Rennsteig Revival 2019 – Tag 2

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(Keine Ahnung, ob ich das hier angeben muss oder nicht.)

So, dann will ich mal weiter in Erinnerungen schwelgen…

Nach einer erholsamen Nacht in unserer geräumigen Unterkunft und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns alsbald auf die Socken. Es war ein Tag mit extremer Hitze gemeldet und wir wollten die „kühlen“ Morgenstunden nutzen. Während wir unsere Räder fertig machten bekamen wir die Erklärung für die nächtlichen Schüsse geliefert.

Im Waldhotel „Rennsteighöhe“ können geneigte Gäste ein Reality Erlebnis der besonderen Art buchen – eine Nacht im Bunker mit allem drum und dran. Die Schüsse gehörten wohl zu diesem Event und am Morgen sahen wir die Gruppe, wie sie von dem Abenteuer zurückkehrte…

Wir hatten aber noch ein Teil unseres Abenteuers vor uns.

Der Löwenanteil der Strecke des zweiten Tages verlief, wie ich mich richtig erinnert hatte, auf Forstpisten und ich war froh, mit dem Hardtail unterwegs zu sein. Dennoch war die Strecke sehr anstrengend. Die vielen giftigen Anstiege und die nun fast unerträgliche Hitze forderten ihren Tribut. Und das Schlimmste – das mit der Bratwurst wurde heute wieder nichts. Fast alle der Bratwurststationen entlang des Rennsteigs waren geschlossen. Sogar die Bude am Fuße des Inselsberges war geschlossen.

Frustriert, überhitzt und mit etwas Zeitdruck im Rücken beschloss ein Teil unserer Gruppe, den kräftezehrenden Anstieg zum Gipfel auszulassen und den Rennsteig nicht bis zum Ende durchzufahren. Mir kam das ganz gelegen. Ich war wohl von der Nordseefahrt noch nicht ganz regeneriert…

Auf der Höhe von Eisenach verließen wir drei den Rennsteig und mit der Wartburg im Blick beendeten wir die Tour.

Die zwei anderen fuhren den Rennsteig noch zu Ende. Für uns reichte das – wir waren bedient.

Die Tour war schön, aber es fehlte mir der „Zauber der Erstbefahrung“ – ein weiteres Mal werde ich den Rennsteig sicherlich nicht befahren, höchstens in Abschnitten. Aber es gibt ja noch genug andere Fernwanderwege, die auf mich warten…

Keep on Biking!

Rennsteig Revival 2019 – Tag 1

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29.06.2019

Wie schon gesagt, die „Pension Antik Nr. 1“ war etwas skurril und speziell, aber das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Und das Geschirr war ein echter Klassiker. Auf dem gleichen Set habe ich jahrelang bei meinen Eltern gefrühstückt.

Nach dem Frühstück mussten wir aber los, die erste Etappe auf dem Rennsteig stand an. Wir kürzten den Anfang ab und stiegen unweit von Bad Lobenstein ein.

Der erste Tag war mir vom Trailanteil besser in Erinnerung und so war es auch. Ich hatte mich im Vorfeld für mein Hardtail entschieden. Eigentlich war das die richtige Wahl, manchmal wünschte ich mir auf den mitunter sehr wurzeligen Passagen jedoch ein Fully – wobei, so richtig wohl fühlte ich mich zuletzt auf dem 26er auch nicht mehr. Also passte das schon.

Panzerplatten – historische Zeugen und des Radlers Albtraum – mussten wir zum Glück nur überqueren.

An vieles konnten wir uns noch von unserer Erstbefahrung erinnern, andere Erinnerungen waren hingegen schon verblasst. Bestens in Erinnerung war uns die Bratwurst aus Ernstthal geblieben. Umso enttäuschter waren wir, als wir auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums ankamen. Die Bratwurstbude gab es nicht mehr. Weil wir aber Hunger hatten, und auch der Durst wegen der heißen Witterung ziemlich groß war, fielen wir in den örtlichen Discounter ein und versorgten uns mit dem nötigsten. In einem schattigen Plätzchen machten wir dann eine Pause.

Hier stieg einer unser Mitfahrer aus, seine Kniegelenke spielten nicht mehr mit. Er wollte uns am Abend in der Unterkunft treffen und versuchte mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin zu kommen.

Wir setzten unsere Fahrt fort und kämpften uns weiter durch die Hitze. Für das Wochenende waren andernorts Hitzewarnungen ausgegeben worden. Ideale Voraussetzungen für unser Vorhaben. 😉

Aber es ging eigentlich ganz gut, und der Rennsteig verläuft oft im Wald. Mehr zu kämpfen hatten manche Teilnehmer einer veranstalteten Rennsteigtour. In dieser Gruppe war so mancher Fahrer, der etwas überfordert schien. Das bestätigten uns auch die Helfer und Sanitäter, die die Tour begleiteten. Mit ihnen hielten wir an unserer nächsten Pause einen längeren Plausch.

Wie 2008 kehrten wir auch diesmal in der Triniusbaude ein. Wo weiland Kanzler Schröder einkehrte, kann man ja eigentlich nichts verkehrt machen… 😉

Nach dieser ausgedehnteren Rast machten wir uns an den Endspurt.

Nach gut 85 Kilometern, 1.500 Höhenmetern und vielen Litern verlorenem Schweiß erreichten wir unser Etappenziel, das Waldhotel „Rennsteighöhe“ – auch noch bestens von der Erstbefahrung bekannt. Der Kniegeschädigte erwartete uns schon. Er hatte sich tatsächlich mit den öffentlichen Verkehrsmitten durchgeschlagen.

Wir bezogen unser Appartement, machten uns frisch und nahmen das Abendessen ein. Der Abend wurde allerdings nicht allzu lange. Die Hitze des Tages und das doch anstrengende Profil der Etappe machten sich nun bemerkbar. Wir gingen, begleitet von unerklärlichen, etwas unheimlichen, Schüssen aus dem Wald früh zu Bett.

Keep on Biking!

Rennsteig Revival 2019 – Prolog

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28.06.2019

Elf Jahre sind eine lange Zeit. Und elf Jahre war es her, dass ich mit ein paar Freunden auf dem Rennsteig unterwegs gewesen war. Kinners, wie die Zeit vergeht…

Die Besetzung der Rennsteig-Crew war fast identisch zu der damaligen, auch wenn wir alle etwas gealtert waren. Ein neuer Biker war dazugekommen.

Wir reisten freitags mit den Autos nach Eisenach, um von dort mit dem Zug weiter zu fahren. Ein komplette Anreise mit dem Zug war aus logistischen Gründen leider nicht möglich. Aber schon das kleine Stück nach Bad Lobenstein wurde abenteuerlicher als gedacht. Merke: Eine Fahrkarte in Verbindung mit Fahrradkarte ist kein Garant dafür, dass man auch tatsächlich mitgenommen wird…
Sinnigerweise wurde in Richtung Blankenstein nur ein Wagon eingesetzt – der Fahrradmitnahme waren also Grenzen gesetzt. Das Problem war nur, dass außer unserer 5 köpfigen Gruppe noch viele andere Biker in Richtung Rennsteig-Start unterwegs waren. Es kam zu tumultartigen Szenen an den zwei Umstiegen und. Das Zugpersonal, welches uns und anderen Bikern den Zustieg verwehren wollte, wurde einfach „überrannt“. Eine andere Möglichkeit gab es leider nicht, da wir sonst irgendwo im nirgendwo gestrandet wären. Im inneren der Züge wurde dann Fahrradmikado gespielt

Irgendwie schafften wir es aber nach Bad Lobenstein. Wir starteten nicht, wie vor elf Jahren in Blankenstein, sondern kürzten ein paar Kilometer ab. Das lag hauptsächlich daran, dass wir in der Unterkunft von damals kein Zimmer bekommen hatten.

Bad Lobenstein ist ein schönes Örtchen, und nachdem wir unsere (etwas skurrile) Unterkunft „Pension Antik Nr. 1“ gefunden und bezogen hatten, gingen wir den Ort erkunden und etwas essen.

Nach dem Essen beschlossen wir, uns mit einer kleinen Tour zur naheliegenden Bleilochtalsperre von dem Anreisestress zu erholen. Es war noch hell genug und die Talsperre eine schöne Sehenswürdigkeit, die wir uns nicht entgehen lassen wollten.

Ein kleiner Nachtisch durfte aber nicht fehlen.

Auf dem Rückweg bemerkte ich, dass meine Trinkflasche fehlte. Ich hatte sie wohl am Aussichtspunkt stehen lassen. Das war schlecht, denn für die Tour auf dem Rennsteig benötigte ich die Flasche unbedingt. Also kehrte ich um und fand die Flasche tatsächlich dort, wo ich sie abgestellt hatte – ein Glück.

Schnell fuhr ich hinter den anderen her und wir trafen uns auf einen Absacker erneut im Brauhaus. Eine gute Adresse für süffiges Bier und leckeres Essen.

Allerdings dehnten wir den Schlummertrunk nicht allzu lange aus, da wir am nächsten Tag noch etwas vor hatten. 😉

Keep on Biking!