Rhön 300 – Grenzen erfahren

Irgendwann im Frühjahr wurde ich auf das Rennen Rhön 300 im Internet aufmerksam. Der Slogan „Grenzen erfahren“ sprach mich direkt an. Dazu war am Anfang noch geplant, eine Zeitmessung über die komplette Strecke zu installieren. Welch eine Herausforderung. Meine bisher längste Strecke war ca. 260 Kilometer lang. 40 Kilometer mehr sollten also möglich sein. Aber in welcher Zeit? Und wäre die Karenzzeit von ca. 13 Stunden zu schaffen? Immerhin mussten auch 4.500 Höhenmeter bewältigt werden. Ich war von der Idee angetan. Diane gab dann den letzten Impuls zur Anmeldung. Ein paar Clicks, und ich war angemeldet…

Alle anderen Events in diesem Jahr hatte ich ganz gut hinter mich gebracht. Den Wenigumstädter Marathon, Bimbach, 12h Hohler Buckel und den Arlberg Giro. Eigentlich hätte ich entspannt an den Start gehen können. Aber ich hatte gewaltigen Respekt und wurde immer nervöser, je näher der Tag X kam.

Im Laufe der Zeit wurde der Modus der Zeitnahme von der kompletten Strecke über einzelne Segmente auf Zeitnahme über die ersten 40 Kilometer geändert. Schade, ich wäre gerne die komplette Strecke auf Zeit gefahren, aber der organisatorische Aufwand war für die Veranstalter zu hoch.

Und dann war es soweit. Das Wetter war bescheiden, und eigentlich wollte ich bei solchen Bedingungen nicht mehr fahren. Aber wenn man schon mal angemeldet ist…

Der Wecker klingelte sehr früh und wir fuhren am Sonntagmorgen in die Rhön. Unterwegs prasselte der Regen aufs Auto und ich fluchte vor mich hin. In Schondra angekommen holte ich meine Startunterlagen in der Turnhalle und machte mich dann fertig.

Der spärlich besuchte Parkplatz lies schon eine dürftige Teilnahme vermuten. Klar, bei dem Wetter…

Ich verabschiedete mich von Diane, sie wünschte mir Glück und ich fuhr vom Ziel an der Halle zum Start in die Marktstraße

Der Start wurde um 15 Minuten verschoben. Grund war das Wetter, aber was das für ein Vorteil haben sollte, erschloss sich mir nicht wirklich.

Um 6.15 Uhr rollte das kleine Startfeld los. Ich war nervös, denn ich vermutete nur Profis in den Startreihen. Denn wer würde sich sonst bei solchen Bedingungen bei so einer Veranstaltung an den Start stellen? Allerdings hörte ich aus den Gesprächen im Startblock heraus, dass es vielen rein ums Ankommen ging. Sehr beruhigend. Verhalten fuhr ich nach dem Start los. Bloß nicht blau fahren auf den ersten Kilometern. Ich orientierte mich an den „Ankommern“ um mich herum, merkte aber bald, dass sie wohl Probleme mit der Karenzzeit bekommen würden, wenn sie in dem Tempo weiterfahren würden. Ich legte meine „Wohlfühlgeschwindigkeit“ ein und beschloss mein Ding durchzuziehen. Nach wenigen Kilometern fuhr ich zu den Büttners auf, mit denen ich ein paar Kilometern zusammen pedalierte.

Nach 95 Minuten rollte ich über „Ziellinie“ und beendete den Teil mit Zeitmessung. Bis hierher regnete es eigentlich durchgehend stark, es war neblig und kalt. Mein Wetter… 😉

Die Streckenführung war jedoch sehr interessant und wäre bei besserem Wetter sicher ein Traum gewesen. Wir waren viel auf kleinen Nebenstraßen unterwegs.
Hinter dem Transponderteppich wurden wir gestoppt und Blockweise in die „sehr gefährliche“ Abfahrt nach Gefäll geschickt. Da ich nun schon einmal stand ging ich kurz austreten und stopfte mir einen Riegel aus dem Verpflegungswagen rein. Die Helfer waren übrigens sehr nett und das nicht nur an dieser Verpflegung.
Die Abfahrt nach Gefäll empfand ich nicht so spektakulär, sie war allerdings ein Grund dafür, dass die Zeitnahme nicht über die komplette Strecke erfolgte. Die Polizei hatte ein Rennen auf diesem Abschnitt untersagt.
Nach Gefäll formierte sich eine Gruppe, die mächtig aufs Pedal drückte. Ich versteckte mich im Windschatten, musste zwischendurch allerdings auch meinen Beitrag leisten. Irgendwann konnte ich das Tempo nicht mehr mitgehen und fiel zurück.

Nach dem ersten Kontrollpunkt – es gab fünf und man bekam jeweils ein Bändchen angelegt – traf ich Harald von der RSG Würzburg. An der folgenden Verpflegung beschlossen wir, das Rennen gemeinsam durchzuziehen. Diese Schicksalsgemeinschaft war eine sehr gute Entscheidung, konnten wir uns zwischendurch doch immer wieder gegenseitig aufbauen und ermutigen.

Der Rest ist eigentlich schnell erzählt…

Das Wetter wurde besser, die Strecke hart und härter (noch mal fast 1000 Höhenmeter auf den letzten 40Kilometern), die Verpflegung war super und die Helfer wie oben schon erwähnt sehr hilfsbereit und nett. Immer wieder feuerten sie uns an. Ein besonderes Highlight für unser Duo war die exklusive Motorradeskorte. Zwei motorisierte Polzisten begleiteten uns über mehrere Kilometer und räumte für uns die Radwege, Straßen und Kreuzungen frei. Die beiden waren echt super! 🙂
Überhaupt leistete die Polizei sehr gute Arbeit an diesem Tag.

Nach 11 Stunden und 38 Minuten brutto überquerte ich mit Harald gemeinsam die Ziellinie in Schondra. Yeah! Netto brauchte ich 10 Stunden 55 Minuten. Damit war ich mehr als zufrieden.

Und während ich mein alkoholfreies Finisher-Radler genoss durfte Harald aufs Treppchen. Seine Zeit hatte für den 2. Platz in seiner Altersklasse gereicht – Gratulation! 🙂

Diane hatte mich schon im Ziel erwartet und übernahm so ein bisschen die Steuerung über mich, da ich etwas planlos war… 😉
Sie war am Morgen übrigens auf einer der RTF-Strecken unterwegs und kämpfte sich ebenfalls tapfer durch den Regen.
Nach kurzer Erholungzeit meldete ich mich in der Halle zurück und nach der Kontrolle der Bändchen am Arm wurde mein Ergebnis offiziell bestätigt. Man kam nämlich nur in die Wertung, wenn man alle Kontrollpunkte passiert hatte.

Ich hatte es geschafft und das in einer ganz passablen Zeit. Ich war zufrieden und Diane fuhr mich nach einer Bratwurst und einer Dusche nach Hause.

Fazit:

Rhön 300 war eine tolle Veranstaltung. Für die erste Durchführung gab es wirklich erfreulich wenig Kritikpunkte und viele positive Eindrücke. Größter Kritikpunkt war die Ausschilderung, aber das hat der Veranstalter inzwischen sicherlich oft genug gehört… 😉
Ansonsten hoffe ich, dass sich das Event etablieren kann und im nächsten Jahr wieder stattfindet. Ob ich dann allerdings noch einmal teilnehme kann ich jetzt noch nicht sagen.

Keep  on cycling!

Arlberg Giro

Eine Woche nach dem Hohler Buckel stand das eigentliche Saison-Highlight auf dem Programm: Der Arlberg Giro.
Von den reinen Daten her sicher kein Schwergewicht in der Alpen-Marathon-Szene. Aber er passte in unseren Terminkalender und er wäre sicher auch für Diane gut zu meistern gewesen. Allerdings kam bei ihr eine Schulter-OP dazwischen, die ihr die Saison verhagelte.
Nach St. Anton reisten wir trotzdem zu zweit an, da wir die Kinderbetreuung nun schon mal organsiert hatten.
Wir residierten im Nassereinerhof, den wir bereits von einem Kurzaufenthalt 2012 kannten. Damals endete in St. Anton die erste Etappe unserer Version der Albrechtroute.


Die Aussicht von unserem Hotelzimmer.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir die Startunterlagen und das Finisher-Trikot holen, dass es schon vor dem Start gab. 😉

Diane holte ebenfalls ihre Unterlagen, um die Startnummer dann am nächsten Tag als DNS abzugeben.

Nach der Pasta-Party, bei der ich noch einen Bekannten von der Maratona 2014 traf, schauten wir kurz dem Stadtkriterium zu, welches zu den schnellsten von Österreich zählt. Die Profis rasten in einem imposanten Tempo über den teilweise sehr engen und verwinkelten Kurs – immer am Anschlag.

Das Pacecar – wow, was für eine Kiste!

Dann kehrten wir ins Hotel zurück. Ich bereitete meinen Krempel für den nächsten Morgen vor, um nicht zu viel Lärm zu machen. Nebenbei beobachtete ich noch eine Bergrettung vom Balkon aus.

Am frühen Abend war ein Gewitter aufgezogen und ein paar Wanderer kamen wohl nicht mehr rechtzeitig vom Berg herunter. Es war aber nichts Schlimmes passiert, da alle Beteiligten aus eigener Kraft den Hubschrauberlandeplatz verließen und auch kein Rettungswagen vor Ort war.

Wir nahmen das Abendessen im Hotel ein und gingen früh zu Bett. Ich schlief sehr unruhig und benötigte, wie eigentlich immer in solchen Situationen, keinen Wecker. Kurz vor 5 Uhr saß ich in voller Montur am Frühstückstisch.

Die Wettervorhersagen waren eigentlich ganz gut. Trocken und frische 14°C im Tal am Morgen. Im weiteren Verlauf sollten die Temperaturen dann bis auf 25°C ansteigen.
Ich entschied mich für einen kurze Hose, kurzes Trikot mit Armlingen, Unterhemd und Windweste. Und dünne Langfingerhandschuhe. Eine sehr gute Wahl wie sich bald zeigte…

Kurz vor 6 Uhr stand ich im zweiten Startblock. Ich war erstaunlich ruhig, wie mir mein Puls anzeigte. Ich war mir sicher, die Strecke zu schaffen, nur die Zeit war fraglich. Irgendwas zwischen 5,5 und 6 Stunden wollte ich schaffen.

Kurz nach 6 rollte der zweite Block dann los. Gleich nach wenigen Kilometern ging es richtig zur Sache – der Anstieg auf den Arlbergpass. Ich fand mein Tempo und versuchte auf dem bis zu 15% steilen Anstieg nicht zu überziehen. Gut 500 Höhenmeter überwand ich so. Kurz vor der Passhöhe fuhren wir in einen Tunnel und beim rausfahren: REGEN! So eine Sch…..!!! Ich fluchte laut. Denn es folgte die Abfahrt und ich hasse nichts mehr als eine kalte Abfahrt im Gebirge bei Regen…
Erstaunlicherweise verlief die Abfahrt aber besser als erwartet und kurz vor Bludenz hörte der Regen auf.
Dann begann der Anstieg zur Bielerhöhe über die Silvretta-Hochalpenstraße – landschaftlich ein Traum und sportlich fordernd.

Auch hier zog ich mein Tempo durch und merkte, dass ich gut unterwegs war. Auf der Passhöhe wartete die zweite Verpflegung auf uns Teilnehmer. Hier füllte ich, nachdem ich die erste Verpflegung ausgelassen hatte, meine zwei Bidons auf und stopfte mir was Festes zwischen die Zähne – bloß keine Zeit verlieren. Die Abfahrt von der Passhöhe machte dann richtig Spaß – so langsam finde ich tatsächlich Gefallen am Abfahren.


Mit vollen Backen in die Abfahrt… 😉

Als es bei Ischgl flacher wurde, fand sich eine tolle Gruppe zusammen und ich war auf 5-Stunden-Kurs. Wir rasten im Eilzugtempo in Richtung letzte Verpflegung und Schlussanstieg. Mein Plan war, die letzte Verpflegung auch auszulassen. Ich hatte genug Trinken in den Flaschen, im Trikot war noch ein Riegel und ein Gel und es waren ab der Verpflegung eh nur noch 20 Kilometer bis ins Ziel. Mein Platz war zu dem Zeitpunkt etwas weiter hinten in der großen Gruppe und ich pedalierte auf dem kleinsten Ritzel. Gerade schimpfte ich meinen Vordermann, der sich ein Gel gedrückt hatte und die Verpackung einfach wegschmiss (und dazu gleich noch anderen Müll aus seiner Trikottasche) als die Straße leicht bergauf ging. Ich schaltete runter – und nix passierte… Mist!!! Dieses Problem hatte ich ein, zwei Mal vor dem Rennen bereits gehabt und nach ein paar weiteren Schaltversuchen bewegte sich der Schaltkäfig. Aber gerade heute passierte nix. Ich ging aus dem Sattel, schaltete wenigstens vorne runter und drückte bis zu Verpflegung durch. Die kam zum Glück nach wenigen Höhenmetern. Ich stieg vom Rad und fluchte vor mich hin. Panisch versuchte ich zu schalten, aber es ging nicht. Ein paar Zuschauer kamen mir zur Hilfe und versuchten zu helfen, aber keiner wusste Rat. Nach einer gefühlten Ewigkeit verzweifelter Schaltversuche, Wutanfällen und Phasen der Resignation funktionierte die Schaltung wieder. Ok – es waren wohl nur ein paar Minuten gewesen… 😉
Aber die Gruppe war weg und die Zeit um die 5 Stunden wohl auch. Ich schwang mich aufs Rad, wurde noch einmal von den Zuschauern angefeuert und stampfte in Richtung Ziel. Auf dem Weg dorthin waren nochmals ca. 400 Höhenmeter zu überwinden. Ich sammelte ein paar Fahrer ein, und zu dritt stürmten wir in Richtung St. Anton. Die Streckenführung wich ein paar mal von der Bundesstraße ab und führte durch ein paar kleine Dörfchen, eine angenehme Abwechslung zu der verkehrsreichen Hauptstraße. Wegen Bauarbeiten bis Ende des Jahres ist nämlich der Arlbergtunnel gesperrt und der Verkehr fließt über den Arlbergpass. Und so standen wir die letzten Kilometer vor dem Ziel im Stau. Ein nicht abreißender Strom Abreisender wälzte sich in Richtung St. Anton und weiter. Wir versuchten uns so gut es ging durchzuschlängeln, aber wirklich Tempo machen konnten wir jetzt nicht mehr.
Dafür gab ich im Zielsprint nochmals alles!

Nach einer Zeit von 5:08:54 war ich im Ziel – und damit viel früher als erwartet. Ich freute mich über meine Zeit und dass ich gut und gesund durchgekommen war. Und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich nicht Sub 5 gefahren war. Es wäre vielleicht möglich gewesen (kein Regen, keine Panne, kein Stau). Aber hätte sich dadurch etwas geändert? Gewonnen hätte ich eh nicht und ob ich jetzt zehn Plätze weiter vorne gewesen wäre… Aber gut, ich kann ja wieder kommen. 😉

Bei der Zielverpflegung langte ich tüchtig zu. Wurst- und Käsebrötchen und total leckere Melone. Dazu ein paar Becher Cola und Energiedrinks und schon war ich wieder oben auf. Diane erreichte ich telefonisch beim Wandern und teilte meiner erstaunten besseren Hälfte mit, dass schon alles vorbei war. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir beim Wellnessen im Hotelpool und natürlich mit Kaffee und Kuchen.

Am Montag fuhren wir dann, ganz ohne Rückreiseverkehr, wieder nach Hause.

Fazit: Der Arlberg Giro ist ein tolles Event, das noch toller ohne den Verkehr gewesen wäre. Aber wie die Organisatoren beim Fahrerbriefing schon sagten – Straßensperrungen sind sehr teuer und aufwendig. Auf alle Fälle hatte ich viel Spaß und kann mir eine nochmalige Teilnahme durchaus vorstellen.

PS: Zu Hause fand ich dann heraus, warum die Schaltung blockierte:

Ein zerschlissener Schaltzug im Schalthebel war der Übeltäter – da hatte ich echt Glück, dass der Zug nicht komplett riss… 🙂

Das etwas andere Höhenprofil – 6 von 12 Stunden Hohler Buckel

Vergangenen Sonntag fand das Event „12 Stunden Hohler Buckel“ von Besi & Friends (Rad statt Rollstuhl) statt.

Höhenmeter sammeln, quasi vor meiner Haustüre, und dann noch für einen guten Zweck? Da war ich gerne dabei!
Bei der Veranstaltung ging es darum, innerhalb von 12 Stunden so oft über den Hohler Buckel zu fahren, wie man wollte oder konnte. Als Teilnehmer legte man bei der Anmeldung einen Cent-Betrag fest, den man nach absolvierter Teilnahme pro erfahrenen Höhenmeter spenden möchte. Des Weiteren konnten die Teilnehmer von externen Unterstützern gesponsert werden. Mein besonderer Dank geht hierbei an Transalp-Shuttle.com, die mich mit einer Spende unterstützten.
Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen, das entsprach ca. 150 Kilometern und 3.670 Höhenmeter – eine gute Vorbereitung auf den Arlberg Giro und Rhön 300.

Offizieller Start war um 6 Uhr, aber da man bis 12.30 Uhr frei starten konnte, begann ich meine Fahrt um 7 Uhr. Vorher holte ich meinen Startbeutel mit Startnummer ab. Zusätzlich zu Riegel und Gel befand sich noch eine Trinkflasche und ein top Minitool von Schwalbe im Beutel. Super!
Die Veranstaltung war mit 250 Teilnehmern ausgebucht und es waren schon einige Fahrer/innen unterwegs, und zwar nicht nur mit dem Rennrad. Auch Mountainbikes, Touren- und Trekkingräder, Liegeräder und sogar ein Klapprad waren vertreten. Die Stimmung bei dem bestens organisierten Event war super.
Die Bedingungen waren fast ideal – es war nicht zu warm und es blieb bis auf einen kurzen Schauer trocken. Die Verpflegung im Start-/Zielbereich war sehr gut und ich legte den ersten Verpflegungstopp nach 4 Runden ein. Den zweiten nach 7 Runden. Nach 10 Runden beendete ich dann die Höhenmetersammelei.
Im Vorfeld dachte ich mir noch „Mensch, das wird bestimmt öde, immer wieder die gleiche Strecke.“, aber tatsächlich war es sehr kurzweilig. Am Anfang gab ich ordentlich Gas, was sich bei den letzten Runden deutlich bemerkbar machte. Vielleicht hätte ich es etwas langsamer angehen sollen… Meine Durchgangszeiten wurden immer länger. Zwischendurch überlegte ich kurz, ob ich nicht 1, 2 Runden mehr fahren sollte, aber nach der 10 Runde ging meine Motivation nach einer Rindswurst flöten. Ich hatte mein Soll ja erfüllt. Außerdem wollte ich mich noch beim Sommerfest der U7-Mannschaft meines Sohnes blicken lassen.
Fazit: Ein großes Lob für dieses tolle Radsport-Event und ich würde mich freuen, wenn es nächstes Jahr wieder stattfinden würde!
Laut dem Veranstalter Andreas Beseler (Besi) standen am Ende des Tages mit mehr als 550.000 Höhenmetern knapp 27.000 EUR auf der Spendenuhr. Wow – sensationell!


Was ein Höhenprofil – hatte ich in der Form auch noch nicht… 😉

Hier noch ein paar Fotos – dankenswerterweise von www.highlanderTV.eu.


Nach 6 Runden…


Nach 7 Runden…


10 Runden – ich habe/bin fertig… 😉

Mehr Fotos gibt es auf Highlanders „Rhein-Main-Sports“ Blog: *click*

Keep on cycling!

Pfingsten fährt man in Bimbach! Mal wieder.

Das Motto ist klar – „Pfingsten fährt man Bimbach!“ – und wenn nichts dazwischen kommt halte ich mich daran. Inzwischen muss man echt schnell sein, um einen der bergehrten Marathonstartplätze zu ergattern. Schon wenige Stunden nach der Freischaltung der Anmeldung sind die Plätze nämlich weg. So saß ich, quasi mit dem Finger am Abzug (bzw. auf der rechten Maustaste), am PC und sicherte Diane und mir zwei Plätze. Diane wollte auf die 180er-Schleife und ich wollte mich an der „Extrem“-Variante mit 258 Kilometer und 4.700 Höhenmetern versuchen.
Leider fiel Diane wegen einer Schulter-OP im Vorfeld aus, aber es war klar, das ich fahren würde. Kurz überlegte sie noch im Vorfeld, eine der kurzen Strecken zu fahren, aber ein Test zeigte schnell, dass sie noch nicht so weit ist. Mit nach Bimbach wollte sie aber doch, eventuell etwas wandern in der Rhön.
Die Jahre vorher residierten wir in Bad Salzschlirf. Heuer wollten wir bei gutem Wetter eventuell in Bimbach zelten. Ich war mir nicht sicher, ob das ein guter Plan war – immerhin lagen meine letzten Zelt-Aktionen schon ein paar Jährchen zurück und fanden immer im Rahmen ziemlich ausschweifender Festival-Besuche statt… 😉
Die andere Möglichkeit wäre gewesen, zu Hause zu schlafen, um 3 Uhr aufstehen, um 3.30 Uhr losfahren, 5.30 Uhr Startunterlagen hohlen und pünktlich um 6 Uhr zu starten.
Wir entschieden uns wegen mangelnder Zeltpraxis und dem nicht ganz so optimalem Wetter (Samstagabend und -nacht Unwetter in Großenlüder) für die Heimschläfer-Variante. Ein gute Entscheidung.
Überhaupt das Wetter – das war so eine Sache. Ich fuhr den Marathon schon bei fast 40°C, aber auch bei einstelligen Temperaturen und Regen. Was würde mich dieses Jahr erwarten?
Die Vorhersagen waren nicht so gut. Regen, auch etwas stärker, zumindest bis 9, 10 Uhr. So regnete es auch, als wir kurz nach halb vier ins Auto stiegen und in Richtung Rhön aufbrachen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Regen wurde nicht weniger, aber ich habe in den letzten 10 Jahren gelernt, dass man nicht aus Zucker ist und das Regen nur Wasser ist. Also holte ich wie geplant meine Startnummer, pinnte sie an mein Trikot, steckte die Stempelkarte ins Trikot und stellte mich um kurz vor 6 Uhr an den Start – und in den Regen. Zum Glück war es nicht so kalt. Mein Garmin zeigte  15°C an. Am Start war deutlich weniger los als die Jahre vorher.

Verhalten fuhr das kleine Feld hinter dem Startauto her. Die Straßen standen teilweise unter Wasser und die Sicht war wegen des Wassers auf der Brille auch nicht besonders gut. Da es allen so ging, war das Tempo zu beginn nicht gleich so hoch. Dennoch stand ein 30er Schnitt auf meinem Tacho, als ich zum ersten Verpflegungs- und Kontrollpunkt in Welkers kam. Ich hatte eine gute Gruppe erwischt und bis dahin stellten sich uns auch nicht viele Höhenmeter in den Weg. In Welkers zog ich dann mal die völlig durchnässten Handschuhe von den welken Fingern und flößte mir einen heißen Tee ein. Das tat gut. Natürlich war die Gruppe nach der Pause zerfallen. Das war aber egal, da es jetzt eh in die „Berge“ ging. Dabei stellte ich wieder einmal fest, dass der barometrische Höhenmeter von meinem Garmin bei Regen völlig versagte. Scheinbar funktioniert die Membran nicht, wenn sich Wasser darauf befindet. Beim 510er ist das kein Problem. So was kann mich ja nerven, vor allem, weil ich dann nicht weiß, was im weiteren Verlauf noch an Höhenmetern auf mich zukommen wird. Aber ich blendet das technische Problem aus. Kurz nach Welkers kam schon der erste Scharfrichter der Extrem-Runde: Die 18%-Rampe auf die Ebersburg. Wetter und 3-4 Kilo zu viel auf den Rippen verhinderten eine neue persönliche Bestzeit auf dem Strava-Segment. Dank des Rückenwindes war die Zeit aber doch nicht so schlecht und ich überholte ein paar andere Marathonisti.

Bei der darauf folgenden echten ersten Abfahrt war schnell klar, das wird heute nichts mit einer sehr guten Zeit. Bei diesen Bedingungen würde ich es nicht schaffen, unter 10 Stunden zu bleiben, was eigentlich mein Plan war.

Von Poppenhausen ging es nun hinauf zur Wasserkuppe. Da ich nun eh nicht mehr auf „Bestzeit“ fuhr, konnte ich einem anderen Radler helfen, der am Straßenrand stand und bisher wohl erfolglos die passierenden Teilnehmer nach einer Luftpumpe fragte. Seltsam, niemand vor mir hielt an. Komisch, hatte da wirklich keiner eine Pumpe dabei? Oder fuhren sie alle auf „Sieg“ und konnten sich die paar Minuten zusätzlich nicht leisten? Oder war doch der Regen und die frischen Temperaturen Schuld? Mir tat der Kerl leid und ich hielt an. Mit meiner Kombipumpe (Kartusche/Pumpe) war die Panne bald behoben und ich setzte meine Fahrt fort. Der Andere bestimmt auch gleich, nachdem er das Rad wieder eingebaut hatte. So lange wollte ich dann aber doch nicht warten. Kurz darauf kam mir der Pannenservice der Organisatoren entgegen. Der Plattfuß wäre auch so sicherlich schnell behoben worden…

Auf dem Weg zur Wasserkuppe wurde mir endlich wieder warm. Der Regen hielt aber an. Dazu kam nun noch Nebel und ein relativ starker Wind. Na toll.

Trotz der widrigen Bedingungen verrichteten die Fotografen von rtf-fotos.de tapfer ihren Job. Ein großes Lob dafür an dieser Stelle.

Nach der zittrigen Abfahrt nach Wüstensachsen folgte die nächste längere Auffahrt. Und zwar auf die Hohe Rhön. Ein wirklich schöner Streckenabschnitt – bei schönem Wetter. Heute fegten Wind und Regen über die Hochebene und verhinderten so größeren Fahrspaß. Der wollte auch nicht bei der Abfahrt nach Bischofsheim aufkommen. Wasser, Schotter, Äste und ähnlicher Unrat von Regen und Starkwind auf die Straße verbracht bereiteten mir Krämpfe in den Händen. Bei diesen Bedingungen konnte ich es einfach nicht laufen lassen. Anderen schien das weniger auszumachen und sie überholten mich in einem Affenzahn. Irgendwann war ich endlich unten in Bischofsheim. Hier wartete der zweite Kontrollpunkt auf uns. Die Verpflegung hier war, wie bei allen anderen Verpflegungsstellen, vorbildlich. Ich war mit Diane verabredet, die schon länger als geplant auf mich wartete – ich hing bereits hinter meinem Zeitplan. Eigentlich war ab 9 Uhr Wetterbesserung vorhergesagt und ich wollte eventuell meine Regenjacke, langen Handschuhe und Überschuhe abgeben. Das Wetter besserte sich etwas, aber ich wollte meine Kleidung noch nicht abgeben. Die Pause fiel länger aus als geplant – zu verlockend war die Kuchentheke. Dazu wurde noch Kaffee gereicht – perfekt! Schließlich setzte ich mich wieder auf das Rad und fuhr weiter. Mit meiner Frau verabredete ich mich für den nächsten Kontrollpunkt, vielleicht würde ich mich ja dann meiner dann hoffentlich überflüssigen Regenbekleidung entledigen können.

Der Regen ließ nun nach, dafür frischte der Wind weiter auf. Gefühlt hatte ich ab jetzt nur noch Gegenwind. Mit etwas Glück und Anstrengung konnte ich zu einer kleinen Gruppe auffahren, die ganz gut Druck machte und ich konnte im Windschatten bis zum nächsten Anstieg – wieder auf die Hochrhönstraße – bleiben. War schon der Anstieg windig musste ich auf dem kurzen Flachstück und der Abfahrt nach Fladungen höchste Konzentration wallten lassen und den Lenker gut festhalten. Auch andere Mitfahrer fluchten ob der miserablen Bedingungen.

Endlich erreichte ich die Kontrolle in Fladungen. Diane wartete schon auf mich. Ich freute mich sehr, sie zu sehen. Das gab mir wieder etwas Zuversicht. Vor allem weil sie sagte, dass in keinem Gesicht der hier Ankommenden so etwas wie Spaß oder Freude zu sehen war. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich holte mir meinem Stempel und stopfte auf dem Weg dorthin alles in mich rein, was ich in die Hände bekam. Besonders genial: Ein Becher heiße Brühe! Warme Elektrolyte – super! Auf den Teller Nudeln mit Soße verzichtete ich wie immer – das dauert mir zu lange und bei so einer Strapaze mag ich zwischendurch kein richtiges Essen.

Der nächste Treffpunkt wurde für den nächsten Kontrollpunkt verabredet. In Kaltenlengsfeld wurde ich endlich meine Regenklamotten los. Das Wetter wurde nun richtig schön. Nur der leidige Wind blieb. 160 Kilometer hatte ich bereits in den Beinen. Es sollten noch 100 folgen. Gut, noch 4 Stunden kämpfen, dann wäre auch dieser Rhön Radmarathon geschafft.

Ich beschloss, es locker anzugehen. Eine neue Bestzeit würde ich eh nicht mehr schaffen, zumal die Streckenführung für mich auch neu war. Bei Frankenheim überschritten wir, die Marathonisti, ein letztes mal die 800-Meter-Höhenmarke. Doch auch die weniger hohen Hügel gegen Ende der Strecke taten noch einmal so richtig weh. Zweimal machte ich noch eine kurze Pause, an den Kontrollpunkten in Morles und in Magretenhaun. Die Standzeit fiel nun kürzer aus, da ich Diane erst wieder im Ziel treffen würde. Sie wollte noch etwas von dem Tag haben und ging auf der Wasserkuppe spazieren.
Bis kurz vor Fulda kämpfte ich alleine, ab da fand sich wieder eine kleine Gruppe mit einem starken Fahrer an der Spitze zusammen. Er brachte noch richtig Kraft aufs Pedal und ich konnte mich gerade noch so im Windschatten halten. Endlich kam die letzte Abfahrt in Bimbach und die letzten Höhenmeter ins Ziel.
Geschafft! 🙂

Kurz vor 17.30 rollte ich durch den roten Zielbogen. Diane wartete schon auf mich. Ich lag gut 1,5h hinter meiner heimlich angepeilten Zeit aber angesichts der widrigen Umstände war ich mit dem Ergebnis dann doch ganz zufrieden.

Während der Regeneration bei Bratwurst und alkoholfreiem Weizenbier trafen wir noch zwei aus dem Wellness & Bike – Team, die erfolgreich die Basic-Runde absolviert hatten. Nach einem Plausch und weiteren Erfrischungsgetränken fuhr mich meine liebe Frau nach Hause. Danke dafür und den Support auf der Strecke. Irgendwann revanchiere ich mich. 😉

Fazit: Bimbach ist super und sicher eine der am Besten organisierten Radmarathon-Veranstaltungen bei denen ich bisher mitfuhr. Es ist mir jedes Mal wieder eine besondere Freude.
Die Bedingungen waren dieses Jahr sehr hart und ich war sicher nicht ganz so fit wie bei meinen zwei letzten Teilnahmen. Dafür schleppte ich 3-4 Kilo mehr als sonst mit mir herum. Aber gut, so ist es nun mal. 😉
Bruttozeit: 11h21min
Nettozeit: 10h12min
Da ist noch Luft nach oben. 2018 muss ich aus terminlichen Gründen pausieren, vielleicht gehe ich 2019 eine Zeitverbesserung an…

Etwas beruhigter gehe ich nun mein großes Ziel für heuer an: Die erfolgreiche Teilnahme bei Rhön 300. Für diese Strecke besteht ein zeitliches Limit von 13 Stunden – das will ich schaffen!

Keep on cycling!

Für einen guten Zweck: 12 Stunden Hohler Buckel


© Rad statt Rohlstuhl

Höhenmeter sammeln für einen guten Zweck? Da bin ich doch gerne dabei! Zumal der „Hohler Buckel“ fast vor meiner Haustüre liegt. Und gut in meine Rennvorbereitung passt das Event auch. Sicherlich werde ich keine 12 Stunden über den Hügel fahren, aber mindestens zehnmal möchte ich es schon schaffen. Das wären dann ca. 150 Kilometer und 3.670 Höhenmeter. Jeder Teilnehmer legt vor dem Start einen Betrag X fest, den er pro geschafften Höhenmeter zugunsten der Nathalie-Todenhöfer-Stiftung spendet. Eine gute Idee und eine tolle Veranstaltung von Besi & Friends.
Also falls du noch nichts vor hast am 23.07. – es gibt noch ein paar Startplätze.
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