Radmarathon Tannheimer Tal 2016 oder auf der Flucht vor der 9h-Gruppe

Rückblick auf den 10.07.2016

Kommen wir zu dem sportlichen Highlight 2016 aus unserer Sicht – dem Radmarathon im Tannheimer Tal.
Diese Veranstaltung war die einzige, die dieses Jahr unsere Vorgaben erfüllte.

  1. Wir wollten beide starten
  2. Es musste für Diane eine machbare Strecke geben
  3. Es musste mit einer Übernachtung an einem Wochenende machbar sein

Viel Auswahl blieb da nicht, da auch noch unser Familienurlaub im August anstand. Ich meldete uns also beide für den Radmarathon an. Für mich war die Langstrecke mit 230 Kilometern und 3.300 Höhenmetern wie gemacht und Diane wollte auf der Mittelstrecke mit 130 Kilometern und 930 Höhenmetern starten. Das waren machbare Aufgaben. Erfreulicherweise waren auch die Startgebühren sehr erschwinglich.

Die Betreuung der Kinder übernahmen dankenswerterweise erneut meine Schwiegereltern und wir starteten samstags früh in Richtung Tannheimer Tal. Die Anreise verlief reibungslos und wir bezogen unser Quartier, den Alpengasthof „Zur Post“ in Schattwald, am frühen Nachmittag. Im Anschluss fuhren wir zur Anmeldung und Expo, wo wir unsere Startunterlagen abholten.

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Wir deckten uns noch mit Andenken ein – Diane erstand ein tiptop Armband und ich legte mir, entgegen meiner Planung, das Trikot und die Hose zur Veranstaltung zu. Zwei Paar Socken erhielt  jeder Teilnehmer als Startgeschenk.

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Nachdem wir gecheckt hatten wo wir am Renn-Morgen parken sollten gönnten wir uns einen Apfelstrudel uns eine Tasse Cappuccino. Die Zeit bis zum Abendessen nutzten wir für die obligatorischen Vorbereitungen.

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Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren fuhren wir ein weiteres Mal nach Tannheim und suchten uns eine Pizzeria. Die Pizza war ok und wir kehrten erschöpft und gesättigt ins Hotel zurück.

Der Wecker klingelte früh. Außer uns fanden sich noch weitere Radsportler zu einem schnellen Frühstück ein. Wie immer nahm ich mir eine Schüssel Müsli mit Joghurt und ein Honigbrötchen. Das hat sich über die Jahre bewehrt. Da Diane eine Stunde später starten würde übernahm sie die Fahrt nach Tannheim und die Parkplatzsuche. Die Zeit wurde knapp und ich nervös. Zum Glück fanden wir einen Parkplatz. Ich wollte auf keinen Fall den Start verpassen. In aller Eile baute ich mein Vorderrad ein und prüfte ein letztes Mal Luft, Bremsen und meine Ausrüstung. Da das Wetter sehr gut gemeldet war verzichtete ich auf Weste, Jacke, Arm- und Beinlinge. Kurz bereute ich das, da es am frühen Morgen noch sehr frisch war. Aber im Verlauf des Tages war ich froh, nicht mehr dabei zu haben.
Ich verabschiedete mich von meiner Frau und wünschte ihr viel Glück. Dann hastete ich zum Start und wartete zitternd auf den Startschuss. Ich hatte keine Ahnung ob ich mich vorne oder hinten befand. Es stellte sich heraus, dass ich mich ziemlich weit am Ende des Startfeldes befand. Zögernd setzte sich das Fahrerfeld irgendwann in Bewegung. Einclicken, ausclicken, einclicken,… das übliche Procedere. Bis ich über die Startlinie rollte waren bereits ca. 6 Minuten vergangen. Leider wurde die Zeit ab 6 Uhr genommen und nicht ab dem Zeitpunkt, an dem man über die Startlinie rollte. Ok – 6 Minuten mehr oder weniger spielen eigentlich keine Rolle… 😉

Mein Ziel war es, unter 8 Stunden zu bleiben. Am Anfang nicht überpacen und hinten raus noch ’ne Schippe drauflegen – so wollte ich den Marathon angehen. Nicht überpacen fiel am Anfang recht leicht, da wir zunächst neutralisiert auf Radwegen eine Schleife über Grän fuhren. Ab da hieß es: Feuer frei.

Bis zur ersten Verpflegung war ich super unterwegs. Ich befand mich öfters an der Spitze eines größeren Feldes und fuhr meine Geschwindigkeit. Ich war mir sicher gut unterwegs zu sein. An der Verpflegung hielt ich mich nicht lange auf. Gerade als ich zurück zum Rad eilte hörte ich es: „Die 9-Stunden-Gruppe – Abfahrt!“
Waaaas? Als ich mich umblickte befand ich mich mitten der 9-Stunden-Gruppe von Marcel Wüst. Der bietet sich Teilnehmern als Pacemaker für eine Zeit von 9 Stunden an. Meine Motivation flog dahin… Das darf doch nicht war sein, ich dachte ich wäre viel schneller unterwegs gewesen. Auf den nächsten Kilometern versuchte ich mich von der Gruppe abzusetzen. Es ging immer noch recht flach durchs Allgäu und es gelang mir nicht. Ok – bleibe ich halt in der Gruppe und fahre das Ding in 9 Stunden – das waren meine Gedanken. An der Verpflegung vor dem Riedbergpass hielt ich kurz an um meine Flasche aufzufüllen und Kohlehydrate nachzuschieben. Die „Wüsts“ fuhren weiter. Verdammt…
Dann kam der Pass. 16% über 4 Kilometer! Sau anstrengend. Aber die „Wüsts“ waren alles keine Bergfahrer. Ich holte mir einen nach dem anderen. Und ich konnte mich wohl etwas absetzen. Zumindest sah ich nach dem Riedbergpass keinen der Gruppe mehr.

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Die Abfahrt lief für meine Verhältnisse gut. Den folgenden Abschnitt Richtung Hochtannbergpass kannte ich vom Highlander. Hier war es wichtig, eine gute Gruppe bis zum Einstieg in den Pass zu haben. Zum Glück fand ich eine solche. 😉

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Ein weiteres Mal hieß es schnell stärken und hinein ins Vergnügen. Der Pass ist sehr schön, wenn auch am Anfang nicht gerade flach. Eine Besonderheit ist die Kurve auf einer Brücke – das sieht schon toll aus.

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Zur Passhöhe hin wird die Strecke flacher und ich konnte mich an dem tollen Panorama erfreuen. Es folgte eine flotte Abfahrt ins Inntal. Auch hier war es wichtig, eine gut funktionierende Gruppe zu haben. Diese fand sich zum Glück zusammen und wir flogen, uns in der Führung abwechselnd, in Richtung Gaichtpass. Hier zerfiel die Gruppe. Ein Teil bog in die letzte Verpflegung ab, die ich ausließ. Zu dritt begannen wir den letzten Anstieg. Wir plauderten noch kurz über die gute Zusammenarbeit auf den letzten Kilometern und über den Marathon, dann setzte ich mich ab. Ein Blick auf meinen Tacho verriet mir, dass mein Ziel Sub 8h in greifbarer Nähe war.

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Allerdings musste ich etwas Gas geben. Die Sonne knallte nun ganz schön auf die Kletterpassage und ich fragte mich, ob es ein kluge Entscheidung gewesen war, die letzte Verpflegung auszulassen. Naja, würde schon gehen, es war ja nicht mehr weit…

Ich kam gut auf der Passhöhe an und freute mich auf die letzten Kilometer. Diese wurden allerdings ganz schön zäh – ein veritabler Gegenwind stellte sich mir entgegen. Ich musste noch einmal ganz schön Kämpfen – dann war es geschafft.

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Unter acht Stunden – yeah! Fast einen 30er Schnitt – yeah! Ich war froh, dass ich meine Vorgaben erreicht hatte. Ich wurde bereits von der frisch geduschten und umgezogenen Diane erwartet. Sie hatte sich für die kurze Strecke mit 85 Kilometern und 690 Höhenmeter entschieden – die Vorbereitung lief für sie in diesem Jahr nicht ganz so gut. Dennoch hatte sie ihr Ziel, einen 25er Schnitt zu fahren, erreicht.

Schwitzend erholte ich mich von den Strapazen und mir war zunächst etwas übel. Aber die Zielverpflegung trug zur Regeneration bei. Da wir allerdings noch nach Hause fahren mussten, brachen wir bald zurück zu unserer Unterkunft auf. Das Zimmer hatten wir zwar schon geräumt, aber ich durfte in der Sauna duschen – welch ein Luxus.

Spät am Abend kamen wir zu Hause an. Wir waren sehr zufrieden mit dem Wochenende und dem Event und ich empfehle die Veranstaltung gerne weiter. Nur der Verkehr – besonders am Hochtannbergpass und im Inntal war etwas störend. Aber so ist das halt an einem schönen Tag in den Alpen. Und gesperrte Straße gibt es ja bei den wenigsten Veranstaltungen. Insofern sind die eingebauten Radwegabschnitte gar nicht so verkehrt… 😉

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Keep on cycling!

 

2 Gedanken zu „Radmarathon Tannheimer Tal 2016 oder auf der Flucht vor der 9h-Gruppe

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