Spessart-Biker im Pfälzerwald

Zusammen mit einigen weiteren Mitgliedern des Spessart-Biker e.V. verbrachten wir ein schönes Wochenende im Mountainbikepark Pfälzerwald. Das dortige Wegenetz schnitt bei dem Wegenetztest der Dimb im Vergleich zu anderen am besten ab.  Davon wollten wir uns selbst überzeugen.
Als Ausgangspunkt wählten wir das Hotel Schwan in Trippstadt, da es sehr zentral in dem Bikepark liegt und wir viele Touren direkt vor der Tür starten konnten. Das Hotel kann ich nur eingeschränkt empfehlen. Zwar war man sehr freundlich, aber kundenorientiert ist etwas anderes. Die Einrichtung der Zimmer war eher einfach gehalten und nicht gerade modern. Unser Zimmer lag über der Kegelbahn, wo bis spät abends gekegelt wurde. Aber im Großen und Ganzen war der Aufenthalt dort ganz in Ordnung. Positiv stach der Koch aus dem Personal hervor. Nicht nur, dass er gut kochen konnte – er war auch wirklich auf Zack. Im Gegensatz zum Rest. Der war einfach nur „entschleunigt“ und unorganisiert. Aber vielleicht sind die Menschen in der Gegend dort einfach so. Denn eine ähnliche Erfahrung machten wir auch bei der Einkehr auf der Tour am zweiten Tag…
Genug davon.
Der Großteil unserer Gruppe reiste bereits am frühen Freitagmittag an und so konnten wir die erste Tour noch am selben Tag fahren.

Freitag:

Tour 4 – Teilstrecke: Johanniskreuz – Waldleiningen – Johanniskreuz

„klein aber fein“; gerade recht für eine Ausfahrt zwischen Sonntagsbraten und Sportschau. Ziel dieser „ronda piccola“ ist die „Pälzer Weltachs“, dem Mittelpunkt unseres wunderschönen Erdballs. Diese muss, nach alter Tradition, ab und an geschmiert werden.
Damit es ein bisschen einfacher läuft in „good old gemany“ und dem Rest der Welt. Also: Ölkännchen nicht vergessen …!

32 km
553 m
4,2 km
11,2 km
9,1 km
7,5 km

Die Tour war ein gelungener Auftakt in das Wochenende und machte definitiv Lust auf mehr! Der gefühlte Trailanteil war auf diesem Teilstück ziemlich hoch.

Fahrzeit: 02:19:45
Kilometer: 32,37 km
Durch. Geschw.: 13,90 km/h
Max. Geschw.: 43,92 km/h
Höhenmeter: 527 m
Rad: Stevens Glide ES

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Am Samstag stand die Königsetappe an – hierfür hatte Tourenplaner Jürgen die Tour 3 herausgesucht. Diese erhielt von der Dimb die beste Bewertung.

Tour 3

Das Radstadion in der Gemeinde Ort Schopp, unser Startpunkt der Tour 3, kann auf eine lange Radsportgeschichte zurückblicken. Hier begann die Karriere von Radsportgrößen wie Udo und Hardy Bölts.

1971 errichtete der RV Schopp eine Radrennbahn, auf der seit Jahrzehnten Bahnrennen auf internationalem Niveau veranstaltet werden. Zudem wurde der Ort durch die perfekten Durchführung von 3 nationalen Meisterschaften im Mountainbikesport, zu einer internationalen Topadresse im Cross-Country-Bereich. 1995 war Schopp erstmals Schauplatz der „Deutschen“.

Damals sicherten sich Marc Hanisch und Hanka Kupfernagel die Titel. Aufgrund des selektiven Kurses, dem tollen Start- und Zielbereich im Radstadion und der großen fachkundigen Zuschauerkulisse vergingen nur drei Jahre, ehe das kleine Dorf in der Westpfalz erneut zum Austragungsort der nationalen Meisterschaften gewählt wurde. 1998 konnten sich Ralph Berner und Hedda zu Putlitz in die Siegerlisten einschreiben. Bei einer weiteren Austragung im Jahr 2002 waren es dann keine geringeren als Lado Fumic und Sabine Spitz, die einen Ihrer Titel im Oval des Eichwaldstadions feierten.

Deshalb startet selbst auf die separat ausgeschilderte, meisterschaftswürdige Cross-Country-Strecke und lasst Euch von Freunden im Radstadion als imaginäre Helden feiern … ein cooles Gefühl!

67 km
1104 m
10,9 km
22,9 km
23,5 km
9,7 km

Wir starteten allerdings nicht in Schopp sondern in Trippstadt. Auch diese Tour war super – obwohl wir des Öfteren Zwangspausen zum orientieren einlegen mussten. Die Einkehr zur Mittagszeit entpuppte sich als Flop, da in der Pizzeria „La Mirela“ völlig entschleunigt gearbeitet wurde. Wir verloren hier unnötig viel Zeit und mussten, ausgehungert wie wir waren, extrem lange auf das nicht gerade außergewöhnliche Essen warten. Somit geriet ich etwas in Zeitdruck, da ich doch Diane mittags vom Babysitten ablösen wollte, damit auch sie noch eine Tour mit den Anderen fahren könne. Ich kürzte also etwas ab und Diane ging mit dem Rest der Truppe, der kurz nach mir am Hotel eintraf, auf eine weitere Tour. Diese soll auch sehr gut gewesen ein – mit sehr hohem Trailanteil.

Fahrzeit: 03:48:53
Kilometer: 58,80 km
Durch. Geschw.: 15,41 km/h
Max. Geschw.: 43,20 km/h
Höhenmeter: 930 m
Rad: Stevens Glide ES

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Natürlich wollten wir am Sonntag nicht nach Hause fahren, ohne eine weitere Tour gefahren zu sein. Wir machten uns von Trippstadt aus auf den Weg in Richtung Johanniskreuz, wo wir nach anfänglicher Sucherei endlich den Einstieg in die Tour 5 fanden. Wir fuhren die Teilstrecke Johanniskreuz – Elmstein – Johanniskreuz. Auch sehr empfehlenswert!

Für alle die es gerne etwas härter mögen. Diese Runde zählt zu den schwersten im Mountainbikepark Pfälzerwald. Der ständige Wechsel von Bergauf- und Bergab-Passagen lassen keinen Raum zum Nachdenken.
Ständig fordert die Strecke höchste Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft. Umso schöner, wenn man seinen eigenen inneren Schweinehund besiegt hat!

28,3 km
661 m
1,2 km
14,3 km
7,3 km
5,5 km

Diese Tour gefiel mir persönlich am besten. Gleich zu Beginn warteten einige sagenhafte Downhill-Singletrails auf uns – da war gute Laune garantiert!

Fahrzeit: 02:50:36
Kilometer: 41,30 km
Durch. Geschw.: 14,53 km/h
Max. Geschw.: 52,56 km/h
Höhenmeter: 747 m
Rad: Stevens Glide ES

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Fazit: Der Mountainbikepark Pfälzerwald ist definitiv eine Reise wert. Zumal man mit einer Fahrzeit von ca. 2,5 Stunden relativ schnell von uns aus dort hingefahren ist.  Als Ausgangsort eignet sich Trippstadt ausgezeichnet, da man von hier die meisten Touren fahren kann. Das Streckennetz bietet alles was man sich wünschen kann. Ein Kritikpunkt ist allerdings auch zu vermerken: Die Ausschilderung auf der Strecke ist leider nicht immer ganz eindeutig. Gerade an neuralgischen Punkten ist das immer wieder aufgefallen. Wir fuhren mit 2 GPS-Geräten und Karte und verfuhren uns dennoch ein paar Mal. Sich allein auf GPS zu verlassen ist keine gute Idee. Man sollte sich auf alle Fälle zur Sicherheit die Papierkarte holen. Diese gab es in der Touristeninfo, aber auch im Hotel.
Ansonsten vergebe ich das Prädikat „empfehlenswert“. Und wenn man dann noch etwas Zeit mitbringt, erlebt man ein wirklich tolles, entschleunigtes Wochenende, das Lust auf mehr macht. Ich komme wieder, es gibt ja noch ein paar Touren zu entdecken.

Hier noch ein paar Impressionen:

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entschleunigter pfälzer Ureinwohner

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Mehr Fotos im Spessart-Biker-Album: *klick*

Keep on biking!

2 Gedanken zu „Spessart-Biker im Pfälzerwald

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