Kurztrip Sexten – Tag 2

01.09.2017

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen verhieß nichts Gutes. Regen und dicke, dunkle Wolken hingen über dem Tal. Dementsprechend gemütlich begannen wir den Tag. Beim üppigen Frühstücksbuffet ließ sich die Zeit ganz hervorragend überbrücken. Dabei checkte ich immer wieder das Regenradar. Mit viel Glück würde es um die Mittagsstunden eine Regenlücke geben. Da wir nun einmal zum Biken hier waren, wollten wir es wagen. Allerdings suchte ich eine kurze, nicht allzu schwierige Strecke für uns heraus. Das Ziel waren die Rotwandwiesen. Dort oben könnten wir je nach Situation und Wetter die Strecke etwas variieren. Und eine Einkehrmöglichkeit zum Aufwärmen sollte auch vorhanden sein.

Wir packten die Regenklamotten ein und starteten die zweite Urlaubstour. Tatsächlich regnete es zu Beginn nicht. Das Wasser kam lediglich von unten, und da wir erst einmal bergauf fahren mussten, hielt sich der Wassereinbruch in Grenzen.

Leider hielt sich auch das Panorama in Grenzen. Aber dort oben, wenn sich die Wolken kurz lichteten, konnten wir unser Ziel erahnen…


Suchbild: Wer entdeckt die Hütte?

Die Hütte unterhalb der Rotwandwiesen blinzelte ab und an durch den grauen Schleier hindurch, nur die Gipfel ließen sich überhaupt nicht blicken.

Nach einem kurzen Trail begann der eigentliche Anstieg – komplett auf Schotter.

Solche Schotteranstiege finde ich aber nicht schlimm. Im Gegenteil – bergauf bevorzuge ich sogar Schotter und Asphalt. Was ich hingegen als wesentlich schlimmer empfand war der einsetzende Regen und die fallenden Temperaturen. Wir beschlossen trotzdem weiter zu fahren und oben in der Hütte einzukehren.

Auf den gegenüber liegenden Gipfeln sah es auch nicht viel besser aus und wir waren froh an diesem Tag nicht so weit hinauf zu müssen.

Kurz vor der geplanten Einkehr überquerten wir die sogenannten Rotwandwiesen. Die wohl herrliche Aussicht mussten wir uns allerdings vorstellen. Egal – wir hatten es fast geschafft und freuten uns auf ein wärmendes Mittagessen.

Als wir die Rudi Hütte erreicht hatten, sah diese allerdings alles andere als einladend aus. Was aber nicht an der Hütte selbst lag, sondern viel mehr der Tatsache geschuldet war, dass wir den Ruhetag erwischt hatten…

Außer uns machten noch ein paar Wanderer lange Gesichter… Während wir unsere Notfallriegel auspackten und unsere wärmeren Klamotten für die Abfahrt anzogen machten sich die Wanderer unverrichteter Dinge wieder auf den Rückweg.

Und dann geschah etwas Verrücktes. Für einen ganz kurzen Moment lichteten sich die Wolken um uns herum und vielleicht in 150 Meter Luftlinie entfernt war eine zweite Hütte – nämlich die Rotwandwiesenhütte – zu sehen. Und dort brannte tatsächlich Licht! Der Weg zur Hütte war schnell gefunden und wir kehrten unverzüglich ein.

Pasta mit frischen Pfifferlingen und Apfelstrudel hoben unsere Laune erheblich. Draußen allerdings hatte es sich nun eingeregnet. Irgendwann mussten wir schließlich doch wieder raus und ins Tal abfahren. Erneut waren wir froh, für diesen Tag nur eine kurze Tour herausgesucht zu haben und nicht in den „oberen Stockwerken“ der Dolomiten unterwegs zu sein.

Die Abfahrt versüßte uns dann sogar noch ein netter Trail und es regnete auch deutlich weniger.

Durchnässt und ausgekühlt, aber auch durchaus zufrieden mit der Tour, standen wir am frühen Nachmittag wieder vor unserem Hotel. Gerne nahmen wir an diesem Tag den hauseigenen Wellnessbereich für einen wärmenden Saunagang in Anspruch bevor wir am Abend wieder dem ausgezeichneten Menü fröhnten. Und ein toller Rotwein lockerte die Muskulatur und wärmte zusätzlich von innen. Hach – kann Urlaub schön sein.

Memo an mich: Auch nach vielen Jahren in den Bergen mit dem MTB können einem Flüchtigkeitsfehler unterlaufen (oder gerade dann). Nächstes Mal, gerade bei so einer kurzen Tour, anvisierte Hütte auf Ruhetag checken und Alternativen bereithalten. UND: GPS ist zwar eine tolle Sache, aber eine richtige Karte als Backup sollte immer dabei sein – habe ich normalerweise auch.

Keep on Biking!

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