Schiefer Sack un` Pälzer Woi – der Vereinsausflug 2016

Da ich gerade etwas Zeit habe, kann ich auch endlich den Bericht zu unserem Vereinsausflug im September fertigstellen. 😉

Die Pfalz als Bike-Destination war uns Spessart-Bikern noch aus dem Jahre 2011 in bester Erinnerung. Damals orientierten wir uns am Wegenetz des „Mountainbikepark Pfälzwerwald„. Die Strecken waren für damals echt in Ordnung und beinhalteten einen ordentlichen Trailanteil für offizielle Routen.
2016 sollte uns unser Vereinsausflug wieder in den Pfälzerwald führen. Inzwischen legten wir aber alle an „Skills“ zu und wir hatten mit Zenon, der inzwischen fast jede freie Minute in der Pfalz verbringt, einen top Guide in unseren Reihen.
Von ihm stammten die drei Tourenvorschläge. Auch unsere Unterkunft schlug er vor: Das Hilschberghaus in Rodalben. Direkt am fast schon legendären „Felsenwanderweg“ gelegen, war es ein idealer Ausgangspunkt für unsere Touren. Ich reservierte die Zimmer und dem Ausflug stand nichts mehr im Wege.

Am 14.09. trafen wir uns in Lambrecht, um mit einer knackigen Tour in unser Vereinswochenende zu starten. Wir, das waren vier Vereinsmitglieder und zwei „Externe“. Die durften „ausnahmsweise“ mit, da es kurzfristig ein paar Absagen von Vereinsmitgliedern gab. Und da die Zimmer schon mal gebucht waren…
Auch bei mir Stand die Teilnahme kurzfristig auf der Kippe: Wenige Tage vor dem Ausflug bemerkte ich an der Kettenstrebe meines Fullys einen Riss – analog zu dem von 2012. Das ist wohl eine Schwachstelle beim Glide. Glücklicherweise entschied ich mich dann aber doch, mit meinem 29er Hardtail mit Race-Bereifung teilzunehmen. Zum Glück, muss ich sagen. Und was habe ich daraus gelernt? Man kann auch mit nicht ganz so idealem Material viel Spaß haben – oder: Technik (nicht Fahrtechnik!) ist überbewertet. 😉
Zurück zum Wesentlichen:
Der Start der Einrollrunde war für 10 Uhr geplant und 50 Kilometer mit 1.400 Höhenmeter waren geplant. Tatsächlich verschob sich der Start etwas nach hinten, was der langen Anreise und diversen technischen Problemchen geschuldet war. Aber gegen 11 Uhr ging es dann tatsächlich los. 🙂


Start am Bahnhof in Lambrecht.

Es war etwas frisch, aber ansonsten passte das Wetter. Es fehlten die zwei „Externen“ die wir aber unterwegs treffen wollten.

Am ersten Anstieg wurde es uns gleich warm und wir freuten uns auf die erste Tour. Unser Guide hatte uns nicht zu viel versprochen. Bereits beim Auftakt des Bikewochenendes warteten Trails auf uns, die wir vom Spessart so nicht kannten. Und das in einer Dichte, wie man sich es nur wünschen kann. Bergauf auf Schotter und runter auf schmalen Singltrails – so muss das sein. 🙂

Ungefähr nach der Hälfte der Strecke kehrten wir im „Waldhaus Lambertskreuz“ ein und hier stießen dann auch tatsächlich die beiden noch abgängigen Teilnehmer zu uns. In der urigen Hütte machten wir die ersten Begegnungen mit dem „Schiefen Sack„. Das hat nichts mit gesundheitlichen Problemen wegen zu langer Sattelzeit zu tun, sondern ist eine Pfälzer Spezialität aus Bratwurst und Leberknödel. Ich persönlich freundete mich mit dem Saumagen an. 😉

Nach der Einkehr hatten wir noch ausgiebig Gelegenheit, an unserer Fahrtechnik zu feilen. Singletrails, mal flowig mal ruppig, Spitzkehren und Aussichtspunkte wechselten sich ab. Besonders imposant waren die Sandsteinformationen, die es hier zu Hauf gibt und für die die Region unter anderem bekannt ist.

Als wir zu unseren Autos kamen waren wir schon restlos vom Pfälzer Wald begeistert.

Die Tour:

Das änderte sich nicht, als wir am Abend unsere Unterkunft, das Hilschberghaus erreichten.

Bei süffigem Pfälzer Woi, Saumagen, Pfälzer Dreifaltigkeit und Schiefem Sack ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Für den zweiten Tag hatten wir das Highlight schlechthin auf der Agenda: Der Felsenwanderweg.
Das Wetter war nicht sonderlich schön und wir waren guter Hoffnung, nicht allzu vielen Wanderern zu begegnen. Bei schönem Wetter und viel Fußgängerverkehr sollte man die Tour besser meiden, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Denn es ist tatsächlich so – man bewegt sich fast ausschließlich auf Singletrails und ein aneinander vorbeikommen ist nicht wirklich gut möglich. Das kann schnell in Stress ausarten – für Biker wie für Wanderer. Aber wir hatten Glück und sind auf der ganzen Tour nur wenigen Fußgängern begegnet. So konnten wir die Tour in vollen Zügen genießen.

Nach der Tour ließen wir den Abend wieder auf Pfälzer Art in der Hütte ausklingen.

Für die letzte Tour am Sonntag checkten wir am Morgen nach dem Frühstück aus und fuhren mit den Autos schon ein Stück in Richtung Heimat. Nach einigen Kilometern hatten wir den Ausgangspunkt für unsere letzte Runde erreicht.

Nochmals zeigte sich heute die Pfalz von ihrer besten Seite. Und das bei bestem Herbstwetter.

Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Auch auf der Abschussrunde begegneten wir wenig Wanderern. Nur im Dahner Felsenland, direkt um den Ort Dahn herum wurde es etwas voller und wir schoben unsere Räder auf einem kleinen Stück. Kurz darauf hatten wir wieder freie Fahrt. Ein letztes Mal gönnte ich mir einen Saumagen und wir chillten im sonnigen Biergarten der „Dahner Hütte – Im Schneiderfeld“.

Das war ein total gelungener Vereinsausflug und ich richte ein großes Dankeschön an Zenon für die Planung der Touren. Top!

Mehr Fotos findet ihr im Album: *click*

Keep on Biking.

Ich bin eine Maschine – nein, doch nicht…

Lange habe ich nichts mehr aus meinem privaten Leben gebloggt. Das lag zum einen an der weniger werdenden Zeit zum Schreiben, zum anderen auch daran, dass das Leben so vor sich hin plätscherte. Nichts, zumindest in meinen Augen, was erwähnenswert gewesen wäre…
Aber jetzt habe ich die Zeit… Warum?
Eine chronologische Zusammenfassung der Geschehnisse:

Januar 2017

Alles lief prima. Familie, Gesundheit, Training, Job. Ich freute mich, bisher so gut durch die Erkältungszeit gekommen zu sein. Auch der Rest der Familie zeigte sich erstaunlich resistent gegen die Gefahren, die überall (und besonders in Kindergärten!) lauerten. Ein bisschen Husten, ein bisschen Schnupfen – mehr war da nicht. Scharlach, Noro-Virus, etc. hatten uns bisher verschont. Ich sah zu, dass ich meine anvisierten 200 Kilometer/Woche schaffte. Das gelang mir auch meistens. Wegen Zeitmangel und schlechtem/Kalten Wetter absolvierte ich viele Kilometer auf dem Ergometer. Schließlich hatte ich mir für dieses Jahr ja wieder ein bisschen was vorgenommen… 😉

30.01.2017

Sonntags war ich mit meinem Sohn 6 Stunden auf einem Hallen-Fußball-Turnier der U7. 10 Mannschaften + viele Angehörige auf engstem Raum. Mir ging es nicht ganz gut, aber ich machte mir keine Gedanken. Nach dem Turnier machte ich noch etwas Krafttraining. Am Montag hatte ich nach dem Aufstehen zum ersten Mal etwas Husten. Nicht weiter tragisch – die tägliche Routine lief. Aufstehen, Frühstück für alle machen, Pausenbrote für alle machen, Kinder in den Kindergarten bringen, zwei Stunden schreiben, Hausarbeit, Kinder holen, etc…
Kein Training.

31.01.2017

Heute stand etwas Training auf der Tagesordnung. 55 flache Kilometer – es lief zäh…
Mittags erfuhr ich dann, dass eine sehr enge Angehörige ins Krankenhaus eingeliefert wurde wegen Atembeschwerden… Keine guten Nachrichten.

01.02.2017

Trainingspause. Mir ging es nicht so gut. Erkältung war etwas stärker aber vor allem machten mir die Neuigkeiten aus dem Krankenhaus zu schaffen – Verlegung auf die Intensivstation. Also bin ich an dem Tag zusätzlich 2 Mal in die Klinik zu Besuch. Lage ernst aber wohl nicht kritisch.

02.02.2017

In der Nacht verschlechterte sich der Zustand der Patientin leider rapide und sie musste intubiert werden. Lungenentzündung hieß jetzt die Diagnose. In dem Alter und dem gesundheitlichen Zustand kein Pappenstiel. Also wieder zweimal ins KKH, den ganzen Rest erledigt und zur Ablenkung Krafttraining gemacht. Der Anblick und der Ernst der Lage im KKH setzten mir mehr zu als ich mir zugestehen wollte…

03.02.2017-08.02.2017

Körperlich ging es mir wieder ganz gut – was sicher auch an der ein oder anderen Ibuprofen lag… Ich dachte mir, ich bin stark – ich bin eine Maschine! Ich komme da durch. Psychisch, kann man wohl sagen, war ich etwas angeknackst. Bangen und hoffen ob der Situation im KKH. Keine wirkliche Verbesserung, keine Fortschritte, immer noch intubiert und sediert, immer noch Intensivstation. Ich hetzte zwischen Alltag und Krankenhaus hin und her. Dazwischen hockte ich mich auf das Ergometer. Das half mir, die Situation mental zu verarbeiten. Meine eigene Gesundheit trat irgendwie in den Hintergrund. Aber ich fühlte mich auch nicht schlecht. Ich bin eine Maschine und so…

09.02.2017

Am Vorabend wurde der Husten heftiger und ich hatte etwas Schmerzen dabei. Gegen halb drei in der Nacht verließ ich das Bett und wanderte nach unten auf die Couch aus. Ich wollte niemand mit meiner Husterei wecken. Auf dem Sofa dämmerte ich wieder weg. Um 5 Uhr wachte ich mit Schmerzen links im Thorax auf. Dazu kam heftiger Husten und Atemnot. Ich lag auf der Couch und wurde etwas panisch. Hatte ich einen Herzinfarkt? Auszuschließen wäre das nicht. Vielleicht hatte ich mein Herz ja doch irgendwann schon mal etwas vor geschädigt? Kurz darauf kam Diane runter, weil sie mich wohl stöhnen hörte. Genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich wurde aschfahl, mir wurde eiskalt und kalter Schweiß lief mir in Strömen hinab. Zudem wurden meine Hände taub und ich hatte das Gefühl, gleich weg zu sein. Diane rief den Notarzt an. Der kam kurz darauf. Es war mittlerweile 6 Uhr. Gott sei Dank schliefen die Kinder und bekamen von der ganzen Action nichts mit. Die Untersuchung verlief bezgl. eines Herzinfarktes negativ. Der Notarzt konnte es eigentlich ausschließen. Ich bekam eine Infusion mit Schmerzmittel und die Diagnose schwere Bronchitis, evtl. Lungenentzündung, mit geklemmtem Nerv im Thorax. Daher die Schmerzen. Er stellte mir frei ins KKH zu gehen oder später zum Hausarzt zur weiteren Abklärung. Da es mir besser ging und ich nicht ins KKH wollte und nichts mit dem Herzen zu sein schien entschied ich mich für den Hausarzt. Ein bisschen fühlte ich mich schlecht, wegen einer Bronchitis den NA gerufen zu haben, aber der beruhigte mich. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig…
Ich quälte mich durch den Vormittag und ging kurz vor 12 Uhr zum Arzt – vorher war kein Termin frei. Es ging mir etwas besser, aber die Schmerzen im Brustbereich waren noch nicht weg. Deswegen war sich auch die Ärztin sicher, dass es sich um eine Atemwegsgeschichte handeln müsse. Zur Sicherheit wurden aber noch ein EKG geschrieben und ein „Trop T„-Test durchgeführt. Ich wartete auf das Ergebnis und freute mich darauf, nach Hause zu gehen. Ich hatte Hunger…
Die Ärztin kam mit ernstem Gesicht zurück. Sie habe eine kleine Hiobsbotschaft. Zwar sei das EKG unauffällig, aber der Trop-Test war positiv. Ich solle sofort in die Notaufnahme ins Krankenhaus – ohne Umwege… Aber es bestünde immerhin die Möglichkeit, dass alles nicht so schlimm sei – in 2-3% der Fälle würde der Test falsch positiv anzeigen.

So eine Sch… Ich bekam es mit der Angst. Noch nie war ich im Krankenhaus. Als Patient. Ich wollte da nicht hin. Ich hatte Panik vor der Diagnose und malte mir die düstersten Szenarien aus. Herzinfarkt, Herzschaden, Herzmuskelentzündung, Pflegefall, nie mehr Rad fahren und vor allem musste ich doch eh zweimal täglich auf die Intensivstation zu Besuch…
Wie auch immer, Diane fuhr mich umgehend ins nahe gelegene Klinikum und wir gingen in die gut gefüllte Notaufnahme. Ich gab meine Überweisung ab und die Aufnahme wurde abgearbeitet. Dabei wurde mir leicht schummerig, was ich mir aber nicht anmerken ließ. „Bitte setzen sie sich, sie werden sofort aufgerufen!“. Kaum saß ich, wurde ich tatsächlich schon aufgerufen. Vor all den anderen Wartenden – die Lage musste wirklich ernst sein. Diane musste draußen bleiben. Im Hintergrund managte sie alles. Angehörige informieren, Kinderabholen organisieren, etc…
Die Untersuchungen liefen alle wie im Film ab. Auch hier wieder EKG und Blutabnahme. Ich dachte mir: „Das darf doch alles gar nicht war sein!“. Alle waren sehr nett, sprachen ruhig auf mich ein und versuchten mir Hoffnung zu machen. Ich dachte mir: „Muss ich jetzt sterben?“
Von der Erstuntersuchung wurde ich in ein Aufnahmezimmer zu weiteren Untersuchungen verbracht. Auf einem rollenden Bett, verkabelt und überwacht. Es war jetzt ungefähr 13 Uhr. Die Notaufnahme war voll. Überall hustete es. Vom Gang hörte ich manchmal Wortfetzen wie „Patient mit Verdacht auf Meningitis – wir brauchen ein Einzelzimmer“, „Patientin mit Verdacht auf MRSA hat sich bestätigt“ und anderes. Ich wollte raus! Nach einer gefühlten Ewigkeit kam eine sehr nette Ärztin aus Paraguay und stellte mir Fragen. Ach ja, das EKG sei unauffällig, aber sie wolle noch die Blutwerte abwarten. Sie glaube nicht, das etwas mit dem Herzen sei. Es seien aber auch noch weitere Untersuchungen nötig. Irgendwann, nachdem ich mehrmals nachgefragt hatte, kam Diane zu mir. Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit kam die Ärztin wieder. Gute Nachrichten, der Trop-Test war negativ. Aber die Entzündungswerte waren ordentlich hoch. Die Überwachung konnte abgenommen werden. Ein Röntgenbild von der Lunge müsse aber noch gemacht werden. Und dann noch eine Infusion mit erster Antibiotikagabe angehängt werden. Danach dürfe ich wohl wieder nach Hause. Ich war ja sowas von erleichtert. Es ging mir auch schlagartig besser. Jetzt wurde die Zeit aber lange. Bis ich zum Röntgen geholt wurde, verging wieder viel Zeit. Ich durfte jetzt sogar gehen. Danach wurde die Infusion angehängt.

Der Röntgenbefund war nicht ganz eindeutig, wahrscheinlich eine Lungenentzündung. Nun mussten wir noch ewig auf den Arztbrief warten und gegen 17.30 war ich wieder draußen. GOTT SEI DANK!

10.02.-13.02.2017

In der Zeit bis heute stand die Regeneration im Vordergrund. Mit Einnahme des Antibiotikums verbesserte sich mein gefühlter Zustand täglich. Ich hielt mich an die Empfehlungen, Ruhe zu bewahren. Auch wenn es schwer fiel. Ein bisschen gute Nachrichten aus dem Krankenhaus vom anderen Fall gab es auch: Der Zustand der Patientin dort geht, wenn auch langsam, stetig nach oben. Wobei da noch nicht alles ausgestanden ist.
Und jetzt sitze ich hier und warte auf meinen Kontrolltermin heute um 16 Uhr. Dann wird sich zeigen, ob das Antibiotikum angeschlagen hat und wie der weiter Verfahrensweg sein wird. Persönlich habe ich mir, auch wenn es mir besser geht und es in den Füßen juckt, Sportverbot bis mind. nächste Woche auferlegt. Sollte die Ärztin das kritisch sehen, werde ich mich an ihre Weisungen halten. So schnell will ich nicht wieder in die Notaufnahme – das war ein Schuss vor den Bug.

Fazit: Was kann ich jetzt aus dem Fall für mich ziehen? Ich bin keine Maschine und pausieren, insbesondere bei Erkältungen und in stressigen Zeiten, ist ein absolutes Muss! Ich werde versuchen, mich in Zukunft daran zu halten!

Keep on regenerating! 😉

PS: Natürlich halte ich Euch über meine weitere Genesung auf dem Laufenden halten. Im Übrigen ist die Kommentarfunktion wieder freigeschaltet…

Frohes Neues!

Nach längerer Zeit melde ich, um einen ganz kurzen Rückblick auf 2016 und eine Vorausschau auf 2017 zu posten. Die sportlichen Daten werden anhand des kleinen Strava-Filmchens dargestellt.

Die Top-Highlights waren die Teilnahme am Tannheimer Radmarathon und natürlich die Alpenrunde. Auch super war die Wellness & Bike Tour und der Vereinsausflug in die Pfalz. Zu letzterem gibt es leider noch keinen Bericht. Vielleicht hole ich das noch nach…
Privat hat sich auch einiges geändert. Wir sind umgezogen und ich habe mein Fitnessstudio aufgegeben. Die Kinder wachsen und halten uns gut auf Trab. 😉

Trotzdem versuchen Diane und ich unser gemeinsames Hobby, den Radsport, auch ab und zu gemeinsam auszuüben. Im Alltag gelingt das nur selten, aber wir haben auch für 2017 ein paar gemeinsame Events geplant. Und somit komme ich auch schon auf den Ausblick auf 2017:

  • 28.05.2017: Wenigumstad Rad Marathon (Je nach Wetter und Lust&Laune)
  • 04.06.2017: Rhön-Radmarathon Bimbach (258 Kilometer, 4.700 Höhenmeter) / Diane auf der 180er-Strecke
  • 30.07.2017: Arlberg Giro (150 Kilometer, 2.500 Höhenmeter) / Diane und ich angemeldet
  • Anfang August 2017: Alpentour 3 Tage / Diane und ich (+ Gäste?)
  • 13.08.2017: Rhön 300 (300 Kilometer, 4.500 Höhenmeter)

Vielleicht kommt noch die eine oder andere Veranstaltung dazu…

So, jetzt geht es erst mal weiter mit dem Training. Ich melde mich.

Keep on cycling!

Wellnes & Bike 2016

Worum geht es eigentlich beim Biken? Kilometer? Höhenmeter? Schnitt? Oder doch eher um den Spaß an der Bewegung und die Freude an der Natur? Für die Mädels der Wellness & Bike Gruppe steht fest: Zumindest einmal im Jahr geht es um den Spaß, die Freude und natürlich Essen & Trinken. Aus Teilnehmerinnenmangel wurde die Truppe heuer um Alex und meine Wenigkeit erweitert. Ein Novum – zwei Männer in der eingeschworenen Frauengruppe. Würde das gutgehen? Um es vorweg zu nehmen – es ging gut.
Und da ich nun schon einmal mitfuhr übernahm ich die Planung der Strecke. Die Vorgaben: Zwei Tage, nicht zu lang und nicht zu schwer, damit genug Zeit für Wellness bleiben würde. Und idealer Weise bei uns in der Nähe und am allerbesten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Weiters sollte die Strecke nicht langweilig sein und ein paar Trails dürften auch vorkommen. Das war eine kniffelige Aufgabe. Der Maintal-Wanderweg, aufgepeppt mit ein paar Highlights, erfüllte am besten die Vorgaben.
Ich legte den Start nach Würzburg (gut mit der Bahn von Aschaffenburg erreichbar). Die Übernachtung sollte in Gemünden sein und das Ziel für den zweiten Tag war Wertheim. Von da würden wir mit der Bahn zurück nach Aschaffenburg fahren.

Tag 1

Am 3.9. war es soweit. Auf unsere Kinder passten wieder die Großeltern auf und wir rollten am frühen morgen von Haibach an den Bahnhof nach Aschaffenburg hinab. Dort komplettierte sich unsere Gruppe und wir starteten zu sechst mit dem Zug nach Würzburg. Das funktionierte reibungslos und wir standen wie geplant am Samstagmorgen am Hauptbahnhof in Würzburg.

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Die ersten 30 Kilometer bis nach Karlstadt absolvierten wir ohne größere Pause entlang des M-Wegs. Die Strecke wies bis hier keine fahrtechnischen Highlights aus, aber es ging in einem munteren Auf und Ab durch das Maintal mit immer wieder schönen Aussichtspunkten.

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In Karlstadt legten wir dann die Mittagspause ein – die erste Wellnesseinheit. 😉

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Nach so einer Stärkung fiel die Weiterfahrt zunächst etwas schwer. Suppenkoma! 😉 Aber es folgte das erste Highlight – die Trails bei Karlstadt.

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Es wurde nun wirklich warm und wir hatten Durst!

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Mit dem zweiten Highlight ist das so eine Sache – das „Edelweiß“. Die Gegend dort ist Naturschutzgebiet und Radfahren untersagt. Aber man kann ja auch schieben und die Landschaft und die Aussicht dort ist es allemal wert.

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Nach dem Edelweiß ging es trailig weiter, doch das Ende war noch nicht in Sicht.

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Dank der spätsommerlichen Wärme mussten wir tatsächlich noch einmal eine Tankstelle in Wernfeld plündern. Die Getränke waren knapp geworden. Ausreichend hydriert begannen wir den Endspurt nach Gemünden. Ein letzter Anstieg und ein letzter Flowtrail und die Etappe war geschafft.

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Diane hatte die Unterkunft in Gemünden gebucht – im „Gasthaus 4 Elemente„. Leider war die Internetseite nicht ganz aktuell und es gab dort nur Bed & Breakfast. So mussten wir außerhäusig essen, was aber kein Problem war. Der Marktplatz war lediglich 5 Gehminuten entfernt und der nächsten Wellnesseinheit stand nichts im Wege… 😉

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Tag 2

Mit einem ausgiebigen Frühstück am Buffet in der Pension starteten wir in den zweiten Tag – erste Wellnesseinheit absolviert.
Leider waren die Wetteraussichten für den Tag nicht ganz so gut und wir mussten mit einer kostenlosen Fangopackung rechnen. Aber zunächst hatten wir eine Panne zu beheben. Auf der letzten Abfahrt am Vortag hatte sich ein veritabler Dorn den Weg durch den Mantel in den Schlauch an meinem Vorderrad gesucht. Der Plattfuß war schnell behoben und wir kehrten Gemünden den Rücken zu.

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Kurz darauf begann es dann auch schon zu tröpfeln. Nach einer Einrollstrecke am Main erwartete uns das erste Trailhighlight des Tages – die Abfahrt von der Ruine Schönrain. Zum Glück war es auf der etwas schwierigeren Abfahrt noch leidlich trocken.

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Danach regnete es sich ein. Wir überlegten, die Tour bereits in Lohr zu beenden, da wir von dort auch gut mit dem Zug heimkommen würden…

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Zu unserer Fangopackung kamen wir  auch, und zwar auf dem Buchenbachtrail bei Mariabuchen. Das war ein weiteres Trailhighlight, gefolgt vom dritten Singletrail oberhalb der Staatstraße in Richtung Sedelbach/Lohr. In Lohr riss der Himmel etwas auf und wir beschlossen, zunächst eine weitere Wellnesseinheit einzulegen.

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Nach dieser Stärkung waren wir bereit, doch noch bis Wertheim zu fahren. Allerdings nicht auf dem M-Weg sondern auf dem Radweg am Main, da es ganz schön spät geworden war. Lediglich eine Mitstreiterin verlies uns in Lohr und wir kamen am Ende zu fünft, nach der ein oder anderen weiteren Dusche von oben, in Wertheim an. Nach kurzem Warten am Bahnhof stiegen wir in den Zug nach Aschaffenburg und rollten ab. Das Wellness & Bike Wochenende lag hinter uns und war, glaube ich, ein voller Erfolg. 😉

Keep on Biking!

Giro Engiadina Bassa – Tag 3 – Von Livigno nach Scuol

Sonntag, 07.08.2016

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Der frühe Vogel fängt den Wurm und sieht den Sonnenaufgang über Livigno. Ok, die Sonne war schon aufgegangen, aber die umliegenden Berggipfel wurden erst langsam nacheinander angestrahlt. Auf alle Fälle war klar: Es würde wieder wunderschönes Wetter geben. Gut gelaunt genossen wir das tolle Frühstücksbuffet, ließen dabei aber nicht die Uhr außer Acht, da heute noch ein „bisschen“ was vor uns lag.

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Wir verließen das Hotel Silvestri wie geplant und rollten zunächst durch Livigno. Hier war schon einiges los auf den Gassen, und wir mussten aufpassen, keine Touristen auf die Lenker zu nehmen. Kaum waren wir raus aus dem Dorf wurde es ruhiger. Wir begannen den Anstieg zum Passo Chaschauna. Das war zwar der einzige Pass an diesem Tag, aber mit fast 2.700 Meter keine kleine Aufgabe. Auch mussten über 60 Kilometer zurückgelegt werden und im Anschluss wartete noch die Rückreise nach Augsburg auf uns. Es würde also nicht gerade ein Ruhetag werden… 😉

Zunächst wartete eine steile Asphaltstraße auf uns bis wir ein Hochtal erreichten.

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Wir erreichten den Abzweig zum Pass. Hier kam die Ernüchterung: Am Wegweiser hing ein Schild, dass das Refugio am Pass geschlossen sei. Mist, hier wollten wir eigentlich einkehren. Das würde wohl nichts werden…

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Und als ob dieser „Schock“ nicht schon genug gewesen wäre, schien uns die Ziege auf dem Dach der nahegelegenen Scheune mit ihren Meckern zusätzlich zu verhöhnen…

Zumindest ereilte uns dieses Schicksal nicht alleine, denn während wir noch Kräfte für den nun folgenden Anstieg sammelten, kamen immer mehr Biker, die sich auf den Weg nach oben machten.

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Es wurde steil und unsere Gruppe trennte sich. Ich fuhr/schob etwas voraus. An solchen Bergen muss jeder sein Tempo gehen bzw. fahren, sonst kommt schnell Frust auf. Und zwar bei allen Beteiligten. Der Weg war lang – etwa 600 Höhenmeter am Stück. Dafür war das umliegende Panorama sensationell.

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Immer wieder legte ich kurze Pausen ein, um diese Aussicht zu genießen.

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Schließlich kam das geschlossene Rifugio in Sicht. Bei dieser Lage und Aussicht eigentlich unverständlich, das es zu war. Es waren inzwischen auch wirklich viele Biker und Wanderer unterwegs, die sicherlich auch gerne eingekehrt wären. Ich stellte mein Rad ab und schob mir schnell einen Riegel rein. Dann ging ich Diane entgegen, um ihr Rad zu übernehmen. Wir haben die Vereinbarung, dass ich ihr in solchen Situationen helfen kann und auch soll. Sie freut sich immer darüber… 😉

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Wir machten es uns erst einmal auf der Wiese vor der Hütte bequem und legten eine kleine Rast ein, bevor wir die letzten Höhenmeter bis zum Pass in Angriff nahmen. Dabei beobachteten wir andere Biker bei dem Versuch, dieses letzte Stück im Sattel zu bezwingen – es schaffte keiner. Als wir unsere Pause beendet hatten schoben wir unsere Räder den Trail hinauf, fahren wäre eh sinnlos gewesen. Zu steil und verblockt war der Weg.

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Wieder ging ich voran. Die letzten Meter waren fahrbar und ich erreichte im Sattel die Passhöhe.

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Es war vollbracht – wir hatten den letzten großen Brocken unserer Tour bezwungen. Von nun an ging es bergab – also theoretisch. Der Weg bis nach Scuol sollte noch einige Überraschungen für uns bereithalten. Zunächst mussten wir aber erst einmal vom Pass runter. Ich freute mich schon tierisch auf diese Abfahrt. Bei meinen Recherchen im Vorfeld stieß ich auf einige Videos zu der Abfahrt. Ich war gespannt, ob ich diese technisch schwierige Abfahrt fahrend würde meistern können. Sie war auf alle Fälle das fahrtechnische Highlight der Tour. Und bis auf wenige Stellen – verblockte S-Kurven im steilen Gelände – bezwang ich sie auf dem Rad. Yeah!

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Die anderen hatten nicht ganz so viel Spaß und das Verhältnis von Fahren und Schieben war genau umgekehrt. So musste ich am Ende des Downhills wieder warten. Langsam wurde es später als geplant.

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Im Talgrund blickten wir ein letztes Mal zurück und machten uns auf den restlichen Weg. Wir beschlossen, bei der nächsten Möglichkeit einzukehren und Mittag zu essen. Die Laune und der Magen hing bei einigen ziemlich tief… 😉
Die Devise lautete locker weiter pedalieren bis nach Zernez. Allerdings war der Weg nicht so locker…

Es wurde sehr warm, die Getränkevorräte neigten sich dem Ende und der Weg zog sich in einem ständigen Auf- und Ab entlang der Bahnlinie und nahm kein Ende.

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Zernez erreichten wir zu einer so unglücklichen Uhrzeit, dass alle Restaurants gerade ihre Küchen geschlossen hatten und auf überteuerten Kaffee und Kuchen hatten wir im Moment gar keine Lust. Wir entschieden uns, jetzt bis Scuol durchzufahren. Der Original-Track sieht vor, hier und da ein paar Schlenker einzubauen, um die Hauptverkehrsstraße durch das Inntal zu meiden. Wir wollten allerdings auf dem kürzesten und schnellsten Weg die Tour beenden. Immerhin mussten wir im Anschluss ja noch nach Augsburg zurück. An einem Brunnen, den ich von unserem Nauders-Urlaub 2010 schon kannte, füllten wir die Trinkflaschen auf und rollten gen Ziel. Dabei stellten sich uns leider der wohl immer im Inntal herrschende Gegenwind und ein paar fiese Gegenanstiege in den Weg. Zu guter Letzt erreichten wir Scuol aber doch… 😉

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Wir plünderten einen Supermarkt, der zum Glück sonntags geöffnet hatte und vesperten ausgiebig an einem der Mineralwasserbrunnen.

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Wie immer konnte ich dann gar nicht glauben, dass die Tour schon vorbei war. Gerade noch am „existenziellen Limit“ und kurz darauf zurück im Alltag. Aber wir waren auch froh, ein paar so schöne Tage erlebt zu haben – gut der Freitag war jetzt nicht so prickelnd, aber auch ein Schlechtwettertag gehört nun einmal zu einer solchen Unternehmung dazu. Und aus der „Ferne“ betrachtet war es dann gar nicht mehr so schlimm… 😉

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Wir schossen noch unser Finisher-Bild, verluden die Räder und die Ausrüstung ins Auto, machten uns notdürftig etwas frisch, zogen uns um und fuhren zurück nach Augsburg. Diane und ich übernachteten dort nochmals, bevor wir am Montag bei uns zu Hause und unseren Kindern ankamen. Die Wiedersehensfreude war allerseits sehr groß.

Das Fazit zur Tour: Geniale Strecke mit einigen Highlights und absolut empfehlenswert. Noch toller wäre die Tour mit der Durchquerung der Uinaschlucht am Freitag gewesen, aber das hatte nicht sollen sein. Vom Umfang hätte es nicht mehr und nicht weniger sein dürfen – die Etappen waren genau richtig. Wer das ganze gerne mal an einem Tag „erleben“ möchte: Wir bewegten uns auf den Spuren der Langstrecke des „Nationalpark Bike-Marathon„. Nur statt durch die Uinaschlucht fährt man dort über den Costainas.

Das war sie also – unsere Tour „Giro Engiadina Bassa“ und das MTB-Highlight 2016. Die Planung für 2017 läuft bereits und auch im nächsten Jahr wird sich unsere Alpentour in einem ähnlichen Rahmen bewegen.

Keep on Biking!

Ein Fotoalbum zur Tour gibt es hier: *klick*