Langstrecke Keiler-Bike Marathon

Dieses Jahr passte der Keiler-Bike Marathon in meinen Terminkalender. Und ich wollte wenigstens einen MTB-Marathon fahren. Von den drei großen Veranstaltungen in unserer Region gehört für mich der Keiler von der Strecke her gesehen auf Platz 1, gefolgt von Rossbach und dann Frammersbach.
Aus irgendeinem Grund hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die Langstrecke zu fahren (Mittelstrecke fährt ja jeder…).
Am Start bekam ich beim Anblick des überschaubaren Startfeldes dann doch erste Zweifel (Bestimmt werde ich Letzter…).
Ein Vereinskollege beruhigte mich und sprach mir Mut zu (Danke Jens!). Kurz nach dem Start verlor ich ihn auch schon aus den Augen. Aber ich fühlte mich gut und dachte mir, naja, letzter werde ich sicher nicht. Das gute Gefühl hielt die ersten 40 Kilometer an. Es lief optimal und mein Tacho zeigte mir einen 20er Schnitt an. YES! Doch auf den zweiten 40 Kilometern rächte sich mein forscher Start und es lief, sagen wir mal, suboptimal. Zeitweise machte ich mir Gedanken, ob ich es überhaupt ins Ziel schaffen würde. Aber ich sprach mein Mantra vor mich her (treten, treten, treten, …) und pedalierte vor mich hin. Ich wurde nur noch überholt und konnte die wirklich geniale Strecke nicht wirklich genießen.
Als es zum zweiten Mal zur Aurora hinaufging, bekam ich die zweite Luft und machte ein paar Plätze gut. Oben an der letzten Verpflegung nahm ich nochmals alles mit und freute mich auf den Zieldownhill. Doch der kam nicht. Ich hatte die Strecke irgendwie anders im Kopf. Auf einem leicht ansteigenden Schotterstück passierte es dann. Ein Krampf im Oberschenkel – und zwar Vorderseite und Rückseite. Das war mir noch nie passiert. Im Schneckentempo fuhr ich weiter, darauf bedacht, nicht umzufallen. Ich drückte mir ein Gel und hoffte auf Besserung. Der Krampf verging dann auch. Allerdings begann das ganze Spiel wieder von vorne, jetzt im linken Bein. Und so ging das weiter. Sobald ein kleiner Anstieg kam, krampfte es entweder rechts oder links.
Irgendwie schaffte ich es dann ins Ziel. Zum Teil rannte oder ging ich mein Rad schiebend die Anstiege hinauf und verzweifelte über die geänderte, mir unbekannte neue Strecke zum Ende hin. Der „Berg“, den es am Morgen schon hinauf ging, und den ich nicht als solchen bemerkt hatte, baute sich nun als Wand vor mir auf. Und dann kamen noch einige extrem schwierige, extrem matschige, Abfahrten, und nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Zielbereich in Sicht. Bei 5 Stunden und 15 Minuten blieb dann die Uhr stehen. Eigentlich gar nicht so schlecht, ich hatte mir 5 Stunden 30 als Ziel gesetzt – und Letzter war ich auch nicht.
Ziemlich leer holte ich mir noch ein paar belegte Brötchen und ’ne Cola und machte mich dann auf den Heimweg. Aber im Auto freute ich mich dann doch über mein Ergebnis. Allerdings musste ich die Gas-, Brems un Kupplungspedal im Auto mit äußerster Vorsicht betätigen, um weiteren Krämpfen zu entgehen…

Gesamtzeit: 5:15:39
Fahrzeit: 05:11:00
Kilometer: 88,34 km
Durch. Geschw.: 17,04 km/h
Max. Geschw.: 52,56 km/h
Höhenmeter: 2219 m
Rad: Stevens Glide ES

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Das offizielle Ergebniss:

Thorsten Faderl
belegt
über die Distanz von
89 Kilometer * 2250 Höhenmeter
in der Altersklasse Senioren 1
den 39. Platz
und in der Gesamtwertung
Platz 107
in einer Zeit von
05:15:24

Keep on biking!

3 Gedanken zu „Langstrecke Keiler-Bike Marathon

  1. Na das kann sich doch mehr als sehen lassen! Chapeau!

  2. Pingback: Back to the roots | MTB- und Rennrad-Blog für Spessart und Umgebung

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