Pfingsten fährt man in Bimbach!

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07.06.2025

Dieses Jahr war es endlich wieder soweit – ich hatte an Pfingsten Zeit für eine meiner Lieblingsveranstaltungen – den Rhön Radmarathon.

Allerdings stand diesmal keine der Marathonstrecken auf dem Programm, dafür die RTF-Premiere meines Sohnes.

Wir hatten uns für die 120 Kilometer Strecke am Samstag angemeldet. Das war auch für mich eine Premiere – fuhr ich bisher doch immer die Marathonstrecken am Sonntag.

Da es für die RTFs keine feste Startzeit gibt, standen wir erst kurz nach 10 Uhr auf dem Parkplatz und machten uns fertig. Das war aber gar kein Problem – denn samstags ist weit weniger los als sonntags. Alles war etwas „entspannter“.

So auch auf dem Festivalgelände und an der Startnummernausgabe.

Auch das Anbringen der Startnummern will gelernt sein.

Gut gelaunt und etwas aufgeregt machten wir uns auf den Weg.

Das sollte für Felix die bisher längste Rennradtour werden und auch die Höhenmeter würden seine bisherige Bestleistung toppen.

Noch war das Wetter gut und es war trocken.

Doch schon wenige Kilometer nach dem Start erwischte uns ein solcher Schauer, dass wir trotz unserer Regenjacken gut durchnässt waren. Aber umkehren war keine Option – schließlich wollten wir nicht umsonst die Anfahrt aus dem Spessart in die Rhön auf uns genommen haben. Zudem waren auch durchaus trockene Phasen im Wetterbericht gemeldet…


So muss das sein – grünes Licht für Radelnde…

Aber zunächst war es nass und kalt.

An der ersten Verpflegung hielten wir uns nicht lange auf, um nicht komplett auszukühlen. Die spärlichen Sonnenstrahlen wärmten nur wenig.

Leicht schlotternd setzten wir unseren Weg fort. Die Streckenführung war wirklich schön. Zwar fehlten bei der RTF die ganz hohen Gipfel der Rhön, dafür waren wir viel auf toll asphaltierten Wirtschaftswegen und verkehrsarmen Nebenstraße unterwegs. Das fand ich prima, denn es ist ja immer so eine Sache mit dem Verkehr und den Rennradfahrern – besonders weil heute mein Sohn mit dabei war.

Aber es war alles fein, das Wetter wurde besser und die Strecke wirklich schön und abwechslungsreich.

Mein Junior machte die Sache wirklich super! Wir achteten auf unsere Verpflegung und stärkten uns an jeder Labe. Wir waren deutlich flotter unterwegs, als ich erwartet hatte. Zwar lässt mich Sohnemann inzwischen an jedem Anstieg so was von stehen, aber auf längeren Distanzen bin ich zum Ende hin (noch) im Vorteil. Wir spulten Kilometer um
Kilometer ab und erreichten nach nicht ganz 5 Stunden das Ziel in Bimbach.

Junior war stolz wie Bolle, aber auch ganz schön platt nach diesem Ritt. Erwähnenswert wäre in diesem Zusammenhang noch, dass er das eigentlich ohne besondere Vorbereitung gefahren ist. Er saß vorher vielleicht zwei- bis dreimal auf dem Rennrad. Das Privileg der Jugend… 🙂

Im Ziel gönnten wir uns dann noch noch was leckeres und fuhren im Anschluss nach Hause.

Das war eine gelungen RTF-Premiere gewesen und macht Lust auf mehr!

Keep on Cycling!

SURM 2024

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15.09.2024

SURM – das steht für „Schwarzwald Ultra Radmarathon“. Das war mein gewähltes Cycling Event (oder auch Rennen) im letzten Jahr.
Ich hatte lange nach einem Rennen gesucht, das mir 2024 reinpassen würde. Für den SURM sprach des Datum, das faire Startgeld und die relativ überschaubare Anreise.
Die Eckdaten der langen Strecke mit 239 Kilometern und 4.210 Höhenmetern erschienen als machbar, auch wenn ich inzwischen zwar immer noch viel, aber nicht mehr so lange wie früher, auf dem Rad sitze.
Ich fand eine Unterkunft in Alpirsbach und buchte mir ein Zimmer im Hotel Rössle.
Ich trainierte nicht speziell für das Event und hatte kaum Fahrten, die die 100 Kilometermarke deutlich überschritten.
Eine davon war kurz vorher mit meinem Freund aus Grundschultagen Martin von Zuhause aus auf den Feldberg (Taunus) und wieder zurück. Eine Tour, die ich schon seit langem auf meiner Agenda hatte und letztes Jahr endlich umgesetzt wurde. 😉
Danke dafür, Martin. 🙂

Nun aber zurück aus dem Taunus in den Schwarzwald.

Alles in allem fühlte ich mich ganz gut vorbereitet und freute mich auf diesen, für mich neuen, Marathon. Etwas schockte mich allerdings die Meldung kurz vorher, dass wegen einer Straßensperrung auf den Kandel die Strecke über 20 Kilometer länger werden würde… Ok, dafür würden es etwas weniger Höhenmeter werden. Naja, 260 Kilometer würde ich ja wohl auch schaffen.

Ich reiste also samstags mit dem Auto an und bezog mein Zimmer im Hotel.

Danach unternahm ich einen kleinen Spaziergang durch den Ort und holte meine Startunterlagen. Auch das Carboloading kam nicht zu kurz.

Die Pastaparty ließ ich mir nicht entgehen und auch ein Nachttisch durfte nicht fehlen.

Danach befestigte ich die Startnummer am Rad und ging soignieren.

Die Wetteraussichten für den nächsten Tag waren ganz gut. Etwas Regen in der Nacht, aber ab dem Start eigentlich trocken. Etwas frisch sollte es am frühen Morgen sein.

Die Nacht war erholsam und das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Außer mir waren natürlich noch weitere Radsportler*innen im Hotel und am frühen Buffet herrschte zu so früher Stunde bereits ein mehr oder weniger munteres Treiben.

Um kurz vor 7 Uhr war es dann soweit und ich reihte mich in den Startblock ein. Das Starterfeld für die große Runde war überschaubar und wie immer machte ich mir Gedanken, ob außer mir nur echte „Cracks“ an der Startlinie standen…

Einklicken und losfahren – das übliche Prozedere. Die ersten 5 Kilometer ging es in zügigem Tempo bergab. Ich bereute meine Kleidungswahl nicht:
Etwas dickere Handschuhe, Armlinge, warmes Unterhemd, Trikot, Weste, Windjacke, warme kurze Bib, Knielinge und Überschuhe.

Die Strecke war schön und sehr abwechslungsreich. Meist waren wir auf kleineren Straßen mit wenig Verkehr unterwegs. Aber es war ja auch noch früh am Tag. Beim SURM sind die Straßen wie bei den meisten Radmarathon Veranstaltungen nicht gesperrt, was sich später noch als etwas unangenehm herausstellen würde. Aber noch war alles palletti.

Nicht schlecht staunte ich, als ich diesen Teilnehmer auf einem Einrad einholte – was es nicht alles gibt…

In Bad Peterstal erreichten wir die erste Verpflegung. Dort, wie an allen anderen Verpflegungen auch, war alles bestens organisiert. Von belegten Brötchen über Riegel und Obst bis zu den beliebten Waffeln reichte das Angebot. Auch die Getränkeauswahl war top. Dafür schon einmal einen Daumen hoch!

Inzwischen wurde es etwas wärmer, was nicht zuletzt auch an der Vielzahl der Anstiege lag.

Die Landschaft war jedenfalls toll – auch dafür gibt es die volle Punktzahl.

Allerdings kamen wir jetzt zu dem Abschnitt der Umleitung. Diese führte durch das nicht ganz unbekannte Glottertal. Schlagartig nahm der Verkehr zu und PKWs, Wohnmobile, Reisebusse und Motoräder teilten sich mit uns Marathonisti, nicht zur Freude aller, die Landesstraße 112. Bis zum Abzweig zum Kandel blieb das eigentlich so.
Aber ich gewöhnte mich daran. Das wäre mein einziger Kritikpunkt, aber schon in diesem Jahr war die Straßensperrung wohl wieder aufgehoben und die Strecke verlief wie ursprünglich ausgeschrieben.

An der Verpflegung am Kandel, übrigens ein „Deadend“ auf der Strecke, machte ich Bekanntschaft mit dem Besenbus. Dieser parkte allerdings nur dort. Ich hatte noch genug Zeit, bevor es „ernst“ werden würde.

Auf der selben Straße, die wir hoch kamen, fuhren wir wieder ein Stück zurück. Am Abzweig bogen wir nach links, wieder auf die LS112 ab. Wieder nahm der Verkehr zu und trübte etwas die Freude an dem tollen Panorama.

Inzwischen hatte ich auch ganz gut zu kämpfen, durchbeißen lautete jetzt die Devise.

Nach 11 Stunden und 33 Minuten hatte ich es geschafft. Tatsächlich standen noch „Fans“ am Ziel, die wohl auf ihre Angehörigen warteten. Aber auch alle anderen wurden noch bejubelt und beklatscht. 🙂

Jetzt musste ich mich etwas sammeln…

Der SURM war echt harte Arbeit gewesen, aber ich war froh, teilgenommen zu haben und stolz, dass ich es geschafft hatte.

Meinen Erfolg feierte ich im Hotel mit einem feinen Essen. Ich verbrachte noch eine Nacht in Alpirsbach, um am Montag ausgeruht nach Hause fahren zu können.

Fazit: Wenigstens einen Radmarathon 2024 erfolgreich absolviert. Der SURM ist eine tolle Veranstaltung und ich finde, eine Teilnahme lohnt sich – insbesondere wenn das Glottertal wieder aus der Streckenführung gestrichen ist.

Keep on Cycling!

Radeln in Arabba 4 – Schöner Abschied

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04.06.2024

Endlich! Die Sonne!

So hatte ich mir das vorgestellt. Das waren die Bedingungen, die ich mir erhofft und gewünscht hatte. Nur, dass ich heute wieder nach Hause musste. Aber für eine kleine Runde am Morgen sollte es sich noch ausgehen.

Also kurbelte ich zum Warmfahren erneut den Passo Campolongo hinauf, um mich ohne große Pause gleich in die Abfahrt nach Corvara zu stürzen. So machte das richtig viel Spaß!

Dieses Mal bog ich aber nicht nach links in Richtung Grödner Joch ab, sondern folgte dem Val Badia. Hier herrschte trotz der frühen Stunden schon reger Verkehr, und ich war froh, als ich in Stern die Hauptstraße verlassen konnte. Hier begann auch der nächste Anstieg über St. Kassian und Armenterola.

Die Straße hinauf zu den zwei, meiner Meinung nach, schönsten Bergpässen der Gegend war angenehm wenig befahren.

Nur eine, bereits von weitem hörbare Gruppe Münchner Sportwagenfahrer und ein paar vereinzelte, röhrende Motorräder störten das ruhige Bergidyll. Irgendwie begrüße ich ja das Bestreben der Anrainergemeinden, den motorisierten Verkehr auf den Dolomitenpässen zu beschränken.

Das Panorama auf dieser Straße war wirklich beeindruckend und ich genoss diesen Anstieg in vollen Zügen.

Kehre um Kehre schraubte ich mich nach oben. Dabei traf ich auch auf weitere Radler – alle bestens gelaunt ob der schönen Strecke.

Es ging über die Baumgrenze und das Feeling war gleich hochalpin.

Das coole an dieser Straße: Man „erfährt“ mit einem Anstieg gleich zwei Pässe. Erst den Passo Valparolo, an dem ich kurz anhielt und einen Plausch mit einem amerikanischen Reiseradlerpärchen hielt, und dann – auf der Abfahrt quasi – den Passo di Falzarego. Diesen erreichte ich von oben ohne zusätzliche Höhenmeter. 🙂

Am zweiten Passschild hielt ich allerdings nicht, da ich leider etwas auf die Zeit schauen musste. Schließlich wartete noch eine lange Autofahrt auf mich.

Die Abfahrt war wirklich toll und versetzte mich in Bestlaune. Die letzten Meter bergauf zurück nach Arabba vergingen nun auch schnell.

Sehr glücklich über die perfekte Abschlusstour kam ich an der Pension an. Wie am Vortag mit der Chefin des Hauses besprochen, konnte ich mich im Skikeller duschen. Mein Rad blieb bei dieser letzten Tour zum Glück sauber, so dass ich es einfach in den Kofferraum legen konnte. Perfekt!

Und so ging er zu Ende, mein schöner Kurzurlaub in den Dolomiten. Ciao Dolomiti, ci vediamo! 😉

Keep on Cycling!

Radeln in Arabba 3 – Sellaronda

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03.06.2024

Selbstverständlich hielt ich die vier von Garmin empfohlenen Ruhetage nicht ein – zu wertvoll war meine knappe Zeit hier in den Dolomiten. Für den heutigen vorletzten Tag hatte ich mir die Sellaronda gegen den Uhrzeigersinn vorgenommen.
Mit gerade mal 50 Kilometern und „nur“ 1.600 Höhenmetern war das ja fast wie ein Ruhetag. 😉

Um halb zehn morgens schwang ich mich halbwegs ausgeruht auf den Sattel und versuchte die schweren Beine zum Kurbeln zu überreden.

Angesichts der zu erwartenden schönen Tour gelang mir das ganz gut. Das Wetter war etwas unbeständig gemeldet, aber mit etwas Glück könnte ich trocken durchkommen.

Gegen den Uhrzeigersinn bedeutete, dass die erste Herausforderung erneut der „Campolongo“ war.

Die in dieser Gegend allgegenwärtige ladinische Flagge wehte mir auf der Passhöhe munter entgegen, was für einen veritablen Gegenwind auf der Abfahrt sprach. Also zog ich schnell mein Windjäckchen über und stürzte mich in die tolle Abfahrt nach Corvara.

Immer wieder lichteten sich die Wolken ein bisschen, und blauer Himmel blinzelte durch das Grau.

Ich kam am Ortseingang an der „Osteria La Fontana“ vorbei. Schöne Erinnerungen an meinen dortigen Aufenthalt während der „Maratona“ 2014 wurden wach.

Nach einem kurzen Flachstück im Ort ging es sogleich wieder ans Eingemachte. Das „Grödner Joch“ wartete auf mich. Von Corvara aus schlug es mit 611 Höhenmetern auf 10 Kilometern zu Buche. Dank meiner äußerst bergtauglichen Übersetzung am Rad (46/33 – 10-33) stellte das aber überhaupt kein Problem dar. Diese Übersetzung war auch der Grund, von der entspannteren Geometrie und den Scheibenbremsen mal abgesehen, warum ich mich für das 1 Kilo schwerere Specialized Diverge entschieden hatte. Das etwas in die Jahre gekommene Stevens Comet hatte wieder einmal das Nachsehen gehabt. Bestzeiten würde ich mit meinem derzeitigen Körpergewicht eh nicht einfahren… 😉

So erklomm ich Höhenmeter um Höhenmeter und zirkelte mich Kurve um Kurve bei immer besser werdendem Wetter in Richtung Passhöhe.

Die Ampel vor der Passhöhe verhinderte den KOM… 😉

Während ich oben angekommen die in Corvara ausgezogene Windjacke wieder überstreifte, ließ ich kurz meine Blicke schweifen und sog diese ganz besondere Luft ein, die es nur in den Bergen gibt.

Es folgte eine kurze Abfahrt, bevor ich diesen wohl schönsten Abschnitt der Tour unterhalb der Sellagruppe entlang rollen durfte.

Leider bremste auch hier eine Baustelle meine Fahrt, doch ich nutzte diese Zwangspause ein weiteres Mal zum Bewundern dieser grandiosen Landschaft.

Der nächste Pass war das Sellajoch – der wohl berühmteste Pass der Sellaronda.

Dort wurde dieser niegelnagelneue Fahrradschutzstreifen angebracht. Eigentlich eine gute Sache. Leider ist es in der Praxis oft so, dass Autofahrer hart an der Linie an einem Radfahrer vorbeifahren, der sich ja auf dem „Radweg“ befindet. Somit wird dann häufig noch weniger Abstand gehalten, als wenn es keinen solchen „Schutz-„streifen gäbe…

Da aber glücklicherweise wenig Verkehr herrschte, passierten mich nur wenig Autos und die allermeisten hielten ausreichend Abstand.

Der Langkoffel in meinem Rücken hüllte sich hartnäckig in immer dichter werdende Wolken und so langsam hegte ich Zweifel, ob ich trocken durchkommen würde.

Der dritte Anstieg des Tages war geschafft und ich war auf dem Passo Sella auf 2.244 m oben.

Erstaunt erblickte ich eine Murmeltierfamilie, die direkt unter dem Souvenirshop wohnte und so gar nicht scheu war. Sie erhofften sich wohl einige Leckerlis von uns Touristen, die sie belustigt beobachteten.

Ich legte noch einen kurzen Abstecher in den Souvenirshop ein, um nach einem Mitbringsel für meine Lieben zu Hause zu schauen. Aber ich fand nichts, was in meine Trikottasche gepasst hätte. Zudem war es auch in dem Laden nicht sonderlich warm, weswegen ich nach kurzem Aufenthalt in die frische Abfahrt startete.

Es begann ganz leicht zu tröpfeln, und so verlor ich nicht viel Zeit mit Fotostopps auf dieser Abfahrt.

Nur noch ein Pass wollte erklommen werden – der Passo Pordoi. Hier erwischte mich dann tatsächlich ein ordentlicher Graupelschauer. Zum Glück fand ich ein Plätzchen zum Unterstellen um das Gröbste abzuwarten.

Als der Schauer nachließ, fuhr ich weiter. Ich hatte etwas Angst, dass da noch mehr kommen würde und so wirklich war ich nicht gegen den Regen gewappnet.

Ziemlich ausgekühlt, verschwitzt und durchnässt kam ich schließlich auf dem Joch an. Ich beschloss, da es noch früh am Tag war und ich etwas Hunger hatte, einzukehren.

Im Hotel Savoia fand ich, was ich suchte.

Doch auch hier vergeudete man nicht viel Energie mit heizen und so beschleunigte ich meinen Aufenthalt etwas. Eine warme Dusche war das Nächste, was ich mir wünschte.

Zu diesem Zweck rollte ich nun nach Arabba hinab. Die Abfahrt war nass, kalt und schmutzig und ich flüchtete mich in mein, zum Glück, warmes Zimmer.

Nach der Dusche nutzte ich das freundlich Angebot der Herbergswirtin, mein schmutziges Rad mit dem Gartenschlauch abzuspritzen. So konnten mein Rad und ich uns wieder sehen lassen.

Ich räumte mein Rad wieder in den Fahrrad-/Skikeller, in dem sich auch ein kleines Bad befand. Ich besprach mit der Dame des Hauses, dass ich am nächsten Tag gerne noch eine kleine Runde fahren würde. Sie bot mir an, da ich mein Zimmer gegen 10 oder 11 räumen müsste, nach der Tour die Dusche im Fahrradkeller nutzen zu dürfen. Sogar frische Handtücher würde sie mir zurechtlegen. Das war perfekt!

Mit dieser schönen Aussicht auf den nächsten Tag begab ich mich ein letztes Mal ins Restaurant des Hotel Pordoi.

Dort feierte ich gebührend diesen letzten Abend!


Primi: Spaghetti Carbonara


Secondi: Lombata di maiale con funghi di bosco


Contorno: Patate arrosto

Und die Krönung:


Pannacotta

Man lebt nur einmal… 😉

Durchaus gesättigt kehrt ich in die Pension zurück und begab mich zur wohlverdienten Nachtruhe.

Was für ein schöner Tag (von dem kleinen Schauer mal abgesehen).

Keep on cycling!

Radeln in Arabba 2 – Königsetappe auf den Spuren des Giro

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02.06.2024

Der zweite Tag begann mit einem leckeren Frühstück in der Pension Sport.

Bereits morgens schien die Sonne und es sollte vom Wetter der beste Tag meines Kurzurlaubs werden.

Im Vorfeld hatte ich schon einige Touren geplant und musste jetzt nur überlegen, welche ich heute fahren würde. Aufgrund der günstigen Wetterprognose entschied ich mich für die längste meiner Planungen. Diese beinhaltete auch einige neue Strecken, die ich bisher noch nie gefahren war.
Aber zunächst musste ich erst wieder das Pordoijoch erklimmen.

Schön, dass ich heute nicht ganz so viele Klamotten anziehen und mitnehmen musste.

Vorbildlich Beschilderung in den Dolomiten! 🙂

Bei Sonnenschein machte das Ganze noch viel mehr Spaß. Da ich Fausto gestern schon begrüßt hatte, stürzte ich mich gleich in die Abfahrt in Richtung Canazei.

Welche eine Freude!

Auf der Abfahrt kamen mir tatsächlich einige Damen Pro Teams entgegen, die sich in der Gegend wohl den nötigen Schliff für die „Tour de France Femmes“ holten. Erkannt hatte ich allerdings keine Fahrerin, ich musste mich zu sehr auf die Straße konzentrieren.

Durch das wunderschöne Fassatal setzte ich meinen Weg fort, in welchem ich immer wieder auf die Spuren des Giros traf – ein tolles Erlebnis.

Bis Moena folgte ich dem Lauf des Avisio durch das Fassatal. Dann kam mit dem Passo San Pelegrino ein ziemlicher Brocken auf mich zu. Wobei die Westauffahrt etwas gnädiger ausfiel, als die östliche gewesen wäre.

Der Pass war mir noch unbekannt und ich freute ich mich auf die gut 12 Kilometer und 752 Höhenmetern mit 6,4% Steigung im Schnitt.

Kurz musste ich mich auch mal wirklich anstrengen, aber die schöne Landschaft lenkte von den Strapazen ab.

An der Passhöhe zog ich schnell mein Windjäckchen über, machte noch ein Paar Fotos und fuhr dann ab.

Gefälle mit bis zu 18% bestätigten mir, die Tour in der richtigen Richtung zu fahren… 😉

Einen großen, langen Straßentunnel konnte ich auf der eigentlich gesperrten alten Straße umgehen. Darüber war ich ziemlich froh. Der alte Tunnel und die Galerien waren noch ganz gut in Schuss und gut fahrbar.

In der kleinen Gelateria von Daniele gönnte ich mir nach dem rasanten Sinkflug ein sehr leckeres Eis und einen ebensolchen Espresso.

Langsam bekam ich aber doch richtig Hunger. Ich beschloss weiterzufahren und in der nächstbesten Bar einzukehren. Immerhin hatte ich jetzt schon fast 70 Kilometer auf dem Tacho stehen.

Der nächste größere Ort war Alleghe und ich hofft, dort fündig zu werden.

Leider hatte ich kein Glück. Ich hatte ausgerechnet die „Riposo“ erwischt. Alles hatte geschlossen. Erst kurz hinter dem Ort fand ich ein kleines Kiosk, das mich mit dem nötigsten versorgte.

So gestärkt machte ich mich an den Endspurt. Ein weiteres landschaftliches Highlight erwartete mich noch.

Der Abstecher hinauf nach Selva di Cadore war noch einmal ganz schön schweißtreibend. Aber auch hier leistete der Ausblick und ich genoss meine persönliche Erstbefahrung der kleinen Bergsträßchen.

Ziemlich k.o. kam ich schließlich wieder in Arabba an. Das bestätigte mir auch mein Radcomputer.

Vier Tage? So viel Zeit hatte ich nicht. Natürlich hatte ich schon Pläne für den nächsten Tag…

Aber mit etwas Regeneration am Abend und einer weiteren leckeren Pizza im Hotel Pordoi würde das schon werden.

Und auch hier hatte der Giro seinen Spuren hinterlassen.

Nachdem ich das Kaloriendefizit ausreichend ausgeglichen hatte, machte ich mich auf den Weg zurück in die Pension. Dabei bestaunte ich noch kurz die Exponate des hoteleigenen Weltkriegsmuseums.

Schlimme Zeiten waren das – hoffen wir, dass sie nie wiederkehren!

Ungeachtet dessen war es ein toller Tag und eine fantastische Tour gewesen. 🙂

Keep on cycling!