Kurztrip Sexten – Tag 3

02.09.2017

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an den „Urlaubsmodus“ gewöhnen kann…
Auch für den dritten Tag waren die Wetteraussichten nicht so, wie wir sie uns gewünscht hatten. Das bedeutete, dass wir wieder in den unteren Stockwerken der Sextener Dolomiten fahren würden. Denn fahren wollten wir auf alle Fälle, so schlecht war das tatsächliche Wetter am Morgen nämlich gar nicht. Am Vorabend hatte ich eine weitere Alternativroute herausgesucht – es sollte eine Stichtour ins Innerfeldtal zur Dreischusterhütte werden: Auffahrt zur Hütte auf einer für PKW und Krad gesperrten Asphaltstraße, Einkehr zum Essen und Abfahrt auf einem Trail – das hörte sich gar nicht so schlecht an. 😉

Also schwangen wir uns nach dem Frühstück auf unsere Bikes und rollten auf dem Radweg das Tal hinab in Richtung Innichen.

Kurz hinter einem kleinen Stausee zweigte der Weg an einem Parkplatz für Wanderer nach links ins Innerfeldtal ab. Wir hoben uns den Wanderweg für die Abfahrt auf und pedalierten auf der Straße in Richtung Dreischusterhütte.

Die nicht allzu lange und eher flache Auffahrt auf der einsamen Straße gestaltete sich sehr kurzweilig. Nur wenige Wanderer waren unterwegs, keine Autos oder Motorräder störten uns beim Anstieg und der Pendelbus, der Wanderer ein Stück vom Parkplatz bergauf shuttelte, kam auch nicht oft vorbei.

So konnten wir uns ganz auf die Natur und die Umgebung konzentrieren. Immer wenn sich die tief hängenden Wolken etwas hoben gaben sie den Blick auf die immer höher werdenden Dolomiten-Türme frei. Ein sehr imposanter Anblick. Imposant waren auch die Geröllmassen, durch die sich erst vor kurzer Zeit Bagger gekämpft hatten. Starke Regenfälle in jüngster Vergangenheit müssen gewaltige Geröll- und Schlammlawinen ins Tal ausgelöst haben. Wie klein und unbedeutend ist doch der Mensch angesichts solcher Naturgewalten…

Immer wieder querte der 105er Wanderweg die Straße nach oben. Was wir sahen, sah schon mal gut aus und wir freuten uns auf den Downhill.

Kurz darauf erreichten wir unser heutiges Ziel, die Dreischusterhütte. Sie ist ein beliebtes Einkehrziel und markiert auch gleichzeitig das Ende der fahrbaren Strecke für Mountainbiker. Ab hier beginnt der „Naturpark Sextener Dolomiten“, dort ist eine Befahrung mit Zweirädern untersagt. Das störte uns aber nicht weiter, wir wollten nach der Einkehr eh wieder zurück.

Nach dem ausgezeichneten (und für eine Berghütte erstaunlich ausgefallenen) Essen starteten wir in die Abfahrt. Es tröpfelte ein wenig als wir aufsattelten. Doch der Niederschlag war nicht von Dauer und wir konnten die Abfahrt auf dem schönen Trail in vollen Zügen genießen. Dank des nicht so tollen Wetters waren auch auf diesem Weg nur wenige Wanderer unterwegs und die seltenen Begegnungen liefen allesamt sehr freundlich ab. „Trail-Toleranz“ heißt hier das Konzept und es funktionierte sehr gut. Der Weg bot viel Flow und nur wenige technische Schwierigkeiten, war also super flüssig zu fahren.

Der 105er spuckte uns am Anfang des Tals aus und wir fuhren auf dem Radweg zurück nach Sexten. Auch der dritte Tag war gelungen und wir hatten eine weitere schöne Tour fahren können.

Im Hotel begann ich sofort mit der Planung für den vierten und letzten Tag. Eigentlich wollten wir hinauf zum Helm und die berühmte Demuth-Passage fahren, aber für die Nacht war ein weiterer Temperatursturz und Schnee bis auf 2.000 Meter gemeldet. Recht zügig fand ich aber eine weitere Alternative, falls sich das mit dem Schnee bewahrheiten sollte…

Keep on Biking!

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