The Corona Diary – Biken in Zeiten von Corona – Der Urlaub auf Langeoog

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(Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

06.06.-13.06.2020

Während ich diese Zeilen schreibe, genieße ich eine der letzten Tassen meines Urlaubs-Mitbringsels.

Lange vor Corona, ich glaube bereits kurz nach meinem Unfall, als klar war, dass ich 2020 nicht an der „Team 500+“-Fahrt teilnehmen würde, buchten wir für die Pfingstferien eine Ferienwohnung auf Langeoog. Diane und ich waren vor 11 Jahren schon einmal auf der Insel. Und die Kinder fanden letztes Jahr so richtig gefallen an der Nordsee. Also machten wir eine Woche auf der Insel klar. Und dann kam die Pandemie…

Lange war nicht klar, ob das klappen würde. Die Ostfriesischen Inseln machten komplett dicht, und es bestanden natürlich Einschränkungen, welche die Reise eine Zeit lang nicht möglich gemacht hätten. Wir stornierten aber noch nicht und warteten ab. Langsam kristallisierte sich heraus, dass sich das Virus in Deutschland – dank der getroffenen Maßnahmen – nicht so stark ausbreitete wie in vielen anderen Ländern. So wurden die Maßnahmen Stück für Stück gelockert und die Insel öffnete rechtzeitig für Urlaubs- und  Übernachtungsgäste. Dank der zu dem Zeitpunkt niedrigen Infektionszahlen entschieden wir uns, den Urlaub anzutreten.
Am 06.06.2020 fuhren wir am frühen Morgen los und waren rechtzeitig für die Fähre um 13 Uhr am Hafen von Bensersiel. Hier zeigte sich auch gleich das „Nadelöhr“ der Reise.

An die Maskenpflicht hielten sich alle Reisenden, an die Sicherheitsabstände in der Warteschlange am Ticketschalter und beim Betreten des Schiffs nicht unbedingt. Aber im Großen und Ganzen funktionierte das Einhalten der Maßnahmen doch ganz gut.
Leider mussten wir am Bahnhof von Langeoog bei sehr frischen Temperaturen über eine Stunde auf unser Gepäck warten. Das sorgte nach der langen Anreise nicht für die allerbeste Stimmung. Doch schließlich kamen die Koffer und wir machten uns auf den Weg in die Ferienwohnung und im Anschluss gingen wir gleich an den Strand.

Leider war das Wetter immer noch nicht gut, und wir blieben nur kurz dort.

Am nächsten Tag war es dann etwas besser. Wir blieben den ganzen Tag am Strand, nur unterbrochen von einer Essenspause in einem Imbiss.

Und was hat das ganze mit Biken zu tun? Natürlich liehen wir uns Fahrräder aus, um die Insel zu erkunden. Eine Besonderheit an Langeoog ist nämlich, dass dort keine Autos fahren. Das ist im Allgemeinen sehr erholsam und im Speziellen für Radfahrer natürlich besonders toll.

Gleich am Montagmorgen stiefelten wir zum Fahrradverleih am Bahnhof.

Dort wurden wir fündig. Mein Sohn entschied sich für ein MTB, meine Tochter und meine Frau verliebten sich in ein Tandem und ich bekam sogar ein Rennrad (ich glaube das einzige im Verleih auf der ganzen Insel).

Aber nicht nur für die „weiteren“ Touren auf der Insel waren die Räder perfekt, auch für die kurzen Strecken zum Strand oder zum Einkaufen erwiesen sie sich als sehr praktisch.

Leider erwischten wir genau die Woche, in der die „Schafskälte“ herrschte. Trotzdem unternahmen wir relativ viel. So fuhren wir zwei Familientouren und ich „trainierte“ sogar zweimal mit dem Rennrad. Um viele Kilometer zu sammeln, muss man sich auf Langeoog aber ziemlich anstrengen. Erschwerend kam hinzu, dass viele Touristen sich Räder ausleihen und auf den Wegen unterwegs sind. Somit musste ich mich natürlich etwas anpassen und vorausschauend fahren. Außerdem sind die Wege meist gepflastert und jetzt nicht unbedingt ein Rennradtraum. Aber es ging und machte Spaß – und half, die positive Energiebilanz etwas im Zaum zu halten.


Auf die eingefügten Strava-Aktivitäten verzichte ich bei diesem Bericht – aber ich „erradelte“ immerhin 106 Kilometer während dieser Woche. Damit war ich ganz zufrieden.

Das Biken stand aber gar nicht im Vordergrund – in erster Linie sollte es ein Strandurlaub sein. Und wenn es das Wetter zuließ, waren wir natürlich am – und am letzten Tag sogar IM – Meer.

Unvergesslich werden uns die Sonnenuntergänge am vorletzten bzw. letzten Abend bleiben. Ein Traum!

Schnell war die Woche vorbei. Wir waren echt froh, dass wir trotz Corona nicht storniert hatten und die Woche Urlaub an der Nordsee erleben durften.

Die Heimreise gestaltete sich dann auch mehr oder weniger easy. Auch hier kam es zwar wieder zu dem Nadelöhr der Zugfahrt mit der Inselbahn bzw. der Fährfahrt, doch dank der fehlenden Tagesgäste war es alles in allem für die Verantwortlichen gut „handle bar“. Etwas Nachbesserung im Ablauf würde aber sicher nicht schaden.

In diesem Sinne bleibt gesund und
Keep on Biking!

Glück im Unglück

Zwischen die Berichterstattung über das Wochenende auf dem Rennsteig muss ich leider eine nicht so erfreuliche aktuelle Nachricht schieben.

Am Montag wurde mir auf einer Kreuzung im Spessart leider die Vorfahrt genommen. Ich konnte dem Fahrzeug nicht mehr ausweichen und prallte in die Beifahrerseite. Wie der Sturz dann weiter ablief kann ich nicht genau sagen.

Ich knallte wohl auf das Steißbein und hatte dort sofort wahnsinnige Schmerzen.

Auf eimmal waren ziemlich viele Menschen um mich herum. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem LKW-Fahrer, der mit seinem Fahrzeug die Unfallstelle sicherte. Ich lag ja mitten auf der Straße. Er reagierte auch sonst sehr besonnen und schaffte es, mich etwas zu beruhigen. Nach einem gescheiterten Versuch aufzustehen, war schnell klar, dass ich was abbekommen hatte. Eine Ersthelferin legte mir eine Halskrause an und wir warteten auf die Polizei und vor allem den Rettungswagen. Während der Wartezeit testete ich immer wieder, ob ich meine Gliedmaßen bewegen konnte und ob ich Gefühl in ihnen hatte. Gott sei Dank funktionierte alles.

Zuerst kam die Polizei und nahm den Unfall auf. Die Verursacherin gab gleich zu, mich nicht gesehen zu haben. Ansonsten kam aber nicht so viel Anteilnahme von ihr, wenn ich mich recht erinnere. Das lag vielleicht am Schock, vielleicht auch daran, dass ich sie im ersten Affekt wüst beschimpft hatte. (Sorry dafür,  aber Sie hatten mich gerade ziemlich unsanft vom Rad geholt und vielleicht für immer mein Leben verändert)

Dann kam endlich der Rettungswagen. Erstaunt stellten wir alle fest, mich inbegriffen, dass ich keinerlei äußere Blessuren aufwies.

Die Sanitäter gingen von einer starken Prellung aus. Zur Sicherheit und zur Abklärung brachten sie mich trotzdem ins Klinikum nach Aschaffenburg. Auf der Fahrt machte ich mir so allerhand Gedanken, wie es weitergehen würde…

In der Notaufnahme wurde festgestellt, dass ein Lendenwirbel gebrochen war. Ich musste da bleiben und begann zu bangen. Wie schlimm war der Bruch, was hieß dass für mich und müsste ich operiert werden?

Das Personal in der Notaufnahme war völlig überlastet, zeitgleich mit mir waren über 40 mehr oder weniger schlimme Notfälle zu behandeln. Trotzdem machten sie einen tollen Job und ich fühlte mich trotz meiner Ängste und Befürchtungen gut aufgehoben. Der Bruch war, wie ich inzwischen erfahren hatte, auf den ersten Blick nicht kompliziert und mit etwas Glück wäre keine OP notwendig. Ich war etwas beruhigter – auch weil meine Frau inzwischen bei mir war. Eine sichere Auskunft wollte die Ärztin aber noch nicht geben, die gemachten Röntgenaufnahmen sollten erst dem Chefarzt vorgelegt werden.

Bald war ich auf Station und wartete. Es war Montag Nachmittag. Den restlichen Tag wartete ich auf den Chefarzt und versuchte mich zu beruhigen. Leider kam der Arzt am Montag nicht mehr und ich verbrachte eine schmerzhafte und sehr unruhige Nacht auf Station.

Am nächsten Morgen kam endlich der Chefarzt mit der etwas erlösenden Nachricht. Der Wirbel L1 war auf der Vorderseite gebrochen, aber die viel wichtigere Rückseite war in Ordnung. Bei einem MRT solle noch abgeklärt werden, ob die umliegenden Bänder und Bandscheiben intakt seien. Wenn ja, wäre keine OP notwendig. Ein Korsett solle mir für ein paar Wochen die notwendige Stütze im Alltag geben. Aber alles in Allem seien die Prognosen für eine vollständige Genesung sehr gut.

Das waren gute Nachrichten. Am Nachmittag kam der Herr vom Sanitätshaus und passte mir mein „Exoskelett“ an.

Die Entlassung war für Mittwoch geplant. Es sollte erste eine Röntgenkontrolle durchgeführt werden. Dabei wurde leider festgestellt, dass der Wirbelkörper weiter eingebrochen war. Nicht viel, aber schon nach zwei Tagen.

Zusammen mit dem Chefarzt entschied ich mich schweren Herzens nun doch für eine OP. Mittels eines „Fixateur interne“ sollte der Bruch stabilisiert werden. Nach einer gewissen Zeit, ca. 9 Monate könne das Metall wieder aus meinem Körper entfernt werden.

Die Operation wurde am Donnerstag durchgeführt. Gott, was war ich aufgeregt. Meine erste Operation – war im Nachhinein gar nicht so schlimm. Diane war bei mir, als ich auf mein Zimmer zurückkam. Das war sehr schön.

Die OP war gut verlaufen und schon am Freitag konnte ich aufstehen und ins Bad. Noch waren die Schmerzen sehr groß und das Fremdkörpergefühl im Rücken sehr ausgeprägt.

Am Samstag verließ ich das Krankenzimmer und ging an die frische Luft. Ein Traum.

Die Ärzte waren mit dem weiteren Verlauf sehr zufrieden und am Dienstag, fünf Tage nach der OP, wurde ich nach Hause entlassen. Was war ich froh – und meine Familie auch.

Der Fahrplan für die nächste Zeit: Hausärztliche Betreuung, Vollbelastung, weitere Mobilisation und Physiotherapie.

Inzwischen ist es Sonntag und ich bin seit fünf Tagen zu Hause. Es geht von Tag zu Tag ein bisschen besser. Die harten Schmerzmittel brauche ich gar nicht mehr. Ich versuche jeden Tag eine halbe Stunde zu spazieren. Das ist auch für den Kopf ganz gut. Nur zu Hause ist ja auch langweilig.

Morgen werden die Klammern entfernt und ich darf endlich duschen. Juhu – das wird ein Fest. 😉

Am 07.10. findet eine Röntgenkontrolle statt. Ich hoffe, dass alles in Ordnung ist. Wenn ja, fange ich vorsichtig mit dem Ergometertraining an.

Und sonst? Die Unfallverursacherin hat ihre Schuld zugegeben und ein Anwalt kümmert sich um solche Dinge wie Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Jetzt habe ich erst einmal Zeit, die Blogbeiträge, welche über den Sommer liegengeblieben sind, nachzuholen. Wobei ich langes Sitzen noch vermeiden soll.

Über den weiteren Genesungsverlauf halte ich euch natürlich auf dem Laufenden.

Keep on Biking und passt auf euch auf!

Läuft…

Nur noch drei Wochen, dann findet das diesjährige Highlight der Saison statt – die Fahrt an die Nordsee.

Letztes Jahr hieß unser Ziel ‚Königssee‘. Da fuhren wir von Aschaffenburg aus in den Süden. Heuer geht es in den Norden. Ziel ist es auch dieses Jahr, die Strecke innerhalb von 24 Stunden zu bewältigen. Etwas über 520 Kilometer sind dabei zu absolvieren. Die Planungen laufen auf Hochtouren und das Training dafür auch.

Am vergangenen Sonntag bin ich die erste lange Distanz der Saison mit ein paar weiteren Fahrern aus dem „Team 500+“ gefahren. Der Radmarathon von Wenigumstadt eignet sich dafür sehr gut. Eine wirklich tolle Veranstaltung. Mit An- und Abfahrt kam ich so auf 257 Kilometer. Es lief gut und ich bin zuversichtlich, auch dieses Jahr die 500er Strecke zu schaffen.

Video bei MainTV

Zwei längere Einheiten möchte ich in der verbleibenden Zeit noch einlegen. Das muss dann reichen. 😉🙏

Keep on Cycling!

Der Highlander Radmarathon 2018

Fünf Jahre ist meine letzte und bisher erste Teilnahme am Highlander Radmarathon her. Damals war ich noch mit meinem alten Cannondale mit 3-fach Kurbel unterwegs und benötigte für die Strecke 7 Stunden und 34 Minuten.

Dieses Jahr war der Highlander mein einziges „richtiges“ Rennen und somit auch mein Saisonhighlight. Mein Ziel war es, die Zeit von damals zu unterbieten.

In der Vorbereitung fuhr ich diesmal deutlich mehr Kilometer und Höhenmeter. Mein Stevens Comet war auch deutlich leichter als das CAAD 9. ABER: Ich selbst brachte ein paar Kilo mehr als 2013 auf die Waage – es würde spannend werden, ob ich mein Ziel erreichen könnte.

Samstags reiste ich mit Diane an, die auch angemeldet war, aber auf ihre Teilnahme verzichtete.

Am frühen Nachmittag checkten wir im Hotel Gasthof Landhaus Schiffle ein und holten im Anschluss die Startunterlagen ab.

Die Gratis-Pasta kam uns als Nachmittags-Snack gerade recht. Und da ich eh Carboloading betreiben musste, rundete ich das ganze noch mit einem leckeren Eis ab.

Kein Wunder, dass das mit dem Wettkampfgewicht nichts wird…

Wir bummelten noch etwas durch Hohenems, bevor wir uns am Abend mit ein paar Bekannten zum Abendessen trafen – Carboloading und so…


Ein bisschen wie Meran…


Hier würden am nächsten Morgen mit mir 1.300 Teilnehmer beim Start durchrollen. Und hoffentlich ebenso viele bei der Zieleinfahrt.

Zwischendurch machte ich noch mein Rad startklar, da es am Sonntag früh losgehen würde.


Lecker Pizza…

In der Nacht schlief ich sehr unruhig und stand um 4 Uhr ohne Wecker auf. Ab 4.30 Uhr gab es Frühstück und ich war einer der ersten im Frühstücksraum. Und irgendwie hatte ich schon wieder Hunger.

Um 5.30 rollte ich zum Start. Eine der wichtigsten Fragen – was zieh‘ ich bloß an? – hatte ich auch für mich beantwortet. Meine Wahl fiel auf kurz/kurz + leichte Windweste. Am Start hatte es 13°C und bis es warm werden würde, würde es wohl noch ein Weilchen dauern. Und gerade auf der ersten Abfahrt dürfte es also frisch werden. Aber mehr (Armlinge oder Knielinge) wollte ich dann doch nicht mitschleppen.

Ich hatte 4 Riegel und 3 Gels dabei und zwei große Trinkflaschen. Ich wollte meine Pausenzeit auf ein Minimum reduzieren und ein paar Verpflegungen auslassen. Projekt Sub 7.30 und so…

Pünktlich um 7 Uhr setzte sich das Feld in Bewegung und rollte neutralisiert aus Hohenems hinaus. Vor 5 Jahren gab es hier bereits die ersten Unfälle. Nach einer schnellen Phase bis Dornbirn begann der erste Anstieg.

Der Anstieg am Bödele hatte es, wie beim letzten Mal, in sich. Ich ließ es ruhig angehen, da ich meine Körner nicht gleich am Anfang verbrauchen wollte. So konnte ich die Aussicht mit dem Sonnenaufgang über dem Bodensee voll genießen. Für den gesamten Anstieg brauchte ich laut Strava 1 Minute mehr als 2013.

Dafür war ich auf der folgenden Abfahrt etwas schneller – woran das wohl gelegen haben mag…

Auf dem Weg zum Hochtannbergpass ist es wichtig, dass man eine gute Gruppe findet. Die gab es heuer nicht wirklich. Die Gruppe, mit der ich fuhr war mir immer etwas zu langsam. Ich übernahm des Öfteren die Führung und zog das Tempo an, aber sobald ich aus dem Wind ging, wurde die Geschwindigeit wieder gedrosselt. Also rackerte ich mich die meiste Zeit vorne ab.

Wie geplant ließ ich die erste Verpflegung in Au aus. Wir fuhren weiter durch Schoppernau, wo ich vor zwei Wochen übernachtet hatte.

Auch auf dem Anstieg zur Passhöhe ließ ich im Vergleich etwas Zeit liegen. Die Straße war steiler als ich es in Erinnerung hatte und ich ärgerte mich, dass ich vorher nicht im Feld mitgerollt war, sondern das Tempo gemacht hatte.

Die zweite Verpflegung, am Flexenpass, ließ ich ebenfalls links liegen, ich war noch gut versorgt.

Die meiste Zeit verlor ich im Vergleich auf dem Segment zwischen Klösterle und Bludenz. Letztes Jahr (beim Arlberg Giro) war ich hier fünf Minuten schneller. Beim Highlander 2013 allerdings nur wenige Sekunden.

In Ludesch steuerte ich die 3. Verpflegung an und füllte meine Flaschen auf. Auch stopfte ich etwas zu Essen in mich rein. Kurz nach der Verpflegung teilte sich die Strecke in die kürzere „Rund um Vorarlberg“- und die lange „Highlander Radmarathon“-Strecke. Ich bog natürlich auf die lange Variante ab. Hier wurde ich von einem Mitfahrer angesprochen. An meinem Trikot erkannte er, dass ich aus seiner alten Heimat stammte und wir sogar einige gemeinsame Bekannte haben. Gemeinsam fuhren wir weiter.

Die Streckenführung war gegenüber 2013 nun etwas verändert. Von Ludesch bis kurz vor Sonntag fuhren wir heuer auf der anderen Talseite. Meiner Meinung nach ist diese Strecke wesentlich steiler. Somit ist ein direkter Vergleich mit der Zeit von meiner letzten Teilnahme natürlich obsolet.

Und dann begann der Anstieg auf das Faschinajoch. Was für eine Quälerei. Ich wünschte mir des Öfteren mein altes Rad mit der 3-fach Kurbel. Irgendwann war ich oben und ich konnte tatsächlich alle meine Strava Zeiten verbessern. Das hätte ich nicht erwartet. Es folgte die Abfahrt nach Damüls. Dort gab es die letzte Verpflegung, die ich nicht mehr ansteuerte. Es wurde ein letztes Mal steil bis hinauf zum Furkajoch. Auch hier sammelte ich P(ersonal)R(ecord)s. Nach der Passhöhe ging es bergab. Die Strecke war auf den ersten Kilometern für den Verkehr gesperrt und ich ging, die für mich schwierige Abfahrt, etwas relaxter an.

Von Innerlaterns bis Muntlix war dann aus irgendwelchen Gründen die Strecke neutralisiert und es war eine „Section-Control“ eingerichtet. Für diese Strecke musste man mindestens 14 Minuten benötigen, ansonsten würde man disqualifiziert. Ich fuhr über den Transponder zu Beginn der Neutralisierung und schaute auf die Uhr. Gemütlich rollte ich bergab und fand das eigentlich gar nicht so schlimm. In einer Rechtskurve sah ich dann auf einmal links einige Radfahrer stehen und vor mir eine Transponderschleife. Ich fuhr ebenfalls links ran. Ich hatte gerade mal 8 Minuten für dieses Stück gebraucht. Die Anderen diskutierte, ob das tatsächlich das Ende der Section-Control war. Die Transponderschleife war da, aber was fehlte war das Schild. Eine Disqualifizierung wollte eigentlich keiner riskieren. Ich wartete also die 6 Minuten ab, bevor ich weiter fuhr. Es kam zu einigen brenzligen Situationen bei Fahrern, die etwas schneller unterwegs waren und dann noch vor dem Induktionsband abbremsten.
Inzwischen kam auch mein neuer Bekannter aus dem Spessart wieder vorbei. Er hatte in Damüls die Verpflegung mitgenommen.

Gemeinsam fuhren wir weiter. Er riskierte die Disqulifizierung, ich hatte abgewartet. Tatsächlich kam das Ende der Section-Control wesentlich später und war deutlich mit dem Schild gekennzeichnet. Ich wäre ohne Pause auch über den 14 Minuten geblieben und hatte also 6 Minuten sinnlos verloren. Ärgerlich – das sollte von den Organisatoren im nächsten Jahr besser geregelt werden. Schließlich ging es ja noch mehr Teilnehmern so.

Mit aller Gewalt wollte ich nun mein Ziel erreichen und unter 7,5 Stunden bleiben. Die Zeit wurde nämlich knapp. Ich wusste, dass das letzte Stück sich nochmals ziehen würde und eröffnete den Kampf gegen die Uhr. Zum Glück zogen ein paar Fahrer mit und wir stürmten Richtung Hohenems.

Endlich kam das Ziel in Sicht und ein Blick auf die Uhr zeigte: Ich hatte es geschafft!

Meine Zeitnahme:

Fahrzeit: 07:10:49
Gesamtzeit: 07:25:37 (eigentlich 07:22:xx – ich habe die Zeit nicht gleich gestoppt)
Kilometer: 179,75 km
Durch. Geschw.: 25 km/h
Max. Geschw.: 76,7 km/h
Höhenmeter: 3822 m

2013:
Fahrzeit: 07:15:52
Gesamtzeit: 07:34:07
Kilometer: 177 km
Durch. Geschw.: 24,37 km/h
Max. Geschw.: 74,88 km/h
Höhenmeter: 3851 m

Das offizielle Ergebnis (mit Zeitgutschrift wegen Neutralisierung):

Rang: 265 (von 636)
Rang Altersklasse: 155
Zeit Gesamt: 07:02:37

2013:
Rang: 271 (von 589)
Rang Klasse (M-55): 161 (von 374)
Zeit Gesamt: 07:34:29,29
km/h: 24,69

Ich konnte mich also tatsächlich verbessern, wenn auch nicht so deutlich, wie ich heimlich gehofft hatte.

Fazit:

Der Highlander Radmarathon ist immer noch eine tolle Veranstaltung. Die Strecke bietet und fordert viel und ist für mich wegen des Termins, des niedrigen Startgeldes und der guten Erreichbarkeit weiterhin interessant. Vielleicht starte ich nächstes Jahr wieder dort – mit niedrigerem Systemgewicht. Mal schauen.

Keep on Cycling!

+++ Breaking News +++ Rhön 300 wurde abgesagt

Heute erfuhr ich aus dem Internet, daß eines meiner diesjährigen Saisonhighlights, Rhön 300, abgesagt wurde.

LIEBE RHÖN300-FANS!

Leider müssen wir Euch heute mitteilen, dass die Veranstaltung am 5. August abgesagt wird. Heute haben wir erneut weitere Sicherheitsauflagen erhalten, die nicht verhandelbar sind. Eine Stellungnahme erfolgt in den nächsten Tagen in der Presse und hier auf der Seite.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich als Helfer, Fahrer oder Supporter (an)gemeldet haben.

Ihr erhaltet auch die Information, in welcher Form ihr die Startgelder erstattet bekommt per E-Mail.

Herzliche Grüße

Das Team von RHÖN300

Zum Glück habe ich dieses Jahr schon eine Langstrecke hinter mich gebracht. Ich weiß im Moment auch gar nicht, ob ich traurig oder doch froh darüber sein soll…
Irgendwie fehlt mir im Moment der Ehrgeiz für so einen Streifen. Und eine Woche später stehe ich sowieso beim Highlander Radmarathon am Start. Ursprünglich hatte ich vor, meine Zeit von 2013 zu unterbieten. Damals benötigte ich 7h34m. Allerdings fürchte ich, dass ich dafür heuer schlicht zu schwer bin. So werde ich versuchen, einfach möglichst viel Spaß zu haben und die Fahrt zu genießen. Obwohl, vielleicht schiebt das Mehrgewicht bergab so gut, dass ich die 7,5h doch unterbieten kann? Wer weiß… 😉

Was kommt sonst noch in nächster Zeit? Überraschend fahre ich nächste Woche für drei Tage ins Allgäu und unternehme eine Tour, die ich schon lange auf meiner Agenda stehen habe – den Allgäu-Cross. 2010 dachte ich zum ersten Mal darüber nach. Tja, kaum gehen acht Jahre ins Land… 😉

Nach dem Highlander steht der Familienurlaub an, den wir auch wieder im Allgäu verbringen werden. Dieses Jahr werden wir alle unsere Bikes mitnehmen und ein paar schöne Familientouren fahren – falls die Kinder mitmachen… 😉

Und Anfang September fahren Diane und ich noch für ein paar Tage zum Biken nach Südtirol, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Überhaupt Biken: Das löst auf der Beliebtheitsskala gerade wieder Rennradeln etwas ab.

Was aber nicht heißt, dass ich nicht trotzdem mit dem Renner unterwegs bin.

Und mit den Kids bin ich auch noch „on Tour“. 🙂

In diesem Sinne – keep on Biking!