro. Eigentlich hätte ich entspannt an den Start gehen können. Aber ich hatte gewaltigen Respekt und wurde immer nervöser, je näher der Tag X kam.

Im Laufe der Zeit wurde der Modus der Zeitnahme von der kompletten Strecke über einzelne Segmente auf Zeitnahme über die ersten 40 Kilometer geändert. Schade, ich wäre gerne die komplette Strecke auf Zeit gefahren, aber der organisatorische Aufwand war für die Veranstalter zu hoch.

Und dann war es soweit. Das Wetter war bescheiden, und eigentlich wollte ich bei solchen Bedingungen nicht mehr fahren. Aber wenn man schon mal angemeldet ist…

Der Wecker klingelte sehr früh und wir fuhren am Sonntagmorgen in die Rhön. Unterwegs prasselte der Regen aufs Auto und ich fluchte vor mich hin. In Schondra angekommen holte ich meine Startunterlagen in der Turnhalle und machte mich dann fertig.

Der spärlich besuchte Parkplatz lies schon eine dürftige Teilnahme vermuten. Klar, bei dem Wetter…

Ich verabschiedete mich von Diane, sie wünschte mir Glück und ich fuhr vom Ziel an der Halle zum Start in die Marktstraße

Der Start wurde um 15 Minuten verschoben. Grund war das Wetter, aber was das für ein Vorteil haben sollte, erschloss sich mir nicht wirklich.

Um 6.15 Uhr rollte das kleine Startfeld los. Ich war nervös, denn ich vermutete nur Profis in den Startreihen. Denn wer würde sich sonst bei solchen Bedingungen bei so einer Veranstaltung an den Start stellen? Allerdings hörte ich aus den Gesprächen im Startblock heraus, dass es vielen rein ums Ankommen ging. Sehr beruhigend. Verhalten fuhr ich nach dem Start los. Bloß nicht blau fahren auf den ersten Kilometern. Ich orientierte mich an den „Ankommern“ um mich herum, merkte aber bald, dass sie wohl Probleme mit der Karenzzeit bekommen würden, wenn sie in dem Tempo weiterfahren würden. Ich legte meine „Wohlfühlgeschwindigkeit“ ein und beschloss mein Ding durchzuziehen. Nach wenigen Kilometern fuhr ich zu den Büttners auf, mit denen ich ein paar Kilometern zusammen pedalierte.

Nach 95 Minuten rollte ich über „Ziellinie“ und beendete den Teil mit Zeitmessung. Bis hierher regnete es eigentlich durchgehend stark, es war neblig und kalt. Mein Wetter… 😉

Die Streckenführung war jedoch sehr interessant und wäre bei besserem Wetter sicher ein Traum gewesen. Wir waren viel auf kleinen Nebenstraßen unterwegs.
Hinter dem Transponderteppich wurden wir gestoppt und Blockweise in die „sehr gefährliche“ Abfahrt nach Gefäll geschickt. Da ich nun schon einmal stand ging ich kurz austreten und stopfte mir einen Riegel aus dem Verpflegungswagen rein. Die Helfer waren übrigens sehr nett und das nicht nur an dieser Verpflegung.
Die Abfahrt nach Gefäll empfand ich nicht so spektakulär, sie war allerdings ein Grund dafür, dass die Zeitnahme nicht über die komplette Strecke erfolgte. Die Polizei hatte ein Rennen auf diesem Abschnitt untersagt.
Nach Gefäll formierte sich eine Gruppe, die mächtig aufs Pedal drückte. Ich versteckte mich im Windschatten, musste zwischendurch allerdings auch meinen Beitrag leisten. Irgendwann konnte ich das Tempo nicht mehr mitgehen und fiel zurück.

Nach dem ersten Kontrollpunkt – es gab fünf und man bekam jeweils ein Bändchen angelegt – traf ich Harald von der RSG Würzburg. An der folgenden Verpflegung beschlossen wir, das Rennen gemeinsam durchzuziehen. Diese Schicksalsgemeinschaft war eine sehr gute Entscheidung, konnten wir uns zwischendurch doch immer wieder gegenseitig aufbauen und ermutigen.

Der Rest ist eigentlich schnell erzählt…

Das Wetter wurde besser, die Strecke hart und härter (noch mal fast 1000 Höhenmeter auf den letzten 40Kilometern), die Verpflegung war super und die Helfer wie oben schon erwähnt sehr hilfsbereit und nett. Immer wieder feuerten sie uns an. Ein besonderes Highlight für unser Duo war die exklusive Motorradeskorte. Zwei motorisierte Polzisten begleiteten uns über mehrere Kilometer und räumte für uns die Radwege, Straßen und Kreuzungen frei. Die beiden waren echt super! 🙂
Überhaupt leistete die Polizei sehr gute Arbeit an diesem Tag.

Nach 11 Stunden und 38 Minuten brutto überquerte ich mit Harald gemeinsam die Ziellinie in Schondra. Yeah! Netto brauchte ich 10 Stunden 55 Minuten. Damit war ich mehr als zufrieden.

Und während ich mein alkoholfreies Finisher-Radler genoss durfte Harald aufs Treppchen. Seine Zeit hatte für den 2. Platz in seiner Altersklasse gereicht – Gratulation! 🙂

Diane hatte mich schon im Ziel erwartet und übernahm so ein bisschen die Steuerung über mich, da ich etwas planlos war… 😉
Sie war am Morgen übrigens auf einer der RTF-Strecken unterwegs und kämpfte sich ebenfalls tapfer durch den Regen.
Nach kurzer Erholungzeit meldete ich mich in der Halle zurück und nach der Kontrolle der Bändchen am Arm wurde mein Ergebnis offiziell bestätigt. Man kam nämlich nur in die Wertung, wenn man alle Kontrollpunkte passiert hatte.

Ich hatte es geschafft und das in einer ganz passablen Zeit. Ich war zufrieden und Diane fuhr mich nach einer Bratwurst und einer Dusche nach Hause.

Fazit:

Rhön 300 war eine tolle Veranstaltung. Für die erste Durchführung gab es wirklich erfreulich wenig Kritikpunkte und viele positive Eindrücke. Größter Kritikpunkt war die Ausschilderung, aber das hat der Veranstalter inzwischen sicherlich oft genug gehört… 😉
Ansonsten hoffe ich, dass sich das Event etablieren kann und im nächsten Jahr wieder stattfindet. Ob ich dann allerdings noch einmal teilnehme kann ich jetzt noch nicht sagen.

Keep  on cycling!

Arlberg Giro

Eine Woche nach dem Hohler Buckel stand das eigentliche Saison-Highlight auf dem Programm: Der Arlberg Giro.
Von den reinen Daten her sicher kein Schwergewicht in der Alpen-Marathon-Szene. Aber er passte in unseren Terminkalender und er wäre sicher auch für Diane gut zu meistern gewesen. Allerdings kam bei ihr eine Schulter-OP dazwischen, die ihr die Saison verhagelte.
Nach St. Anton reisten wir trotzdem zu zweit an, da wir die Kinderbetreuung nun schon mal organsiert hatten.
Wir residierten im Nassereinerhof, den wir bereits von einem Kurzaufenthalt 2012 kannten. Damals endete in St. Anton die erste Etappe unserer Version der Albrechtroute.


Die Aussicht von unserem Hotelzimmer.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir die Startunterlagen und das Finisher-Trikot holen, dass es schon vor dem Start gab. 😉

Diane holte ebenfalls ihre Unterlagen, um die Startnummer dann am nächsten Tag als DNS abzugeben.

Nach der Pasta-Party, bei der ich noch einen Bekannten von der Maratona 2014 traf, schauten wir kurz dem Stadtkriterium zu, welches zu den schnellsten von Österreich zählt. Die Profis rasten in einem imposanten Tempo über den teilweise sehr engen und verwinkelten Kurs – immer am Anschlag.

Das Pacecar – wow, was für eine Kiste!

Dann kehrten wir ins Hotel zurück. Ich bereitete meinen Krempel für den nächsten Morgen vor, um nicht zu viel Lärm zu machen. Nebenbei beobachtete ich noch eine Bergrettung vom Balkon aus.

Am frühen Abend war ein Gewitter aufgezogen und ein paar Wanderer kamen wohl nicht mehr rechtzeitig vom Berg herunter. Es war aber nichts Schlimmes passiert, da alle Beteiligten aus eigener Kraft den Hubschrauberlandeplatz verließen und auch kein Rettungswagen vor Ort war.

Wir nahmen das Abendessen im Hotel ein und gingen früh zu Bett. Ich schlief sehr unruhig und benötigte, wie eigentlich immer in solchen Situationen, keinen Wecker. Kurz vor 5 Uhr saß ich in voller Montur am Frühstückstisch.

Die Wettervorhersagen waren eigentlich ganz gut. Trocken und frische 14°C im Tal am Morgen. Im weiteren Verlauf sollten die Temperaturen dann bis auf 25°C ansteigen.
Ich entschied mich für einen kurze Hose, kurzes Trikot mit Armlingen, Unterhemd und Windweste. Und dünne Langfingerhandschuhe. Eine sehr gute Wahl wie sich bald zeigte…

Kurz vor 6 Uhr stand ich im zweiten Startblock. Ich war erstaunlich ruhig, wie mir mein Puls anzeigte. Ich war mir sicher, die Strecke zu schaffen, nur die Zeit war fraglich. Irgendwas zwischen 5,5 und 6 Stunden wollte ich schaffen.

Kurz nach 6 rollte der zweite Block dann los. Gleich nach wenigen Kilometern ging es richtig zur Sache – der Anstieg auf den Arlbergpass. Ich fand mein Tempo und versuchte auf dem bis zu 15% steilen Anstieg nicht zu überziehen. Gut 500 Höhenmeter überwand ich so. Kurz vor der Passhöhe fuhren wir in einen Tunnel und beim rausfahren: REGEN! So eine Sch…..!!! Ich fluchte laut. Denn es folgte die Abfahrt und ich hasse nichts mehr als eine kalte Abfahrt im Gebirge bei Regen…
Erstaunlicherweise verlief die Abfahrt aber besser als erwartet und kurz vor Bludenz hörte der Regen auf.
Dann begann der Anstieg zur Bielerhöhe über die Silvretta-Hochalpenstraße – landschaftlich ein Traum und sportlich fordernd.

Auch hier zog ich mein Tempo durch und merkte, dass ich gut unterwegs war. Auf der Passhöhe wartete die zweite Verpflegung auf uns Teilnehmer. Hier füllte ich, nachdem ich die erste Verpflegung ausgelassen hatte, meine zwei Bidons auf und stopfte mir was Festes zwischen die Zähne – bloß keine Zeit verlieren. Die Abfahrt von der Passhöhe machte dann richtig Spaß – so langsam finde ich tatsächlich Gefallen am Abfahren.


Mit vollen Backen in die Abfahrt… 😉

Als es bei Ischgl flacher wurde, fand sich eine tolle Gruppe zusammen und ich war auf 5-Stunden-Kurs. Wir rasten im Eilzugtempo in Richtung letzte Verpflegung und Schlussanstieg. Mein Plan war, die letzte Verpflegung auch auszulassen. Ich hatte genug Trinken in den Flaschen, im Trikot war noch ein Riegel und ein Gel und es waren ab der Verpflegung eh nur noch 20 Kilometer bis ins Ziel. Mein Platz war zu dem Zeitpunkt etwas weiter hinten in der großen Gruppe und ich pedalierte auf dem kleinsten Ritzel. Gerade schimpfte ich meinen Vordermann, der sich ein Gel gedrückt hatte und die Verpackung einfach wegschmiss (und dazu gleich noch anderen Müll aus seiner Trikottasche) als die Straße leicht bergauf ging. Ich schaltete runter – und nix passierte… Mist!!! Dieses Problem hatte ich ein, zwei Mal vor dem Rennen bereits gehabt und nach ein paar weiteren Schaltversuchen bewegte sich der Schaltkäfig. Aber gerade heute passierte nix. Ich ging aus dem Sattel, schaltete wenigstens vorne runter und drückte bis zu Verpflegung durch. Die kam zum Glück nach wenigen Höhenmetern. Ich stieg vom Rad und fluchte vor mich hin. Panisch versuchte ich zu schalten, aber es ging nicht. Ein paar Zuschauer kamen mir zur Hilfe und versuchten zu helfen, aber keiner wusste Rat. Nach einer gefühlten Ewigkeit verzweifelter Schaltversuche, Wutanfällen und Phasen der Resignation funktionierte die Schaltung wieder. Ok – es waren wohl nur ein paar Minuten gewesen… 😉
Aber die Gruppe war weg und die Zeit um die 5 Stunden wohl auch. Ich schwang mich aufs Rad, wurde noch einmal von den Zuschauern angefeuert und stampfte in Richtung Ziel. Auf dem Weg dorthin waren nochmals ca. 400 Höhenmeter zu überwinden. Ich sammelte ein paar Fahrer ein, und zu dritt stürmten wir in Richtung St. Anton. Die Streckenführung wich ein paar mal von der Bundesstraße ab und führte durch ein paar kleine Dörfchen, eine angenehme Abwechslung zu der verkehrsreichen Hauptstraße. Wegen Bauarbeiten bis Ende des Jahres ist nämlich der Arlbergtunnel gesperrt und der Verkehr fließt über den Arlbergpass. Und so standen wir die letzten Kilometer vor dem Ziel im Stau. Ein nicht abreißender Strom Abreisender wälzte sich in Richtung St. Anton und weiter. Wir versuchten uns so gut es ging durchzuschlängeln, aber wirklich Tempo machen konnten wir jetzt nicht mehr.
Dafür gab ich im Zielsprint nochmals alles!

Nach einer Zeit von 5:08:54 war ich im Ziel – und damit viel früher als erwartet. Ich freute mich über meine Zeit und dass ich gut und gesund durchgekommen war. Und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich nicht Sub 5 gefahren war. Es wäre vielleicht möglich gewesen (kein Regen, keine Panne, kein Stau). Aber hätte sich dadurch etwas geändert? Gewonnen hätte ich eh nicht und ob ich jetzt zehn Plätze weiter vorne gewesen wäre… Aber gut, ich kann ja wieder kommen. 😉

Bei der Zielverpflegung langte ich tüchtig zu. Wurst- und Käsebrötchen und total leckere Melone. Dazu ein paar Becher Cola und Energiedrinks und schon war ich wieder oben auf. Diane erreichte ich telefonisch beim Wandern und teilte meiner erstaunten besseren Hälfte mit, dass schon alles vorbei war. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir beim Wellnessen im Hotelpool und natürlich mit Kaffee und Kuchen.

Am Montag fuhren wir dann, ganz ohne Rückreiseverkehr, wieder nach Hause.

Fazit: Der Arlberg Giro ist ein tolles Event, das noch toller ohne den Verkehr gewesen wäre. Aber wie die Organisatoren beim Fahrerbriefing schon sagten – Straßensperrungen sind sehr teuer und aufwendig. Auf alle Fälle hatte ich viel Spaß und kann mir eine nochmalige Teilnahme durchaus vorstellen.

PS: Zu Hause fand ich dann heraus, warum die Schaltung blockierte:

Ein zerschlissener Schaltzug im Schalthebel war der Übeltäter – da hatte ich echt Glück, dass der Zug nicht komplett riss… 🙂

Das etwas andere Höhenprofil – 6 von 12 Stunden Hohler Buckel

Vergangenen Sonntag fand das Event „12 Stunden Hohler Buckel“ von Besi & Friends (Rad statt Rollstuhl) statt.

Höhenmeter sammeln, quasi vor meiner Haustüre, und dann noch für einen guten Zweck? Da war ich gerne dabei!
Bei der Veranstaltung ging es darum, innerhalb von 12 Stunden so oft über den Hohler Buckel zu fahren, wie man wollte oder konnte. Als Teilnehmer legte man bei der Anmeldung einen Cent-Betrag fest, den man nach absolvierter Teilnahme pro erfahrenen Höhenmeter spenden möchte. Des Weiteren konnten die Teilnehmer von externen Unterstützern gesponsert werden. Mein besonderer Dank geht hierbei an Transalp-Shuttle.com, die mich mit einer Spende unterstützten.
Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen, das entsprach ca. 150 Kilometern und 3.670 Höhenmeter – eine gute Vorbereitung auf den Arlberg Giro und Rhön 300.

Offizieller Start war um 6 Uhr, aber da man bis 12.30 Uhr frei starten konnte, begann ich meine Fahrt um 7 Uhr. Vorher holte ich meinen Startbeutel mit Startnummer ab. Zusätzlich zu Riegel und Gel befand sich noch eine Trinkflasche und ein top Minitool von Schwalbe im Beutel. Super!
Die Veranstaltung war mit 250 Teilnehmern ausgebucht und es waren schon einige Fahrer/innen unterwegs, und zwar nicht nur mit dem Rennrad. Auch Mountainbikes, Touren- und Trekkingräder, Liegeräder und sogar ein Klapprad waren vertreten. Die Stimmung bei dem bestens organisierten Event war super.
Die Bedingungen waren fast ideal – es war nicht zu warm und es blieb bis auf einen kurzen Schauer trocken. Die Verpflegung im Start-/Zielbereich war sehr gut und ich legte den ersten Verpflegungstopp nach 4 Runden ein. Den zweiten nach 7 Runden. Nach 10 Runden beendete ich dann die Höhenmetersammelei.
Im Vorfeld dachte ich mir noch „Mensch, das wird bestimmt öde, immer wieder die gleiche Strecke.“, aber tatsächlich war es sehr kurzweilig. Am Anfang gab ich ordentlich Gas, was sich bei den letzten Runden deutlich bemerkbar machte. Vielleicht hätte ich es etwas langsamer angehen sollen… Meine Durchgangszeiten wurden immer länger. Zwischendurch überlegte ich kurz, ob ich nicht 1, 2 Runden mehr fahren sollte, aber nach der 10 Runde ging meine Motivation nach einer Rindswurst flöten. Ich hatte mein Soll ja erfüllt. Außerdem wollte ich mich noch beim Sommerfest der U7-Mannschaft meines Sohnes blicken lassen.
Fazit: Ein großes Lob für dieses tolle Radsport-Event und ich würde mich freuen, wenn es nächstes Jahr wieder stattfinden würde!
Laut dem Veranstalter Andreas Beseler (Besi) standen am Ende des Tages mit mehr als 550.000 Höhenmetern knapp 27.000 EUR auf der Spendenuhr. Wow – sensationell!


Was ein Höhenprofil – hatte ich in der Form auch noch nicht… 😉

Hier noch ein paar Fotos – dankenswerterweise von www.highlanderTV.eu.


Nach 6 Runden…


Nach 7 Runden…


10 Runden – ich habe/bin fertig… 😉

Mehr Fotos gibt es auf Highlanders „Rhein-Main-Sports“ Blog: *click*

Keep on cycling!