Der Mountainbike Marathon in Pfronten

[Werbung (unbezahlt) wegen Marken-, Orts- und Namensnennung und Verlinkung.] (Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

23.07.2022

Endlich wieder Rennluft schnuppern! Darauf habe ich lange gewartet. Bereits 2020 hatte ich mich für den Marathon in Pfronten angemeldet.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung damals abgesagt. Ich ließ den Startplatz auf 2021 übertragen. Auch da wurde aus bekannten Gründen das Rennen abgesagt.
Aber dieses Jahr fand der Marathon statt! Ich freute mich schon sehr darauf – auch wenn meine Form nicht so gut war wie 2020…
Allerdings war ich auch nicht gänzlich untrainiert und war so guter Dinge, die 76 Kilometer und 2.600 Höhenmeter zu schaffen. Vielleicht sogar in einer Zeit so um die 4,5-5 Stunden – sollte ja technisch einfach sein, die Strecke.

Das schöne an dem Rennen ist, dass er für einen Marathon in den Alpen sehr günstig für uns liegt. Und dass er samstags stattfand, spielte uns auch in die Karten…

Diane begleitete mich spontan und nahm ihr Gravelrad mit, um während meines Rennens eine Runde in den Allgäuer Alpen zu drehen. Ausserdem würde sie die Heimfahrt am Samstagnachmittag übernehmen, wofür ich sehr dankbar war.

Freitags reisten wir also an. Unsere Ankunft in Pfronten war eine Punktlandung. Kurz vor 20 Uhr stand ich an der Anmeldung, an der bis 20 Uhr die Startunterlagen ausgegeben wurde. Somit würde der Samstagmorgen etwas entspannter verlaufen, zumal der Start eh erst um 9.30 Uhr stattfinden würde.

Danach checkten wir in unserer Unterkunft, dem Birkenhof, ein und gingen noch etwas essen. Das Maestros ist sehr zum empfehlen.

Nach einer ruhigen Nacht und einem leckeren Frühstück, bei dem es an nichts mangelte, rollte ich zum Start. Zuvor begutachtete ich allerdings noch die Räder der Teilnehmer der Klapprad WM, die im Rahmen des Marathons ebenfalls in Pfronten stattfand. Einige der Teilnehmer hatten nämlich auch im Birkenhof genächtigt. Was es nicht alles gibt…

Zehn Minuten vorm Start stand ich im überschaubaren Starterfeld der Extrem-Strecke. 101 Teilnehmer waren gemeldet, so hatte ich gestern Abend erfahren. Es kamen mir allerdings sehr viel weniger vor. Tatsächlich waren es nur 84. Eine erlesene Truppe also… Das machte mich etwas nervös – Letzter würde ich ungern werden.

Diane kam noch schnell angerollt, um mir Glück und Erfolg zu wünschen und um ein Startfoto zu schießen.

Mit einem Böllerschuss wurden wir auf die Runde geschickt. Das Wetter war so semi-gut. Nachts hatte es geregnet, kurz vor dem Start aber aufgehört.

Ziemlich zügig ging es auf den ersten Kilometern bis zum ersten Anstieg auf den Breitenberg voran.

Ein erster Anstieg über einen Wiesentrail zwang mich zum ersten Mal aus dem Sattel. Zu steil, zu matschig und weiter oben zu geröllig. Zum Glück war ich nicht der einzige, der schieben musste, und es war auch nur ein kurzes Stück. Dann ging es stetig bergan. Es begann etwas zu regnen, aber das war gar nicht so schlimm. Ich war eher froh über die Abkühlung.
Sehr gespannt war ich, wie ich mit meinem neuen Rad zurechtkommen würde. Zwar hatte ich es im Spessart schon getestet, aber noch nicht in den Bergen. Die Übersetzung 34-52 reichte locker aus. Über das relativ leichte Gewicht war ich ebenfalls froh.

Bis zur ersten Verpflegung auf dem Breitenberg brauchte ich gut 1,5 Stunden. Das war länger als erwartet. Das lag aber daran, dass mehrere Schiebestücke folgten. Der Berg war einfach zu steil für mich – und andere.

Kurz Flasche auffüllen, etwas Essbares zwischen die Zähne schieben und das Jäckchen überziehen, um auf der folgenden Abfahrt nicht auszukühlen – schon ging es weiter.

Zuvor wurde ich dank meines Spessart-Biker-Trikots angesprochen, wo ich denn genau herkommen würde. Der andere Fahrer kam aus Bad Kissingen und wir quälten uns einige Kilometer gemeinsam den Breitenberg hinauf. Allerdings fuhr er an der Verpflegung schneller weiter als ich und ich sah ihn die nächsten Kilometer nicht wieder.

Das sehr dünne Fahrerfeld war nun zerrissen, und ich war viel alleine unterwegs.

Erst am Anstieg zum nächsten Berg, dem Edelsberg, fuhr ich wieder auf andere Starter auf. Auch den Bad Kissinger traf ich wieder und wir fuhren (und schoben) wieder ein Stück gemeinsam. An der zweiten Verpflegung stärkten wir uns und starteten gemeinsam den weiteren Weg.

Am Einstieg zur nächsten Abfahrt schmierte mir das Vorderrad etwas weg und ich fiel im Zeitlupentempo um. Schnell eilten mir die hier postierten Helfer der Bergwacht bei, die wohl an dieser etwas „technischeren“ Stelle damit rechneten. Gott, war das peinlich… Ich sah zu, schnell weiter zu fahren. Im Augenwinkel sah ich, dass sich mein Begleiter mit den Bergwachtlern unterhielt. Ich wollte nur weg. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Die Abfahrt war schnell und einfach auf einem Schotterweg und ich gab Gas. Ein Stück ging es bergab an der Vils entlang. An der dritten Verpflegung schnappte ich mir nur ein Gel und füllte die Flasche erneut. Inzwischen war das Wetter ganz gut. Die Sonne kam raus, aber es war nicht zu heiß. Gut, denn der Anstieg ins „Himmelreich“ auf dem Kienberg war schon schweißtreibend genug. Es war eigentlich nur ein kleiner Knubbel im Höhenprofil, in echt allerdings ziemlich steil und kräftezehrend. Die folgende Abfahrt zwang mich erneut ein kurzes Stück aus dem Sattel. Ein Abschnitt war mir einfach zu steil und grobschottrig. Das Hardtail und ich kamen an unsere Grenzen…

Bald rollte es aber wieder und ich befand mich nun auf der Strecke, die ich morgens schon gefahren war – nur in entgegengesetzter Richtung. Der zweite Anstieg auf den Breitenberg wartete. An der vierten Verpflegung füllte ich wieder die Flasche auf und aß etwas. Es waren nun 4 Stunden und 20 Minuten vergangen. Mein zeitliches Ziel würde ich nicht mehr erreichen, das Ziel aber schon. Ich fühlte mich immer noch ganz gut.

Der finale Anstieg wartete nun. Gut eine Stunde brauchte ich für das zweite Mal auf den Breitenberg. Nun wurde es tatsächlich nochmal richtig heiß. Die Breitenberg-Trommler auf halben Weg sorgten für etwas Abwechslung und zusätzliche Motivation. Ihr Rhythmus entsprach meiner Trittfrequenz.

Endlich war ich oben. An Verpflegung Nummer 1, die noch nicht abgebaut war, gönnte ich mir einen letzten Griff in die Manner-Waffeln und ein paar Schlucke Iso-Getränk. Die Bergfahrt in der Sonne hatte durstig gemacht. Nun folgte nur noch die rasante Abfahrt und ein paar flache Kilometer zurück ins Ziel, analog zum Start der Runde am Morgen.

Ich gab alles und bei 5 Stunden und 34 Minuten blieb die Uhr für mich im Ziel stehen. Eine Stunde mehr, als ich bei meinen positivsten Einschätzung geplant hatte. Und ungefähr zwei Stunden mehr als der Schnellste auf der Strecke brauchte…

Ich war trotzdem happy mit dem Erreichten. Immerhin Platz 10 in meiner Altersklasse!

Ok – 10er von 14… 😉

Diane hatte eine Stunde mit dem Foto in der Hand im Ziel auf mich gewartet… Jetzt gönnten wir uns eine Bratwurst und die Gratis-Pasta und dann fuhr mich meine liebe Frau nach Hause. Kuss & Danke!

Mein Fazit: Tolle Veranstaltung, die mir richtig Spaß machte. Nach Möglichkeit stehe ich nächstes Jahr wieder am Start, aber dann mit etwas weniger Kilos auf den Rippen! 😉

Keep on biking!

Ersatz muss bei – schnell! Das neue MTB.

[Werbung (unbezahlt) wegen Marken-, Orts- und Namensnennung und Verlinkung.] (Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

01.07.2022

Das war nicht geplant… Eigentlich fuhr ich wirklich gerne mit meinem geliebten Stevens Sonora. Das Hardtail begleitete mich nun schon seit 4 Jahren auf vielen Touren.

Bei der letzten Tour, zusammen mit meinen Kindern, fiel mir bei einer Pause allerdings etwas Seltsames am Steuerrohr auf.

War das ein Kratzer? Oder gar ein Riss im Carbon? Wir fuhren die Tour noch zu Ende. Nun bemerkte ich auch das Knacksen im Wiegetritt. Das war mir bisher noch nicht wirklich aufgefallen. Zu Hause baute ich sogleich das Rad auseinander, um zu schauen, was da los ist.

Shit! Die Lagerschale im Steuerrohr war auch angebrochen. Und es sah so aus, als ob der Riss tatsächlich von innen nach außen ging.

Ausgerechnet jetzt…

Erstens war ein Kauf eines weiteren Rades dieses Jahr eigentlich nicht mehr eingeplant und zweitens stünden in Bälde der MTB-Marathon in Pfronten, der Mini-Alpencross mit meinem Sohn und ein Urlaub in den Alpen an.

So traute ich mich jedenfalls nicht, das Rad weiter zu fahren. Ich überlegte fieberhaft. Ich würde den Schaden auf alle Fälle reklamieren und auf einen Tauschrahmen hoffen.
Sollte das nicht funktionieren, würde ich es mit einem Carbon-Reparatur-Service probieren. Aber, ob das zeitnah klappen würde? Eher nicht…

Also beschloss ich schweren Herzens, ein neues Rad zu kaufen. Gar nicht so einfach in der momentanen Situation. Bei den Händlern vor Ort herrschte gähnende Leere und auf meine Frage nach Lieferzeiten, bekam ich nur ein müdes Lächeln und Kopfschütteln als Antwort.
Blieb nur die Option Online-Kauf. Eigentlich bevorzuge ich es ja, im Laden zu kaufen, aber diesmal ging das halt nicht.

Es war klar, dass ich wieder ein Hardtail wollte. Es durfte nicht zu viel wiegen und natürlich gab es eine preisliche Obergrenze. Die Rahmengröße und Verfügbarkeit schränkten das Angebot weiter ein… Eigentlich gab es zu dem Zeitpunkt genau zwei Räder, die in Frage kamen. Die Entscheidung fiel mir dann relativ leicht. Da ich bei dem einen Onlineshop eh sehr viel kaufe, unter anderem hatten wir dort schon einmal ein Rad gekauft, wurde es das Radon Jealous 8.0.

Die Lieferung von Bike-Discount ging wie gewohnt problemlos über die Bühne.

Nach gut einer Woche war das Rad da. Nachdem ich es fertig aufgebaut (etwas Fachwissen und Fingerfertigkeit muss man schon haben) und an mich angepasst hatte, fuhr ich es auf einer kleinen Runde zur Probe.

Was soll ich sagen – es passte perfekt. Bezüglich der Geometrie musste ich mich nicht groß umgewöhnen und auch mit dem Einfach-Antrieb kam ich besser zurecht als erwartet.

Inzwischen habe ich die Einstell- und Eingewöhnungsphase beendet und freue mich auf die kommenden Events und Touren mit dem Bike.

Und sollte das Stevens zu reparieren sein, gibt es auch dafür wieder Verwendung. Schließlich wird mein Sohn immer größer… 😉

Keep on Biking!

Adventure & Wellness – Tag 2

[Werbung (unbezahlt) wegen Marken-, Orts- und Namensnennung und Verlinkung.] (Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

22.05.2022

Mit so einem Frühstück kann der Tag ja nur gut werden. Das Angebot an hausgemachten Konfitüren in der Villa Marburg sucht seinesgleichen. Ich sag nur Heidelbeer-Lambrusco…

Davon abgesehen standen die weiteren Zeichen für einen schönen Tag alle auf sehr gut. Wir waren bestens erholt, das Wetter war super und wir lagen gut in der Zeit.

Das Highlight des Tages lag nämlich nicht in der Streckenführung, da ging es auf schnellstem und leichtesten Weg nach Lohr, sondern im „Rahmenprogramm“.

Schweren Herzens verließen wir das Hotel und rollten durch Heigenbrücken. Dann bogen wir nach links in Richtung Kletterwald Spessart ab.

Auf diesen Abstecher freuten wir uns schon sehr und es war ein weiterer Motivationsverstärker für die Tour gewesen. Für mich war es eine absolute Premiere, meine Tochter war dort schon den Kinderparcours geklettert und bei uns in Haibach war sie auch schon ein paar Mal im Klettewald gewesen. Sie war also der Profi. 😉

Ich hatte für uns einen Slot um 10.40 Uhr gebucht. Rechtzeitig kamen wir dort an. Nach dem Anlegen des Klettergurtes und der Videoeinweisung ging es auch schon los.

Wir starteten mit dem „Blauen Parcours“ – Kategorie leicht. Für mich als Neuling und mit etwas Höhenangst behaftet, durchaus eine Herausforderung am Anfang. Töchterchen ging aber voraus und gab mir Anweisungen. Nach kurzer Zeit hatte ich mich an die „luftige“ Höhe gewöhnt und es begann mir Spaß zu machen.

Bald war dieser erste Parcours bewältigt und wir wagten uns an den nächsten. Das war der „Grüne Parcours“ – Kategorie leicht bis mittelschwer.

Da ging es schon etwas mehr zur Sache.

Für uns markierte dieses Schwierigkeitslevel die Obergrenze. Die Kleine hatte zwar die Mindestgröße, aber an zwei Stellen wäre sie aufgrund mangelnder Körpergröße fast gescheitert. Dennoch schafften wir die Strecke und waren stolz, als wir sie hinter uns hatten. Wir beschlossen jedoch, nicht noch eine Stufe weiterzugehen, sondern lieber noch ein paar Mal den „Blauen Parcours“ zu absolvieren. Nach fast zwei Stunden klettern waren wir dann erledigt und hungrig. Am Kiosk stärkten wir uns und verbrachten noch etwas Zeit an der neuen, langen Holzkugelbahn.

Irgendwann mussten wir uns losreißen und weiter radeln.

Bis auf einen superkurzen Trail mit Schiebepassage pedalierten wir auf einem schönen Radweg.

Lisa perfektionierte das am Vortag gelernte freihändig Fahren und an einer Wassertretanlage im Aubach erfrischten wir uns ein wenig bei einer weiteren, kleinen Pause.

Danach spulten wir in erster Linie Kilometer ab, um den Zug um 16.15 Uhr in Lohr zu erwischen.

Das schafften wir ohne Probleme und saßen bald darauf happy im Zug nach Aschaffenburg.

Nun mussten wir ein letztes Mal unsere Kräfte und unseren Willen mobilisieren, um zu uns nach Hause zu gelangen. Ok – hier hatte das Kommit nochmals einen Einsatz… 😉

Stolz über das Geschaffte kamen wir daheim an. Das war ein tolles und hoffentlich unvergessliches Wochenende gewesen.

Biken ist zwar immer noch nicht Töchterchens Lieblingssport, aber es besteht Grund zur Hoffnung, dass das nicht die letzte gemeinsame Zweitagestour war – wenn das Rahmenprogramm stimmt. 😉
Und vielleicht geht ja irgendwann mein Traum von einer Alpenüberquerung mit der ganzen Familie in Erfüllung…

Keep on biking!

Adventure & Wellness – Tag 1

[Werbung (unbezahlt) wegen Marken-, Orts- und Namensnennung und Verlinkung.] (Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

21.05.2022

Biken gehört jetzt nicht zu den top drei Lieblingsbeschäftigungen meiner Tochter. Es bedarf immer etwas Überredungskunst und evtl. eines zusätzlichen „Köders“.

Mit meinem Sohn hatte ich schon mehrere Zweitagestouren unternommen, mit dem Töchterchen stand es noch aus. Und an diesem Wochenende sollte es endlich soweit sein. Sohnemann war mit seiner Mutter nach München gereist, um die Allianzarena zu besichtigen, und wir würden als Alternativprogramm den Spessart an zwei Tagen durchqueren. Als Etappenquartier hatte ich die Villa Marburg gewählt – so wie damals mit Felix.
Die Aussicht auf das 4-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich reichte aus, sie zu motivieren und ihre Zweifel zu beseitigen. Ein weiteres Highlight gab es noch für den zweiten Tag – davon schreibe ich aber erst im zweiten Bericht. 😉

Auf altbekannten Wegen durch die Haibacher Schweiz starteten wir in unser Abenteuer, doch schon bald befuhr Töchterlein Neuland.
Die Strecke hatte ich mit bedacht geplant. Sie sollte kurzweilig sein, also ruhig ein paar leichte Trails beinhalten, jedoch nicht zu viele Kilo- und Höhenmeter aufweisen. Zudem würden ein paar attraktive Pausenstellen hilfreich sein.

Die Flowtrails bei Hösbach machten schon einmal mächtig Laune. Weiter ging es auf dem Radweg in Richtung Hain.

In Hain gibt es einen neuen Spielplatz, dort legten wir eine etwas längere Pause ein. Wie heißt es so schön? Kinder erholen sich beim Spielen. 😉

Nachdem Lisa sich ausgetobt ausgeruht hatte, pedalierten wir ein Stückchen auf der alten Bahntrasse weiter. 

Diese Trasse wäre ein idealer Radweg, doch leider liegt irgendwann noch so viel Gleis-Schotter herum, dass Radfahren dort keinen Sinn mehr macht.

Wir verließen also die Trasse und fuhren im Tal weiter. Dort gab es einen spannenden Tunnel.

Zum Glück ging beim Durchfahren das Licht automatisch an…

Kurz darauf standen wir am stillgelegten Schwarzkopftunnel. Hier füllten wir unsere Speicher für den folgenden, etwas längeren Anstieg, mittels eines Riegels auf.

Nun kam ein tolles Hilfsmittel zu Einsatz. Seit einiger Zeit habe ich ein Kommit-Zugsystem. Ein „Seilaufwickler“ wird am elterlichen Rad befestigt und das Kind kann mittels einer Schlaufe das Seil selbst am Vorbau einhängen. Das ist sehr praktisch und ein kleines, leichtes Gimmick, welches längere Auffahrten etwas erleichtert. Wir haben allerdings die Abmachung, das Kommit tatsächlich nur bei längeren Anstiegen einzusetzen. Die Versuchung ist sonst zu groß… 😉

Gemeinsam bewältigten wir den Berg. Gerade noch rechtzeitig entdeckten wir die Blindschleiche, die vor uns den Weg überquerte. Wir retteten sie vor etwaigen Begegnungen mit Stollenreifen oder Wanderschuhsohlen. Allzu leicht war sie mit einem Ast zu verwechseln.

Oben am Pollasch lockerte ich meine Beine und wir ließen beim Durchatmen die Blicke über das Tal und die bisher bewältigte Strecke schweifen.

Von hier war es nur noch ein kurzer Weg bis zu unserem Ziel in Heigenbrücken – erfreulicherweise trailig und weitgehendst bergab.

Das war der schönste Abschnitt der Strecke. Kurz darauf kamen wir am Hotel an.

Stolz und glücklich über das Geschaffte bezogen wir unser Zimmer. Nun war Erholung und Wellness angesagt.

Nach einem kleinen Rundgang durch den Hotelpark begaben wir uns in den Wellnessbereich, den wir für uns alleine hatten – ein Traum.

Nachdem wir genug „gewellnesst“ hatten, gingen wir in dem ausgezeichneten Hotelrestaurant essen. Mit einem alkoholfreien Mango-Caipi stießen wir auf den sehr schönen, gelungenen ersten Tag unseren Tour an.

Adventure & Wellness? Hatten wir beides. Check!

Keep on biking!

Spessartweg 1 2022

[Werbung (unbezahlt) wegen Marken-, Orts- und Namensnennung und Verlinkung.] (Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

19.04.2022

Ich weiß nicht, wie oft ich den Spessartweg 1 schon gefahren bin. Er zählt sicherlich zu einem DER Mountainbike Highlights in meiner Region.
Diese Befahrung war aber eine ganz besondere – ich fuhr den Weg zusammen mit meinem Sohn.
Wir bereiten uns so ein bisschen für die lange Tour im Sommer vor und da ist es hilfreich, ein paar längere Strecken unter die Stollenreifen zu nehmen.
Der Spessartweg 1 ist dafür ideal, denn er bietet alles, was man sich wünscht – Anstiege, Abfahrten, Trails, Einkehrmöglichkeiten und einen eventuellen Notausstieg, sollte die ganze Strecke doch zu viel werden.
Ich ging aber davon aus, dass Junior die Strecke locker schaffen würde.
Die offiziellen Daten lauten wie folgt:

Fakten Spessartweg 1

Start: Aschaffenburg
Ziel: Gemünden a. Main
Länge: 62,5 km
Höhenmeter: 1671 m
Höchster Punkt: 506 m
Tiefster Punkt: 143 m

An ein paar Stellen hatte ich den Weg für uns optimiert. Dazu später mehr.

Da der Weg unweit unseres Wohnortes vorbeiführt, starteten wir nicht von Aschaffenburg, sondern direkt von der Haustüre weg.

Die Wettervorhersagen waren prima und wir schwer motiviert.

Bis Waldaschaff befuhren wir für Felix bekanntes Terrain, ab da wurde es für ihn Neuland. Er fährt übrigens inzwischen das alte Fully meiner Frau, dass ich etwas für ihn modifiziert habe. Er kommt damit prima zurecht und besonders in den Abfahrten habe ich meine liebe Not, an ihm dranzubleiben. 😉
Auch trug er heute ein von mir abgelegtes Trikot vom Maratona, an dem ich 2014 teilnahm. Ich bin inzwischen etwas herausgewachsen… 🙁

Nach dem ersten langen Anstieg legten wir eine kurze Pause in der Schutzhütte am Brandberg ein. Nach etwas Erholungszeit pedalierten wir weiter.

Kurze Zeit später kreuzten wir den Eselsweg und gelangten über die Eselshöhe zu der tollen Panoramaaussicht vom Tiergartenberg auf Rothenbuch.

Der dortige Wiesentrail machte richtig Spaß. Wie immer bei solchen Downhills, sah ich vom Sohnemann nur das Hinterrad – ok, ich musste ja auch Fotos machen.

Wo es runter geht, geht es aber auch (leider) wieder hoch. Der Anstieg auf der anderen Seite aus Rothenbuch heraus kostete richtig Körner. Außerdem knallte die Sonne hier ziemlich rein. Aber Felix meisterte auch diesen Abschnitt bravourös.

Hinter dem Bischborner Hof begann ein sehr schöner Abschnitt des Spessartweges. Trails und Schotter wechselte sich ab, während wir uns unserem Zwischenziel Lohr näherten.

Das Highlight war dann die Trail-Abfahrt nach Lohr mit dem historischen Hohlweg „Klapper“.

In Lohr hätte dann die Möglichkeit bestanden, die Tour zu beenden und vorzeitig mit dem Zug zurückzufahren. Doch das kam für Felix gar nicht in Frage und er schaute mich verwundert an, als ich ihn fragte, ob wir weiterfahren würden.

Zunächst musste allerdings endlich feste Nahrung her. Glücklicherweise war das Angebot im Städtchen groß und wir entschieden uns für eine Pizza.

Sehr lecker! Aber wie wir später feststellten, nicht das ganz ideale Essen, wenn man hinterher noch weiterfahren muss. Das nächste Mal gibt es etwas Leichteres, wie z. Bsp. Pasta.

Hinter Lohr verließen wir kurz die Originalroute zugunsten eines schönen Trails von Sendelbach nach Steinbach, den ich an dieser Stelle eigentlich immer mitnehme.

Und auch der Trail von Steinbach nach Mariabuchen entlang des Buchenbach war sehr schön, wenn auch stellenweise etwas feucht.

Das Kloster Mariabuchen betrachteten wir nur kurz von außen.

Jetzt hieß es nochmals Zähne zusammenbeißen. Das Stück vom Kloster bis zum Ende zeichnete sich durch mehrere, lange und steile, Anstiege aus. Landschaftlich war allerdings auch einiges geboten.

An der Ruine Schönrain mussten wir ein letztes Mal Energie nachschieben.

Diesen Job übernahmen die „Gummibärchen“ von Powerbar. Mit diesem Energieschub bezwangen wir die letzten Höhenmeter.

Und dann hieß es endlich: Von hieran geht’s bergab! Der finale Downhill nach Gemünden lag vor uns.

Der war etwas rumpeliger als die vorherigen Flowtrails, machte aber dennoch mächtig Laune.

Wir hatten unser Ziel erreicht und das sogar in einer sehr guten Zeit!

Natürlich durfte das obligatorische Finisher-Eis auf dem Gemündener Marktplatz nicht fehlen.

Mit dem Zug ging es schließlich zurück nach Aschaffenburg.

Dort mussten wir nochmals auf die Räder und uns nach Hause kämpfen. Beflügelt von dem Geleisteten waren diese letzten Kilometer aber nur noch ein Klacks.

Chapeau, Felix! Es war mir eine Freude und eine Ehre. Ich bin mächtig Stolz auf dich!

Keep on Biking!