Arlberg Giro

Eine Woche nach dem Hohler Buckel stand das eigentliche Saison-Highlight auf dem Programm: Der Arlberg Giro.
Von den reinen Daten her sicher kein Schwergewicht in der Alpen-Marathon-Szene. Aber er passte in unseren Terminkalender und er wäre sicher auch für Diane gut zu meistern gewesen. Allerdings kam bei ihr eine Schulter-OP dazwischen, die ihr die Saison verhagelte.
Nach St. Anton reisten wir trotzdem zu zweit an, da wir die Kinderbetreuung nun schon mal organsiert hatten.
Wir residierten im Nassereinerhof, den wir bereits von einem Kurzaufenthalt 2012 kannten. Damals endete in St. Anton die erste Etappe unserer Version der Albrechtroute.


Die Aussicht von unserem Hotelzimmer.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir die Startunterlagen und das Finisher-Trikot holen, dass es schon vor dem Start gab. 😉

Diane holte ebenfalls ihre Unterlagen, um die Startnummer dann am nächsten Tag als DNS abzugeben.

Nach der Pasta-Party, bei der ich noch einen Bekannten von der Maratona 2014 traf, schauten wir kurz dem Stadtkriterium zu, welches zu den schnellsten von Österreich zählt. Die Profis rasten in einem imposanten Tempo über den teilweise sehr engen und verwinkelten Kurs – immer am Anschlag.

Das Pacecar – wow, was für eine Kiste!

Dann kehrten wir ins Hotel zurück. Ich bereitete meinen Krempel für den nächsten Morgen vor, um nicht zu viel Lärm zu machen. Nebenbei beobachtete ich noch eine Bergrettung vom Balkon aus.

Am frühen Abend war ein Gewitter aufgezogen und ein paar Wanderer kamen wohl nicht mehr rechtzeitig vom Berg herunter. Es war aber nichts Schlimmes passiert, da alle Beteiligten aus eigener Kraft den Hubschrauberlandeplatz verließen und auch kein Rettungswagen vor Ort war.

Wir nahmen das Abendessen im Hotel ein und gingen früh zu Bett. Ich schlief sehr unruhig und benötigte, wie eigentlich immer in solchen Situationen, keinen Wecker. Kurz vor 5 Uhr saß ich in voller Montur am Frühstückstisch.

Die Wettervorhersagen waren eigentlich ganz gut. Trocken und frische 14°C im Tal am Morgen. Im weiteren Verlauf sollten die Temperaturen dann bis auf 25°C ansteigen.
Ich entschied mich für einen kurze Hose, kurzes Trikot mit Armlingen, Unterhemd und Windweste. Und dünne Langfingerhandschuhe. Eine sehr gute Wahl wie sich bald zeigte…

Kurz vor 6 Uhr stand ich im zweiten Startblock. Ich war erstaunlich ruhig, wie mir mein Puls anzeigte. Ich war mir sicher, die Strecke zu schaffen, nur die Zeit war fraglich. Irgendwas zwischen 5,5 und 6 Stunden wollte ich schaffen.

Kurz nach 6 rollte der zweite Block dann los. Gleich nach wenigen Kilometern ging es richtig zur Sache – der Anstieg auf den Arlbergpass. Ich fand mein Tempo und versuchte auf dem bis zu 15% steilen Anstieg nicht zu überziehen. Gut 500 Höhenmeter überwand ich so. Kurz vor der Passhöhe fuhren wir in einen Tunnel und beim rausfahren: REGEN! So eine Sch…..!!! Ich fluchte laut. Denn es folgte die Abfahrt und ich hasse nichts mehr als eine kalte Abfahrt im Gebirge bei Regen…
Erstaunlicherweise verlief die Abfahrt aber besser als erwartet und kurz vor Bludenz hörte der Regen auf.
Dann begann der Anstieg zur Bielerhöhe über die Silvretta-Hochalpenstraße – landschaftlich ein Traum und sportlich fordernd.

Auch hier zog ich mein Tempo durch und merkte, dass ich gut unterwegs war. Auf der Passhöhe wartete die zweite Verpflegung auf uns Teilnehmer. Hier füllte ich, nachdem ich die erste Verpflegung ausgelassen hatte, meine zwei Bidons auf und stopfte mir was Festes zwischen die Zähne – bloß keine Zeit verlieren. Die Abfahrt von der Passhöhe machte dann richtig Spaß – so langsam finde ich tatsächlich Gefallen am Abfahren.


Mit vollen Backen in die Abfahrt… 😉

Als es bei Ischgl flacher wurde, fand sich eine tolle Gruppe zusammen und ich war auf 5-Stunden-Kurs. Wir rasten im Eilzugtempo in Richtung letzte Verpflegung und Schlussanstieg. Mein Plan war, die letzte Verpflegung auch auszulassen. Ich hatte genug Trinken in den Flaschen, im Trikot war noch ein Riegel und ein Gel und es waren ab der Verpflegung eh nur noch 20 Kilometer bis ins Ziel. Mein Platz war zu dem Zeitpunkt etwas weiter hinten in der großen Gruppe und ich pedalierte auf dem kleinsten Ritzel. Gerade schimpfte ich meinen Vordermann, der sich ein Gel gedrückt hatte und die Verpackung einfach wegschmiss (und dazu gleich noch anderen Müll aus seiner Trikottasche) als die Straße leicht bergauf ging. Ich schaltete runter – und nix passierte… Mist!!! Dieses Problem hatte ich ein, zwei Mal vor dem Rennen bereits gehabt und nach ein paar weiteren Schaltversuchen bewegte sich der Schaltkäfig. Aber gerade heute passierte nix. Ich ging aus dem Sattel, schaltete wenigstens vorne runter und drückte bis zu Verpflegung durch. Die kam zum Glück nach wenigen Höhenmetern. Ich stieg vom Rad und fluchte vor mich hin. Panisch versuchte ich zu schalten, aber es ging nicht. Ein paar Zuschauer kamen mir zur Hilfe und versuchten zu helfen, aber keiner wusste Rat. Nach einer gefühlten Ewigkeit verzweifelter Schaltversuche, Wutanfällen und Phasen der Resignation funktionierte die Schaltung wieder. Ok – es waren wohl nur ein paar Minuten gewesen… 😉
Aber die Gruppe war weg und die Zeit um die 5 Stunden wohl auch. Ich schwang mich aufs Rad, wurde noch einmal von den Zuschauern angefeuert und stampfte in Richtung Ziel. Auf dem Weg dorthin waren nochmals ca. 400 Höhenmeter zu überwinden. Ich sammelte ein paar Fahrer ein, und zu dritt stürmten wir in Richtung St. Anton. Die Streckenführung wich ein paar mal von der Bundesstraße ab und führte durch ein paar kleine Dörfchen, eine angenehme Abwechslung zu der verkehrsreichen Hauptstraße. Wegen Bauarbeiten bis Ende des Jahres ist nämlich der Arlbergtunnel gesperrt und der Verkehr fließt über den Arlbergpass. Und so standen wir die letzten Kilometer vor dem Ziel im Stau. Ein nicht abreißender Strom Abreisender wälzte sich in Richtung St. Anton und weiter. Wir versuchten uns so gut es ging durchzuschlängeln, aber wirklich Tempo machen konnten wir jetzt nicht mehr.
Dafür gab ich im Zielsprint nochmals alles!

Nach einer Zeit von 5:08:54 war ich im Ziel – und damit viel früher als erwartet. Ich freute mich über meine Zeit und dass ich gut und gesund durchgekommen war. Und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich nicht Sub 5 gefahren war. Es wäre vielleicht möglich gewesen (kein Regen, keine Panne, kein Stau). Aber hätte sich dadurch etwas geändert? Gewonnen hätte ich eh nicht und ob ich jetzt zehn Plätze weiter vorne gewesen wäre… Aber gut, ich kann ja wieder kommen. 😉

Bei der Zielverpflegung langte ich tüchtig zu. Wurst- und Käsebrötchen und total leckere Melone. Dazu ein paar Becher Cola und Energiedrinks und schon war ich wieder oben auf. Diane erreichte ich telefonisch beim Wandern und teilte meiner erstaunten besseren Hälfte mit, dass schon alles vorbei war. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir beim Wellnessen im Hotelpool und natürlich mit Kaffee und Kuchen.

Am Montag fuhren wir dann, ganz ohne Rückreiseverkehr, wieder nach Hause.

Fazit: Der Arlberg Giro ist ein tolles Event, das noch toller ohne den Verkehr gewesen wäre. Aber wie die Organisatoren beim Fahrerbriefing schon sagten – Straßensperrungen sind sehr teuer und aufwendig. Auf alle Fälle hatte ich viel Spaß und kann mir eine nochmalige Teilnahme durchaus vorstellen.

PS: Zu Hause fand ich dann heraus, warum die Schaltung blockierte:

Ein zerschlissener Schaltzug im Schalthebel war der Übeltäter – da hatte ich echt Glück, dass der Zug nicht komplett riss… 🙂

Das etwas andere Höhenprofil – 6 von 12 Stunden Hohler Buckel

Vergangenen Sonntag fand das Event „12 Stunden Hohler Buckel“ von Besi & Friends (Rad statt Rollstuhl) statt.

Höhenmeter sammeln, quasi vor meiner Haustüre, und dann noch für einen guten Zweck? Da war ich gerne dabei!
Bei der Veranstaltung ging es darum, innerhalb von 12 Stunden so oft über den Hohler Buckel zu fahren, wie man wollte oder konnte. Als Teilnehmer legte man bei der Anmeldung einen Cent-Betrag fest, den man nach absolvierter Teilnahme pro erfahrenen Höhenmeter spenden möchte. Des Weiteren konnten die Teilnehmer von externen Unterstützern gesponsert werden. Mein besonderer Dank geht hierbei an Transalp-Shuttle.com, die mich mit einer Spende unterstützten.
Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen, das entsprach ca. 150 Kilometern und 3.670 Höhenmeter – eine gute Vorbereitung auf den Arlberg Giro und Rhön 300.

Offizieller Start war um 6 Uhr, aber da man bis 12.30 Uhr frei starten konnte, begann ich meine Fahrt um 7 Uhr. Vorher holte ich meinen Startbeutel mit Startnummer ab. Zusätzlich zu Riegel und Gel befand sich noch eine Trinkflasche und ein top Minitool von Schwalbe im Beutel. Super!
Die Veranstaltung war mit 250 Teilnehmern ausgebucht und es waren schon einige Fahrer/innen unterwegs, und zwar nicht nur mit dem Rennrad. Auch Mountainbikes, Touren- und Trekkingräder, Liegeräder und sogar ein Klapprad waren vertreten. Die Stimmung bei dem bestens organisierten Event war super.
Die Bedingungen waren fast ideal – es war nicht zu warm und es blieb bis auf einen kurzen Schauer trocken. Die Verpflegung im Start-/Zielbereich war sehr gut und ich legte den ersten Verpflegungstopp nach 4 Runden ein. Den zweiten nach 7 Runden. Nach 10 Runden beendete ich dann die Höhenmetersammelei.
Im Vorfeld dachte ich mir noch „Mensch, das wird bestimmt öde, immer wieder die gleiche Strecke.“, aber tatsächlich war es sehr kurzweilig. Am Anfang gab ich ordentlich Gas, was sich bei den letzten Runden deutlich bemerkbar machte. Vielleicht hätte ich es etwas langsamer angehen sollen… Meine Durchgangszeiten wurden immer länger. Zwischendurch überlegte ich kurz, ob ich nicht 1, 2 Runden mehr fahren sollte, aber nach der 10 Runde ging meine Motivation nach einer Rindswurst flöten. Ich hatte mein Soll ja erfüllt. Außerdem wollte ich mich noch beim Sommerfest der U7-Mannschaft meines Sohnes blicken lassen.
Fazit: Ein großes Lob für dieses tolle Radsport-Event und ich würde mich freuen, wenn es nächstes Jahr wieder stattfinden würde!
Laut dem Veranstalter Andreas Beseler (Besi) standen am Ende des Tages mit mehr als 550.000 Höhenmetern knapp 27.000 EUR auf der Spendenuhr. Wow – sensationell!


Was ein Höhenprofil – hatte ich in der Form auch noch nicht… 😉

Hier noch ein paar Fotos – dankenswerterweise von www.highlanderTV.eu.


Nach 6 Runden…


Nach 7 Runden…


10 Runden – ich habe/bin fertig… 😉

Mehr Fotos gibt es auf Highlanders „Rhein-Main-Sports“ Blog: *click*

Keep on cycling!

Wunderschönes Allgäu – „Trainingslager“ und Familienurlaub 2017


Das war heuer der dritte Familienurlaub im Allgäu in Folge und zum ersten Mal für 14 Tage. Wie in den beiden Jahren zuvor wählten wir die Region um Waltenhofen/Niedersonthofen für unser Feriendomizil. Des Öfteren fuhren wir bei unseren vorherigen Ausflügen am Ferienhof Nessler vorbei und auf unsere Anfragen im Frühjahr bekamen wir eine Ferienwohnung (Goldmelisse) zugesagt.


Das alte Bauernhaus – über 300 Jahre alt.


Der Neubau – wir hatten die Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse.


Traumhafte Aussicht von unserer Terrasse mit Blick auf den Badeteich und den Grünten im Hintergrund.


Bis auf die höchsten Gipfel des Oberallgäus reichte die Aussicht bei gutem Wetter.

Der Hof war ideal für uns. Die Kinder beschäftigten sich auf dem Hof, ritten auf dem Esel, fuhren auf dem Traktor mit oder spielten einfach mit den anderen Urlaubskindern während wir auf der Terrasse chillen konnten. So muss das sein! 🙂
Und mit ihrer freundlichen und offenen Art punkteten Antonia und Peter Nessler zusätzlich, was den Aufenthalt dort sehr schön und angenehm gestaltete.

Die Region bietet wirklich viel. Unser Hauptaugenmerk lag natürlich auf kindgerechten Ausflügen. Wetterbedingt legten wir zwei Schwimmbadtage ein. Einmal besuchten wir das Cambomare in Kempten, das andere Mal das Wonnemar in Sonthofen. Unser Favorit war ganz klar das Wonnemar.
Außer an zwei „Hoftagen“ und einem Tag am See unternahmen wir jeden Tag wirklich tolle Ausflüge und Wanderungen.

Wanderung zum Niedersonthofener Wasserfall

Direkt von der Haustür starteten wir die erste Wanderung. Ein Rundkurs vorbei am Niedersonthofener Wasserfall schien uns ideal zum Einlaufen.

Der sogenannte „Falltobelweg“ bot viel Abwechslung und war auch für unsere Kinder mit 4 und 6 Jahren gut geeignet.

Urlaubsfahrt Nr. 1

Zwei radsportliche Highlights stehen bei mir dieses Jahr noch an und aus diesem Grund hatte ich ein Rennrad im Gepäck. Zwei Wochen ohne Training konnte, bzw. wollte, ich mir dann doch nicht leisten. Der Deal war, dass ich nicht jeden Tag fahren würde und die Trainingszeiten familienkompatibel sein mussten…
Ich entschied mich für mein altes Cannondale, weil ich da nicht mehr so drauf aufpassen muss und der Transport auf dem Dachgepäckträger bei der ollen Kiste nicht so schlimm ist. Mein Stevens würde ich niemals außerhalb des Autos transportieren! 😉
Dienstags war es dann so weit – meine erste Tour stand auf der Tagesordnung. Mit komoot.de hatte ich ein paar Touren geplant, die ich im Urlaub fahren wollte. Für den Anfang wählte ich eine Runde mit ungefähr 50 Kilometern und ca. 800 Höhenmetern. Unsere Ferienwohnung lag in Mähris. Der Weiler befand sich ungefähr in der Hälfte des Anstiegs zwischen Niedersonthofen (ca. 720m) und Diepolz (ca. 1020m) auf 870 Meter. Allein diese Tatsache garantierte Höhenmeter für das Training – egal wie ich fahren würde – irgendwo ginge es immer rauf…
Gegen 16.30 Uhr startete ich also in Richtung Diepolz.

Das Wetter war super und das Radeln auf den verkehrsarmen Nebensträßchen machte richtig Spaß. Außer mir waren noch viele andere Rennradler unterwegs – das sprach für die Region als Rennrad-Top-Spot.

Was total angenehm auffiel waren die Radwege. Diese waren alle mit einem perfekten Asphalt versehen und so wich ich gerne auf diese Alternativen zur Straße aus. Alternativen deshalb, weil es sich bei den Radwegen um Kann- und nicht Muss-Radwege handelte. Das verwunderte mich doch sehr. Bei uns haben die Radwege dann doch oft eine üble Qualität und es besteht oft eine Nutzungspflicht…

In Maierhöfen staunte ich nicht schlecht, als ich diesen Panzer am Straßenrand geparkt vorfand. Ein Foto konnte ich mir da natürlich nicht verkneifen.

Um die Ecke standen noch mehr dieser imposanten Fahrzeuge herum. Der Grund dafür erschloss sich mir kurz darauf – im Schützenheim Maierhöfen fand ein Treffen der UN-Truppen statt…

Ich bin ja nur froh, dass solche Fahrzeuge in Deutschland nur selten zu sehen sind und nicht zum alltäglichen Straßenbild gehören.

Über hügelige und einsame Nebenstraßen gelangte ich, nicht ohne weitere Höhenmeter zu sammeln, nach Niedersonthofen. Dort wartete der Schlussanstieg hinauf nach Mähris auf mich – 150 Höhenmeter auf 1,6 Kilometer. Im Schnitt 9% Steigung, mit Spitzen bis zu 15% – ein echtes Schmankerl zum Dessert… 😉

Zufrieden und ausgepowert beendete ich die erste Ausfahrt und freute mich auf das Abendessen mit der Familie.

Skywalk Allgäu

Der Skywalk Allgäu – ein weiterer Ausflug für die ganze Familie.

Vor allem die Kinder kamen hier voll auf ihre Kosten. Ein Auzug aus der Internetseite:

Baumwipfelpfad:
Der Skywalk allgäu ist nach seinem modernen Baumwipfelpfad benannt. Und in der Tat: Auf bis zu 40 Meter Höhe haben Sie wirklich das Gefühl, durch den Himmel zu laufen. Die Hauptattraktion unseres Naturerlebnisparks ist in Bayern einzigartig: Eine 540 Meter lange Hängebrückenkonstruktion, die von Stahlmasten getragen wird, führt mitten durch den Wald und erschließt Ihnen die Welt aus der Vogelperspektive.
Die Aussichtsplattform auf unserem Baumwipfelpfad bietet einen atemberaubenden Panoramablick über das Allgäu, den Bodensee und die Alpen. Der Aufstieg ist über einen sanft ansteigenden Pfad mit Treppen und Podesten möglich. Oder Sie nehmen ganz einfach den Aufzug. Für ganz Mutige gibt es am Ende die Möglichkeit, über Wackelbrücken und eine Röhrenrutsche zum Boden zurückzukehren.
Naturerlebnispfad:
Der flache Pfad ist einfach zu gehen und daher auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet.
Naturerlebnispfad für Entdecker:
An unseren Aktionsstationen entdecken Sie den Wald als Abenteuer.
Barfußpfad:
Erspüren Sie natürliche Materialien wie Stein, Holz und Sand mit Ihren Füßen.
Abenteuerspielplatz:
Hier können sich die Kleinen so richtig austoben – und dabei viel frische Luft atmen.
Geschicklichkeitsparcour:
Hier sind Gleichgewichtssinn und Koordination gefragt!

Hier verbrachten wir nahezu den ganzen Tag und es kam keine Langeweile auf. Insbesondere die Wackelbrücken und die Röhrenrutsche am Ende waren der Knaller!

Nebelhorn

Ein besonderes Highlight für mich war der erneute Besuch auf dem Nebelhorn. Bereits vor zwei Jahren standen wir auf dem exponierten Gipfel mit dem fantastischen 400-Gipfel-Rundumblick. Damals fuhren wir mit der Gondel komplett hoch und runter. In diesem Jahr hatte ich mir für den Filius und mich den Aufstieg von der Seilbahnstation Höfatsblick über den Gratweg vorgenommen. Der Abstieg vom Gipfel zurück zu der Station wollten wir zu viert versuchen.
Bei bestem Wetter starteten wir in Oberstdorf bereits nach einer Stunde Wartezeit an der Talstation in unser Bergabenteuer. Einmal mussten wir umsteigen und schon hatten wir den Ausgangspunkt unserer persönlichen Erstbegehung erreicht.

Der Aufstieg war ein tolles Erlebnis und wir schafften die nicht ganz einfache Strecke in gut 45 Minuten. Bergauf war der Weg gut zu machen und ein fittes, sportliches und trittsicheres Kind kann den Weg leicht schaffen. Bergab wäre er allerdings ungleich schwerer. Wir legten eine kurze Stärkungspause ein und ich teilte einen meiner heiß begehrten Fahrradriegel… 😉

Am Gipfel angekommen trafen wir uns mit meiner Frau und dem Töchterchen und kehrten zusammen nach einer Runde auf dem neu angelegten „Nordwandsteig“ um den Gipfel herum im Restaurant ein.

Nachdem wir unser Essen erfolgreich vor den zutraulichen Dohlen verteidigt hatten begannen wir gemeinsam den Abstieg. Ein zusätzlicher Anreiz für die Kinder waren die Felder mit Altschnee. Schnee im Sommer? Sensationell! 🙂

Und auch wir Erwachsenen genossen den Abstieg auf dem schönen, alpinen Pfad. Unsere erste richtige Bergtour zu viert. Yeah!

Ins Tal fuhren wir dann wieder mit der Seilbahn. Nun waren die Wartezeiten auch etwas erträglicher…

Urlaubsfahrt Nr. 2 – die Riedbergpass-Runde

Der folgende Tag war ein Ruhetag – zumindest für den Rest der Familie. Die Kinder und meine Frau legten einen Badetag am Niedersonthofener See ein und ich wollte meine Toprunde unter die Pneus nehmen. Die Bedingungen waren ideal und ich startete früh, um am Mittag zur Familie am See stoßen zu können.

Sacksteil – so hatte ich den Riedbergpass noch vom Tannheimer Radmarathon im letzten Jahr in Erinnerung.

Und auch dieses Jahr tat der Anstieg von Obermaiselstein so richtig weh. Insgeheim war ich froh, dass ich mein olles Rad mit 3-fach Kurbel dabei hatte und dachte mit Schaudern an die 15%-Rampe zu beginn des Arlberg Giro in ein paar Wochen…

Über diese Ampel war ich dann ziemlich froh. Kurz vor der Passhöhe befand sich eine längere Baustelle und so konnte/musste ich kurz verschnaufen. Egal – schneller als letztes Jahr würde ich eh nicht sein und ich genoss die kurze Pause. Umso erstaunter war ich dann zu Hause als mir Strava sagte, dass ich abschnittsweise doch schneller war…

Die nächste Pause an der Passhöhe, bevor es nach Balderschwang hinab ging.

Diese Abfahrt liegt mir ganz gut, da man weit einsehen kann und es nicht so viele Kurven gibt. Ich konnte sogar einen LKW überholen! Gut – es war ein voll beladener Schotterlaster der wohl extrem vorsichtig auf der abschüssigen Straße unterwegs war… 😉

Für ein Sightseeing in Oberstaufen reichte die Zeit leider nicht und durch den Bregenzer Wald eilte ich Richtung Niedersonthofen zurück.

Ein weiteres Mal freute ich mich über die perfekten Radwege – sogar die Singletrails waren für Rennräder optimiert… 😉

Nach nicht ganz 5 Stunden kam ich am Niedersonthofener See an und sprang zur Erfrischung nach der doch recht heißen Tour in die erfrischenden Fluten des Badesees. Danach stand chillen mit der Familie am See auf der Tagesordnung. Ein weiterer perfekter Tag! 🙂

Rahmenprogram


Lisa liebte es – das Rahmenprogramm auf dem Ferienhof Nessler: Esselreiten und Traktorfahren im täglichen Wechsel. 🙂

Kurze Wanderung auf dem Mittagberg

Die nächste Wanderung fiel etwas kürzer aus – mit dem Sessellift in Immenstadt gondelten wir auf den Mittagberg und wanderten zum Gipfelkreuz. Schlechtes Wetter und mangelnde Ausrüstung am heutigen Tag zwangen uns zur schnellen Umkehr. Dafür dehnten wir den Besuch in der Alpe auf der Mittelstation etwas aus. Das war auch mal nett.

Urlaubsfahrt Nr. 3 – Kempten express

Keine Fotos, zügiges Tempo. Auch hier begeisterte mich das Allgäu mit seinen kleinen Sträßchen. Der Track von komoot leitete mich sicher durch Kempten und die ganze Streckenführung war top und abwechslungsreich.

Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt auf dem Hof.

Sturmannshöhle Obermaiselstein

Im Allgäu geht es nicht nur hoch hinaus, sondern auf tief hinab – zum Beispiel in der Sturmannshöhle in Obermaiselstein.

Über 180 Stufen gelangt man 300 Meter tief in den Berg hinein – sehr spannend!

Skyline Park

Der nächste Familienausflug führte uns in den Skyline Park. Für diesen Ausflug planten wir den ganzen Tag ein, und so viel Zeit braucht man für die Vielzahl der Fahrgeschäfte auch. Da wir noch in der „Vor-Saison“ unterwegs waren, blieben die Wartezeiten erträglich. Ein weiterer Pluspunkt: Viele der Attraktionen waren für unsere Kinder (4 u. 6) nutzbar. Das garantierte uns allen viel Spaß!

Urlaubsfahrt Nr. 4 – Fahren bis die Speiche bricht

Diese Runde führte mich ich eine neue Ecke, an den Fuß des Grünten. Leider ereilte mich direkt am Rottachsee eine Panne. Ich stieg vom Rad um ein Foto zu machen und dabei stellte ich fest, dass sich das Hinterrad nicht mehr drehte. Die linke Felge „klebte“ am Bremsbelag. Ich überprüfte die Bremse, konnte aber keinen Defekt feststellen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass eine Felge gebrochen war. So konnte ich nicht weiterfahren…
Ich rief meine Frau an, die mich abholen kam.
Während der Wartezeit organisierte ich gleich die Reparatur, und ich gab um 14 Uhr in Fischen bei Radsport Voggel das Laufrad ab. Der Mechaniker dort wollte sehen, was er für mich tun könne. Um 18 Uhr holte ich mein Laufrad mit einer neuen Speiche ab. Gerade mal 10 Euro wurden dafür berechnet! Vielen Dank für die schnelle und kompetente Hilfe – so konnte ich noch zwei weitere Touren im Urlaub fahren.

Breitachklamm

Während sich mein Laufrad zur Reparatur befand, besuchten wir die spektakuläre Breitachklamm.

Urlaubsfahrt Nr. 5 – Neue Speiche, neues Glück!

Dank der zügigen Reparatur konnte ich bereits am nächsten Tag die Umrundung des Rottachsees vollenden.

Fellhorn

Einen großen Ausflug machten wir noch. Das Fellhorn hatten wir in den bisherigen Urlauben ausgelassen und ich hatte fest vor, dort dieses Jahr zu wandern. Obwohl das Wetter nicht ganz so toll war, machten wir uns auf, diesen Gipfel heuer noch abzuhaken. Touristisch gut erschlossen gab es dort oben mehrere Möglichkeiten für eine tolle Familienwanderung.


Zunächst fuhren wir mit der größten Seilbahnkabine Deutschlands bis zur Bergstation.


Von dort erklommen wir über 288 Stufen den Gipfel des Fellhorns.


Zwischendurch gaben die Wolken immer wieder mal einen schönen Blick auf die Täler frei.

An die vielen Stationen auf dem Weg in Richtung Kanzelwand lernten die Kinder viel über die Bergwelt.

Allerdings wanderten wir dann doch nicht bis zur Kanzelwand. Die Tour wäre dann doch etwas zu ambitioniert gewesen und da das Wetter auch nicht so mitspielte bogen wir auf halben Weg in Richtung Mittelstation ab. Unterwegs legten wir noch eine kurze Pause in der Oberen Alpe Bierenwang ein und stärkten uns mit Milch, Kuchen und Kaffee.

Nach einer Spielpause an der Mittelstation fuhren wir schließlich mit der Seilbahn wieder ins Tal hinab.

Urlaubsfahrt Nr. 6

Am letzten Tag wollten die Kinder nachmittags in das Bergbauernmuseum in Diepolz, aber starker Regen hielt uns davon ab. Stattdessen besuchten wir das Wonnemar in Sonthofen. Bis spät in den Abend blieben wir dort und genossen die letzten Urlaubsstunden.
Vormittags drehte ich folglich auch die letzte Urlaubsrunde und verabschiedete mich vorerst von der tollen Landschaft, den steilen Rampen, den grünen Hügeln und den kleinen Sträßchen und Radwegen.

Servus Allgäu – vielleicht bis zum nächsten Jahr! 🙂

Pfingsten fährt man in Bimbach! Mal wieder.

Das Motto ist klar – „Pfingsten fährt man Bimbach!“ – und wenn nichts dazwischen kommt halte ich mich daran. Inzwischen muss man echt schnell sein, um einen der bergehrten Marathonstartplätze zu ergattern. Schon wenige Stunden nach der Freischaltung der Anmeldung sind die Plätze nämlich weg. So saß ich, quasi mit dem Finger am Abzug (bzw. auf der rechten Maustaste), am PC und sicherte Diane und mir zwei Plätze. Diane wollte auf die 180er-Schleife und ich wollte mich an der „Extrem“-Variante mit 258 Kilometer und 4.700 Höhenmetern versuchen.
Leider fiel Diane wegen einer Schulter-OP im Vorfeld aus, aber es war klar, das ich fahren würde. Kurz überlegte sie noch im Vorfeld, eine der kurzen Strecken zu fahren, aber ein Test zeigte schnell, dass sie noch nicht so weit ist. Mit nach Bimbach wollte sie aber doch, eventuell etwas wandern in der Rhön.
Die Jahre vorher residierten wir in Bad Salzschlirf. Heuer wollten wir bei gutem Wetter eventuell in Bimbach zelten. Ich war mir nicht sicher, ob das ein guter Plan war – immerhin lagen meine letzten Zelt-Aktionen schon ein paar Jährchen zurück und fanden immer im Rahmen ziemlich ausschweifender Festival-Besuche statt… 😉
Die andere Möglichkeit wäre gewesen, zu Hause zu schlafen, um 3 Uhr aufstehen, um 3.30 Uhr losfahren, 5.30 Uhr Startunterlagen hohlen und pünktlich um 6 Uhr zu starten.
Wir entschieden uns wegen mangelnder Zeltpraxis und dem nicht ganz so optimalem Wetter (Samstagabend und -nacht Unwetter in Großenlüder) für die Heimschläfer-Variante. Ein gute Entscheidung.
Überhaupt das Wetter – das war so eine Sache. Ich fuhr den Marathon schon bei fast 40°C, aber auch bei einstelligen Temperaturen und Regen. Was würde mich dieses Jahr erwarten?
Die Vorhersagen waren nicht so gut. Regen, auch etwas stärker, zumindest bis 9, 10 Uhr. So regnete es auch, als wir kurz nach halb vier ins Auto stiegen und in Richtung Rhön aufbrachen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Regen wurde nicht weniger, aber ich habe in den letzten 10 Jahren gelernt, dass man nicht aus Zucker ist und das Regen nur Wasser ist. Also holte ich wie geplant meine Startnummer, pinnte sie an mein Trikot, steckte die Stempelkarte ins Trikot und stellte mich um kurz vor 6 Uhr an den Start – und in den Regen. Zum Glück war es nicht so kalt. Mein Garmin zeigte  15°C an. Am Start war deutlich weniger los als die Jahre vorher.

Verhalten fuhr das kleine Feld hinter dem Startauto her. Die Straßen standen teilweise unter Wasser und die Sicht war wegen des Wassers auf der Brille auch nicht besonders gut. Da es allen so ging, war das Tempo zu beginn nicht gleich so hoch. Dennoch stand ein 30er Schnitt auf meinem Tacho, als ich zum ersten Verpflegungs- und Kontrollpunkt in Welkers kam. Ich hatte eine gute Gruppe erwischt und bis dahin stellten sich uns auch nicht viele Höhenmeter in den Weg. In Welkers zog ich dann mal die völlig durchnässten Handschuhe von den welken Fingern und flößte mir einen heißen Tee ein. Das tat gut. Natürlich war die Gruppe nach der Pause zerfallen. Das war aber egal, da es jetzt eh in die „Berge“ ging. Dabei stellte ich wieder einmal fest, dass der barometrische Höhenmeter von meinem Garmin bei Regen völlig versagte. Scheinbar funktioniert die Membran nicht, wenn sich Wasser darauf befindet. Beim 510er ist das kein Problem. So was kann mich ja nerven, vor allem, weil ich dann nicht weiß, was im weiteren Verlauf noch an Höhenmetern auf mich zukommen wird. Aber ich blendet das technische Problem aus. Kurz nach Welkers kam schon der erste Scharfrichter der Extrem-Runde: Die 18%-Rampe auf die Ebersburg. Wetter und 3-4 Kilo zu viel auf den Rippen verhinderten eine neue persönliche Bestzeit auf dem Strava-Segment. Dank des Rückenwindes war die Zeit aber doch nicht so schlecht und ich überholte ein paar andere Marathonisti.

Bei der darauf folgenden echten ersten Abfahrt war schnell klar, das wird heute nichts mit einer sehr guten Zeit. Bei diesen Bedingungen würde ich es nicht schaffen, unter 10 Stunden zu bleiben, was eigentlich mein Plan war.

Von Poppenhausen ging es nun hinauf zur Wasserkuppe. Da ich nun eh nicht mehr auf „Bestzeit“ fuhr, konnte ich einem anderen Radler helfen, der am Straßenrand stand und bisher wohl erfolglos die passierenden Teilnehmer nach einer Luftpumpe fragte. Seltsam, niemand vor mir hielt an. Komisch, hatte da wirklich keiner eine Pumpe dabei? Oder fuhren sie alle auf „Sieg“ und konnten sich die paar Minuten zusätzlich nicht leisten? Oder war doch der Regen und die frischen Temperaturen Schuld? Mir tat der Kerl leid und ich hielt an. Mit meiner Kombipumpe (Kartusche/Pumpe) war die Panne bald behoben und ich setzte meine Fahrt fort. Der Andere bestimmt auch gleich, nachdem er das Rad wieder eingebaut hatte. So lange wollte ich dann aber doch nicht warten. Kurz darauf kam mir der Pannenservice der Organisatoren entgegen. Der Plattfuß wäre auch so sicherlich schnell behoben worden…

Auf dem Weg zur Wasserkuppe wurde mir endlich wieder warm. Der Regen hielt aber an. Dazu kam nun noch Nebel und ein relativ starker Wind. Na toll.

Trotz der widrigen Bedingungen verrichteten die Fotografen von rtf-fotos.de tapfer ihren Job. Ein großes Lob dafür an dieser Stelle.

Nach der zittrigen Abfahrt nach Wüstensachsen folgte die nächste längere Auffahrt. Und zwar auf die Hohe Rhön. Ein wirklich schöner Streckenabschnitt – bei schönem Wetter. Heute fegten Wind und Regen über die Hochebene und verhinderten so größeren Fahrspaß. Der wollte auch nicht bei der Abfahrt nach Bischofsheim aufkommen. Wasser, Schotter, Äste und ähnlicher Unrat von Regen und Starkwind auf die Straße verbracht bereiteten mir Krämpfe in den Händen. Bei diesen Bedingungen konnte ich es einfach nicht laufen lassen. Anderen schien das weniger auszumachen und sie überholten mich in einem Affenzahn. Irgendwann war ich endlich unten in Bischofsheim. Hier wartete der zweite Kontrollpunkt auf uns. Die Verpflegung hier war, wie bei allen anderen Verpflegungsstellen, vorbildlich. Ich war mit Diane verabredet, die schon länger als geplant auf mich wartete – ich hing bereits hinter meinem Zeitplan. Eigentlich war ab 9 Uhr Wetterbesserung vorhergesagt und ich wollte eventuell meine Regenjacke, langen Handschuhe und Überschuhe abgeben. Das Wetter besserte sich etwas, aber ich wollte meine Kleidung noch nicht abgeben. Die Pause fiel länger aus als geplant – zu verlockend war die Kuchentheke. Dazu wurde noch Kaffee gereicht – perfekt! Schließlich setzte ich mich wieder auf das Rad und fuhr weiter. Mit meiner Frau verabredete ich mich für den nächsten Kontrollpunkt, vielleicht würde ich mich ja dann meiner dann hoffentlich überflüssigen Regenbekleidung entledigen können.

Der Regen ließ nun nach, dafür frischte der Wind weiter auf. Gefühlt hatte ich ab jetzt nur noch Gegenwind. Mit etwas Glück und Anstrengung konnte ich zu einer kleinen Gruppe auffahren, die ganz gut Druck machte und ich konnte im Windschatten bis zum nächsten Anstieg – wieder auf die Hochrhönstraße – bleiben. War schon der Anstieg windig musste ich auf dem kurzen Flachstück und der Abfahrt nach Fladungen höchste Konzentration wallten lassen und den Lenker gut festhalten. Auch andere Mitfahrer fluchten ob der miserablen Bedingungen.

Endlich erreichte ich die Kontrolle in Fladungen. Diane wartete schon auf mich. Ich freute mich sehr, sie zu sehen. Das gab mir wieder etwas Zuversicht. Vor allem weil sie sagte, dass in keinem Gesicht der hier Ankommenden so etwas wie Spaß oder Freude zu sehen war. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich holte mir meinem Stempel und stopfte auf dem Weg dorthin alles in mich rein, was ich in die Hände bekam. Besonders genial: Ein Becher heiße Brühe! Warme Elektrolyte – super! Auf den Teller Nudeln mit Soße verzichtete ich wie immer – das dauert mir zu lange und bei so einer Strapaze mag ich zwischendurch kein richtiges Essen.

Der nächste Treffpunkt wurde für den nächsten Kontrollpunkt verabredet. In Kaltenlengsfeld wurde ich endlich meine Regenklamotten los. Das Wetter wurde nun richtig schön. Nur der leidige Wind blieb. 160 Kilometer hatte ich bereits in den Beinen. Es sollten noch 100 folgen. Gut, noch 4 Stunden kämpfen, dann wäre auch dieser Rhön Radmarathon geschafft.

Ich beschloss, es locker anzugehen. Eine neue Bestzeit würde ich eh nicht mehr schaffen, zumal die Streckenführung für mich auch neu war. Bei Frankenheim überschritten wir, die Marathonisti, ein letztes mal die 800-Meter-Höhenmarke. Doch auch die weniger hohen Hügel gegen Ende der Strecke taten noch einmal so richtig weh. Zweimal machte ich noch eine kurze Pause, an den Kontrollpunkten in Morles und in Magretenhaun. Die Standzeit fiel nun kürzer aus, da ich Diane erst wieder im Ziel treffen würde. Sie wollte noch etwas von dem Tag haben und ging auf der Wasserkuppe spazieren.
Bis kurz vor Fulda kämpfte ich alleine, ab da fand sich wieder eine kleine Gruppe mit einem starken Fahrer an der Spitze zusammen. Er brachte noch richtig Kraft aufs Pedal und ich konnte mich gerade noch so im Windschatten halten. Endlich kam die letzte Abfahrt in Bimbach und die letzten Höhenmeter ins Ziel.
Geschafft! 🙂

Kurz vor 17.30 rollte ich durch den roten Zielbogen. Diane wartete schon auf mich. Ich lag gut 1,5h hinter meiner heimlich angepeilten Zeit aber angesichts der widrigen Umstände war ich mit dem Ergebnis dann doch ganz zufrieden.

Während der Regeneration bei Bratwurst und alkoholfreiem Weizenbier trafen wir noch zwei aus dem Wellness & Bike – Team, die erfolgreich die Basic-Runde absolviert hatten. Nach einem Plausch und weiteren Erfrischungsgetränken fuhr mich meine liebe Frau nach Hause. Danke dafür und den Support auf der Strecke. Irgendwann revanchiere ich mich. 😉

Fazit: Bimbach ist super und sicher eine der am Besten organisierten Radmarathon-Veranstaltungen bei denen ich bisher mitfuhr. Es ist mir jedes Mal wieder eine besondere Freude.
Die Bedingungen waren dieses Jahr sehr hart und ich war sicher nicht ganz so fit wie bei meinen zwei letzten Teilnahmen. Dafür schleppte ich 3-4 Kilo mehr als sonst mit mir herum. Aber gut, so ist es nun mal. 😉
Bruttozeit: 11h21min
Nettozeit: 10h12min
Da ist noch Luft nach oben. 2018 muss ich aus terminlichen Gründen pausieren, vielleicht gehe ich 2019 eine Zeitverbesserung an…

Etwas beruhigter gehe ich nun mein großes Ziel für heuer an: Die erfolgreiche Teilnahme bei Rhön 300. Für diese Strecke besteht ein zeitliches Limit von 13 Stunden – das will ich schaffen!

Keep on cycling!

Für einen guten Zweck: 12 Stunden Hohler Buckel


© Rad statt Rohlstuhl

Höhenmeter sammeln für einen guten Zweck? Da bin ich doch gerne dabei! Zumal der „Hohler Buckel“ fast vor meiner Haustüre liegt. Und gut in meine Rennvorbereitung passt das Event auch. Sicherlich werde ich keine 12 Stunden über den Hügel fahren, aber mindestens zehnmal möchte ich es schon schaffen. Das wären dann ca. 150 Kilometer und 3.670 Höhenmeter. Jeder Teilnehmer legt vor dem Start einen Betrag X fest, den er pro geschafften Höhenmeter zugunsten der Nathalie-Todenhöfer-Stiftung spendet. Eine gute Idee und eine tolle Veranstaltung von Besi & Friends.
Also falls du noch nichts vor hast am 23.07. – es gibt noch ein paar Startplätze.
Du möchtest nicht selber fahren aber die Aktion trotzdem unterstützen?
Dann kannst du über mein Profil einen fixen Betrag spenden oder mich mit einem frei gewählten Betrag je von mir gefahrenen Höhenmeter unterstützen.
Hier geht es zu meinem Profil:

Unterstütze Thorsten Faderl

Keep on cycling!